Sergio Ramos

Sergio Ramos' Spiel mit dem Feuer!

Guido Müller
Sergio Ramos während der Präsentation des PSG-Kaders 2021/22
Sergio Ramos während der Präsentation des PSG-Kaders 2021/22 / Xavier Laine/Getty Images
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Kaum da - und schon mit divenartigen Allüren behaftet: So könnte man wohl kurz und bündig zusammenfassen, was der spanische Radiosender Cadena SER über team-nahe Quellen bezüglich der ersten Wochen von Sergio Ramos beim Star-Ensemble von Paris St. Germain herausgefunden haben will.


Mangelndes Selbstvertrauen gehört sicherlich nicht zu den Hauptcharakteristika von Sergio Ramos. Sowohl bei seinem früheren Verein Real Madrid als auch in der spanischen Nationalmannschaft nahm der 35-Jährige stets eine Führungsrolle ein. Untermauert wurde diese freilich auch durch regelmäßig herausragende Leistungen auf dem Platz.

Umso überraschter vernimmt man nun, dass der Abwehr-Routinier schon kurz nach seiner Ankunft in der französischen Hauptstadt den dicken Max raushängen lassen soll.

Extravaganzen gegenüber dem "Team hinter dem Team"

Doch nicht nur innerhalb der Mannschaft soll er sich als Superstar gerieren, sondern sich auch schon gegenüber dem für die Profis arbeitenden Staff des Klubs gewisse Extravaganzen erlaubt haben, die jedoch nicht näher detailliert wurden.

Damit spielt der Spanier mit dem Feuer. Denn noch hat er den Nachweis seiner sportlichen Wertigkeit für den neuen (und extrem ambitionierten) Arbeitgeber aufgrund anhaltender Wadenprobleme gar nicht erbracht.

Sein letztes Spiel auf höherem Wettkampfniveau bestritt er, damals schon aus einer Verletzung kommend, Anfang Mai gegen den späteren Champions-League-Sieger FC Chelsea.

Sergio Ramos
Sein letztes Pflichtspiel bestritt Ramos beim Champions League-Aus der Königlichen in London (links freuen sich Chilwell und Rüdiger) / James Williamson - AMA/Getty Images

Kurz darauf wurde bei ihm eine Sehnenreizung diagnostiziert, die ihn letztlich wohl das Ticket zur EURO2020 kostete, und der sich im Juli, kurz nach Bekanntgabe seines Wechsels zu PSG, die Probleme in der Wade anschlossen.

Erschwerend kommt für Ramos hinzu, dass Teile des PSG-Kaders von seiner Verpflichtung sowieso nicht hundertprozentig überzeugt waren. Immerhin kassiert er, im Spätherbst seiner Karriere stehend, ein fürstliches Gehalt von angeblich 15 Millionen Euro netto.

Doch fast noch wichtiger als der nur allzu menschliche Futterneid (denn am Hungertuch muss bei PSG selbst der Kaderspieler Nr. 24 oder 25 nicht wirklich nagen!) ist die zwischenmenschliche Komponente.

Ramos tritt schweres Erbe als Silva-Nachfolger an

Immerhin tritt Sergio Ramos die Nachfolge des im vergangenen Sommer aussortierten Brasilianers Thiago Silva an. Der wiederum war im gesamten Kader hochgradig beliebt, sodass viele der Ex-Kollegen seine Abwesenheit immer noch bedauern.

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Thiago Silva (hier im Duell mit Bayerns Coman) war im PSG-Kader extrem beliebt / LLUIS GENE/Getty Images

Auch aus rein sportlichen Aspekten erscheint zumindest fraglich, ob Ramos ein klares Upgrade gegenüber Silva darstellt. Der Brasilianer kann sich jedenfalls ans Revers heften, als Leistungsträger viel zum diesjährigen Champions-League-Triumph des FC Chelsea beigetragen zu haben.

Immerhin stand er im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Porto sowie in beiden Halbfinalspielen gegen die Königlichen über die volle Distanz auf dem Platz und wurde im Finale gegen Manchester City nur aufgrund einer Verletzung schon nach knapp 40 Minuten ausgewechselt.

Ramos muss jetzt schnellstmöglich sportlich liefern

Tja, und dann kommt da der frühere Real-Kapitän um die Ecke und macht auf dicke Hose. Zu raten wäre Sergio Ramos jetzt dringend, seine Verletzungsprobleme schnellstmöglich hinter sich zu lassen und mit sportlichen Leistungen sein Star-Gehabe zu rechtfertigen.

Ansonsten könnte er in dem mit Superstars (und zwar noch viel größeren als er selbst!) gespickten Kader der Pariser ganz schnell ins letzte Glied rücken.

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