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Pochettino schießt gegen PSG: Undankbarster Klub der Welt

Yannik Möller
Mauricio Pochettino
Mauricio Pochettino / Eurasia Sport Images/GettyImages
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Auf seine Zeit bei Paris Saint-Germain blickt Mauricio Pochettino nicht gerade mit Wohlwollen zurück. Der Trainer sieht rückblickend ein kompliziertes Projekt mit viel zu wenig Zeit für ihn.


Mit brachialer, finanzieller Gewalt möglichst schnell zu internationalen Titeln. Das ist die Herangehensweise, mit der seit einigen Jahren versucht wird, PSG zum Gewinn der Champions League zu drücken.

Entsprechend wurden in der Vergangenheit viele große Namen eingekauft, in der Hoffnung, dass sie auch zusammen funktionieren und dass die Qualität des Teams so groß wird, dass man die Königsklasse früher oder später schlichtweg gewinnen muss.

Dabei wurden jedoch viele Faktoren nicht bedacht. Das beklagt auch Mauricio Pochettino, der für anderthalb Jahre und bis zum vergangenen Sommer für Paris an der Seitenlinie stand.

Pochettino beklagt "undankbares" Pflaster PSG - "Das gab es nur in Paris"

Er blickt definitiv nicht mit Wohlwollen auf diese Zeit zurück. Gegenüber Radio Marca antwortete er auf die Frage, ob PSG der undankbarste Klub sei: "Das stimmt. Jeder unterschätzt die Arbeit des Trainers."

Das Problem: "Wenn wir gewonnen haben, lag es am individuellen Talent - und wenn wir verloren haben, war es die Schuld des Trainers."

Ein grundlegendes Problem: Mit sehr großen Spielern kommen oftmals auch sehr große Egos in eine Mannschaft. Jeder will eine Stammrolle haben, jeder will Führungsspieler sein.

"Es wurde ein Team-Klub-Modell geschaffen. Es war eine sehr schwierige Herausforderung, dieses Modell zu vervollständigen, mit vielen Unbekannten. All diese Persönlichkeiten, mit all diesen Talenten, in einem Team, das gab es nur in Paris", blickte Pochettino zurück.

Neymar Jr, Mauricio Pochettino
Pochettino mit Neymar / John Berry/GettyImages

Eben jenes Modell hätte aber Zeit in Anspruch genommen, die er mit seinem Trainerteam aber nicht bekommen haben. "Spieler, die von der Copa América kamen, von der Europameisterschaft, Verletzungen, eine neue Stadt, eine neue Kultur... wir hatten neun oder zehn Spieler, die Kapitän ihrer Mannschaft waren", berichtete er über die frühzeitig wachsenden Probleme bei PSG.

Für den FC Barcelona oder für Real Madrid sei es immer "ein Segen" gewesen, einen Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo im Team zu haben, hatte der Argentinier schon einmal gegenüber dem Portal Relevo erklärt.

Das wichtige "Aber", im Bezug auf PSG: "Wenn man zu viele Spieler ins Team holt, die alle ihren Platz brauchen und die Nummer eins sein wollen, kann es zu Verwirrung kommen. [...] Wenn du spielst, wollen am Ende elf Spieler einen Ball. Es gab einen Elfmeter, und wer schießt ihn? Das ist nicht einmal eine Entscheidung des Trainers."

Streitigkeiten, schlechte Stimmung und angekratzte Egos - vorprogrammierte Probleme aus der Sicht des Coaches. Probleme, die einem Trainer zu schaffen machen, insbesondere wenn dieser direkt unter Erfolgsdruck steht und keine Zeit bekommt, dieses Projekt zu ordnen.


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