RasenBallsport Leipzig

Marsch bremst Leipzig: "Wir sind noch kein Top-Team"

Yannik Möller
Jesse Marsch muss in Leipzig den Dosenöffner finden
Jesse Marsch muss in Leipzig den Dosenöffner finden / Matthias Hangst/GettyImages
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RB Leipzig spielt unter Jesse Marsch eine bislang durchwachsene Saison. Nun gab der Trainer zu, man sei noch "kein Top-Team". Die fehlende Konstanz und die ausbleibenden Resultate könnten früher oder später gefährlich werden - meint auch Didi Hamann.


Zu viele Unentschieden und Niederlagen, dafür zu wenige Siege. RB Leipzig hat mit den ersten zehn Spieltagen einen durchwachsenen Start in die Saison hingelegt. Zwei der bisherigen vier Dreier gelangen gegen Aufsteiger. Auch die weiteren zwei gewonnen Spiele wurden gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte geholt.

Das 1:1-Remis gegen Eintracht Frankfurt war sinnbildlich für die aktuellen Probleme. Unter Jesse Marsch kriegen die Leipziger noch keine Konstanz in ihr Spiel. Auf dem Platz wirkt vieles zu kompliziert - Abläufe, die zuvor oftmals spielerisch leicht angegangen wurden, sind fehlerbehaftet. Eine dadurch umso wichtigere Effizienz bleibt ebenfalls häufig aus. Auch in diesem Fall war das SGE-Duell ein gutes Beispiel.

Marsch betont notwendige Entwicklung - Hamann kritisiert Philosophie

Marsch gab nach dem Spiel zu (via Bild): "Wir sind noch kein Top-Team." Dazu erklärte er: "Wir sind keine Mannschaft, die bereit ist, um die Meisterschale zu kämpfen." Beide Aussagen sind derzeit richtig, dazu ist es nicht falsch, eine solche Wahrheit auszusprechen. Das Problem jedoch ist, dass RB dadurch einen Schritt zurück gemacht hat.

Der amtierende Vizemeister steht noch immer nicht auf einem Champions-League-Platz. Das waren die mittlerweile gewachsenen Ansprüche. "Die Bayern und Dortmund sind erstmal weg, auf die müssen wir nicht mehr schauen. Wir müssen jetzt schauen, dass wir konstanter werden und solche Spiele (1:1 gegen Frankfurt) gewinnen", mahnte auch Torwart Peter Gulacsi.

Emil Forsberg, Dani Olmo
Emil Forsberg und Dani Olmo nach dem späten Ausgleich / Alex Grimm/GettyImages

Immer wieder sind die Sachsen auf Einzelaktionen angewiesen. Doch auch ein Christopher Nkunku, der zwischenzeitlich in vier Spielen ganze vier Tore erzielen und fünf weitere vorbereiten konnte, kann nicht immer die entscheidende Aktion einleiten. Insbesondere bei einem Team, das sich stets durch seine Gesamtheit in der spielerischen Umsetzung ausgezeichnet hat.

Eine Entwicklung, die auch Didi Hamann als gefährlich betrachtet. "Ich habe große Bedenken, ob die Mannschaft das, was der Trainer will, machen will", führte er bei Sky90 aus. "Forsberg, Nkunku, Olmo - da sind filigrane Spieler. Die wollen nicht 90 Minuten dem Ball hinterherrennen", so Hamann weiter.

Damit bezog er sich auf den Spiel-Ansatz: Während Julian Nagelsmann das pressingintensive Leipzig auch auf Ballbesitz einschwören und so verbessern konnte, legt Marsch den Fokus wieder eher auf das Pressing und die Balleroberungen. Der Sky-Experte dazu: "Ich glaube, dass es unheimlich schwer wird, wenn er mit dieser Philosophie weiter macht."

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