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Paris SG

Messi-Auswechslung sorgt für Wirbel: Drohte Al-Thani Pochettino per Tweet?

Guido Müller
Beim Stand von 1:1 wurde PSG-Star Lionel Messi eine Viertelstunde vor Schluss der Partie gegen Lyon gegen Achraf Hakimi ausgewechselt
Beim Stand von 1:1 wurde PSG-Star Lionel Messi eine Viertelstunde vor Schluss der Partie gegen Lyon gegen Achraf Hakimi ausgewechselt / Anadolu Agency/Getty Images
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Mit der Auswechslung von Lionel Messi eine Viertelstunde vor Schluss der Partie gegen Olympique Lyon (beim Stande von 1:1 wohlgemerkt!) hat sich PSG-Trainer Mauricio Pochettino womöglich ein Problem geschaffen. Der frühere Staatspräsident Katars (und Verwandter von PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi) jedenfalls hat dem Trainer ein Tweet gewidmet, der auch als Drohung interpretiert werden kann.


Die knapp 50.000 Zuschauer im Prinzenpark trauten gestern Abend ihren Augen nicht. Erst zehn Minuten zuvor hatte Neymar per Elfmeter im Spitzenspiel gegen Olympique Lyon den Ausgleich erzielt. Alle erwarteten also spätestens ab der Schlussviertelstunde eine leidenschaftliche Schlussoffensive der Hausherren - und zwar selbstverständlich mit Messi auf dem Platz.

Doch dann reckte der Vierte Unparteiische die Tafel mit der "30" in die Luft. Mon Dieu! Das kommt ja fast einer Majestätsbeleidigung gleich. Messi ausgewechselt? Obwohl man noch ein Tor schießen muss?

Messi nur achtzehn Mal seit 2010 ausgewechselt!

Das gab es in den letzten elf Jahren nur höchst selten. Den Statistikern von Opta zufolge genau 18 Mal in insgesamt 370 Partien seit 2010. Und so gut wie nie, wenn es darum ging, noch irgendwie ein Tor erzielen zu müssen.

Entsprechend ungläubig schaute auch Messi selbst zunächst drein - und verweigerte anschließend auch den obligatorischen Handschlag mit seinem Coach.

War Messi verletzt?

Der wiederum berief sich hinterher auf eine mögliche Verletzung seines Superstars und gab an, Messi mit dem Wechsel schützen zu wollen. Tatsächlich hatten die Kameras von BeIN-Sports nur wenige Minuten vor seiner Auswechslung Messi bei Dehnübungen seines Knies eingefangen.

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Messi schien seine Auswechslung nicht zu verstehen / FRANCK FIFE/Getty Images

Eindeutige Signale, ihn vorsichtshalber vom Platz zu nehmen, sandte er jedoch keine aus. War Pochettino einfach zu vorsichtig? Und warum hat er nicht noch mal Rücksprache mit dem Superstar gehalten? An sprachlichen Barrieren kann es ja kaum gelegen haben.

Seine Entscheidung kam jedenfalls für alle überraschend. Und könnte noch ein Nachspiel haben. Denn gestern Abend postete das frühere katarische Staatsoberhaupt (und Verwandter von Klubpräsidenten Nasser Al-Khelaifi) Hamad bin Kalifa Al-Thani einen etwas merkwürdigen Tweet.

Tweet von Al Thani mit drohendem Unterton

Auf diesem ist Pochettino in grüßender (oder sich verabschiedender) Pose zu sehen - und darunter der Kommentar gesetzt: "London ist eine schöne Stadt - du weißt das!"

Hintergrund: Pochettino hatte vor seiner Installierung als Cheftrainer von PSG fünf Jahre den Londoner Spitzenklub Tottenham Hotspur betreut. Wollte Al-Thani gegenüber dem Coach damit andeuten, dass sein Stuhl in Paris bereits wackelt - und er sich schon mal nach einem neuen Job in Englands Hauptstadt umsehen soll?

Sollte sich herausstellen, dass der Trainer keine Autonomie bei seinen sportlichen Entscheidungen hat und "Rücksichtnahme" auf die Befindlichkeiten der Besitzerfamilie des Klubs nehmen muss, wäre das wohl der Anfang vom Ende seiner Tätigkeit im Prinzenpark.

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