90min
Paris SG

Noch macht Messi nicht den Unterschied bei PSG: Pochettino bittet um Geduld

Guido Müller
Verbrachte die letzten beiden Liga-Spiele verletzungsbedingt auf der Tribüne: Lionel Messi
Verbrachte die letzten beiden Liga-Spiele verletzungsbedingt auf der Tribüne: Lionel Messi / Pierre Suu/Getty Images
facebooktwitterreddit

Falls irgendjemand erwartet hat, dass Paris St. Germain mit der Ankunft von Superstar Lionel Messi fortan alle Gegner in Grund und Boden spielen würde, sieht er oder sie sich spätestens nach dem ersten Monat des Argentiniers in der Stadt der Liebe eines Besseren belehrt. Sein Trainer jedenfalls bittet schon mal um Geduld.


Und bemüht damit den typischen Trainer-Sprech, wenn es gilt, über die ersten Wochen irgendeines vielversprechenden 18-jährigen Talents zu urteilen. Aber in Bezug auf Lionel Messi? Geduld?

Nun ja. Die Leistungsbilanz des 34-Jährigen bei seinem neuen Arbeitgeber ist tatsächlich ernüchternd. Natürlich auch dem Umstand geschuldet, dass Messi nicht in Topform nach Paris gekommen war.

Drei Einsätze und kein einziger Scorerpunkt

Beim Liga-Debüt gegen Stade Rennes stand er 24 Minuten auf dem Platz, beim Spitzenspiel gegen Lyon immerhin schon 76 Minuten. Über die volle Distanz von 90 Minuten ging er lediglich beim enttäuschenden 1:1 zum Champions-League-Auftakt in Brügge.

French Ligue 1"Paris Saint-Germain v Olympique Lyon"
Richtig rund läuft es für la Pulga bei PSG noch nicht / ANP Sport/Getty Images

Tore oder auch nur Torvorlagen sind Messi in diesen drei Einsätzen keine gelungen. Dazu scheint er noch ein "Andenken" in Form eines Schlages auf das linke Knie aus dem WM-Qualifikationsspiel der Albiceleste in Venezuela nach Paris mitgebracht zu haben, weshalb er nach einem neuerlichen Foul im Spiel gegen Lyon von Pochettino vorsorglich ausgewechselt wurde.

Zu recht, wie sich später zeigte. Die folgenden zwei Liga-Spiele, in Metz und gegen Montpellier, verfolgte Messi nach diagnostizierter Knie-Prellung von der Tribüne aus.

Und so fangen die PSG-Fans schon an, etwas unruhig auf ihren Stühlen hin und her zu rutschen. Hat sich ihr Klub mit dieser Mega-Verpflichtung womöglich ein Eigentor geschossen?

Davon will sein Trainer (und Landsmann) Mauricio Pochettino absolut nichts wissen. Und verwies am Montag erst einmal auf die Tatsache, dass sein Superstar anlässlich des Champions-League-Krachers gegen Manchester City (Di, 21.00 Uhr) zum Kader gehören wird.

TOPSHOT-FBL-FRA-LIGUE1-PSG-LYON
Pochettino und Messi bei dessen prophylaktischer Auswechslung im Spiel gegen Lyon. Der Star schien es nicht zu verstehen... / FRANCK FIFE/Getty Images

Pochettinos Versuch einer Entmythisierung

"Leo macht gute Fortschritte. Er wird morgen in der Gruppe dabei sein", erklärte der Coach gegenüber RMC Sport - schränkte gleichzeitig aber auch ein, noch nicht zu wissen, wer gegen die Cityzens in der Startelf stehen werde.

Über den alles andere als berauschenden Beginn von Messis neuer Etappe in der französischen Hauptstadt fällt Pochettino ein fast schon absurd banales Urteil. Man könnte auch sagen, dass er den Mythos ein Stück weit zu entmythisieren versucht.

"Er ist ein Mensch wie jeder andere. Auch er muss sich erstmal an diese neue Mannschaft, an diese neue Kultur und an dieses neue Land gewöhnen. Geben wir dem Spieler also die Zeit, sich einzufinden. Er war zwanzig Jahre lang in Barcelona, fühlte sich dort wie zuhause. Hier aber ist alles neu für ihn. Und es ist auch noch nicht solange her, dass er hier angekommen ist."

Zweifel daran, dass sein Team langfristig mit Messi Erfolg haben wird, hegt Pochettino dennoch nicht die geringsten. "Ich bin überzeugt, dass alles gut werden wird und wir gemeinsam große Erfolge feiern werden."

Die perfekte Gelegenheit, diesen Worten auch endlich Taten folgen zu lassen, bietet das Prestige-Duell gegen Guardiolas Skyblues auf jeden Fall.

facebooktwitterreddit