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Streit mit Premier League beigelegt: Konsortium unter saudi-arabischer Führung übernimmt Newcastle United

Simon Zimmermann
Der St. James’ Park hat einen neuen Eigentümer
Der St. James’ Park hat einen neuen Eigentümer / George Wood/GettyImages
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Die lang erwartete Übernahme von Premier-League-Klub Newcastle United ist endlich bestätigt worden. Ein Konsortium - bestehend aus PCP Capital Partners, David und Simon Reuben und dem Public Investment Fund aus Saudi-Arabien - begann bereits 2017 mit der Planung des Angebots.


Sie legten schließlich 2020 ein Angebot vor, doch die Premier League blockierte den Kauf, weil sie befürchtete, dass die saudischen Partner in die Geschäftsführung des Klubs eintreten würden, und weil es Streit um die Übertragungsrechte gab.

Dies veranlasste Ashley zu einer zweifachen Klage. Die erste war ein Schiedsverfahren zwischen ihm und der Premier League, die zweite ein Berufungsverfahren vor dem Competition Appeal Tribunal.

Vor kurzem wurde ein Durchbruch erzielt, als Saudi-Arabien sein Verbot von beIN SPORTS, das Katar gehört, aufhob. Daraufhin erklärte die Premier League, dass sie die Übernahme unterstützen würde - und Ashley ließ auch seine Klage fallen, so dass keine weiteren Hindernisse mehr im Weg standen.

In einer Erklärung sagte die Premier League: "Die Premier League, Newcastle United Football Club und St James Holdings Limited haben heute den Streit um die Übernahme des Vereins durch das Konsortium von PIF, PCP Capital Partners und RB Sports & Media beigelegt. Nach Abschluss der Eigentümer- und Direktorenprüfung durch die Premier League wurde der Verein mit sofortiger Wirkung an das Konsortium verkauft."

Und weiter: "Die Rechtsstreitigkeiten betrafen die Frage, wer nach der Übernahme Eigentümer des Klubs sein würde und/oder die Möglichkeit hätte, ihn zu kontrollieren. Alle Parteien haben zugestimmt, dass die Einigung notwendig ist, um die lange Ungewissheit der Fans über die Eigentumsverhältnisse des Vereins zu beenden. Die Premier League hat nun die rechtsverbindliche Zusicherung erhalten, dass das Königreich Saudi-Arabien den Newcastle United Football Club nicht kontrollieren wird."

"Wollen regelmäßig um große Trophäen kämpfen"

In einer offiziellen Erklärung von Newcastle heißt es: "Die Investmentgruppe besteht aus langfristigen, geduldigen Investoren, die volles Vertrauen in den zukünftigen Erfolg des Clubs haben. Die heutige Ankündigung ist der Abschluss eines gründlichen und detaillierten Prozesses, der es der Investorengruppe ermöglicht hat, eine Vereinbarung zu treffen, die allen Beteiligten zugute kommt und Newcastle United in die Lage versetzt, eine klare, langfristige Strategie zu verfolgen.

Seine Exzellenz Yasir Al-Rumayyan, Gouverneur des PIF, wird als Non-Executive Chairman von Newcastle United fungieren. Amanda Staveley, Geschäftsführerin von PCP Capital Partners, wird einen Sitz im Vorstand einnehmen. Jamie Reuben wird als Vertreter von RB Sports & Media ebenfalls in den Vorstand des Vereins eintreten."

Amanda Staveley, CEO von PCP Capital Partners, fügte hinzu: "Dies ist eine langfristige Investition. Wir sind begeistert von den Zukunftsaussichten von Newcastle United. Wir beabsichtigen, dem Verein eine einheitliche Philosophie zu vermitteln, ein klares Ziel zu formulieren und die Führung zu übernehmen, die es Newcastle United ermöglicht, langfristig große Erfolge zu erzielen. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Fans ein konstant erfolgreiches Team zu schaffen, das regelmäßig um große Trophäen kämpft und weltweit für Stolz sorgt."

Menschenrechtsverletzung und Sportswashing: Kritik von Amnesty International

Obwohl der Eigentümerwechsel wahrscheinlich zu Erfolgen auf dem Spielfeld führen wird, wurde die Beteiligung Saudi-Arabiens von vielen kritisiert, unter anderem von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

"Anstatt zuzulassen, dass Personen, die in schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind, in den englischen Fußball eindringen können, nur weil sie tiefe Taschen haben, haben wir die Premier League aufgefordert, den Test ihrer Eigentümer und Direktoren zu ändern, um Menschenrechtsfragen anzugehen", erklärte die Organisation in einem Statement.

Und schrieb weiter: "Der Begriff 'Menschenrechte' taucht im Eigner- und Direktoren-Test nicht einmal auf, obwohl der englische Fußball angeblich die FIFA-Standards einhält. Wir haben der Premier League einen Vorschlag für einen neuen, menschenrechtskonformen Test zugesandt und fordern sie erneut auf, ihre Standards in diesem Bereich zu überarbeiten."

"Wie bei der Formel 1, dem Eliteboxen, dem Golf oder dem Tennis ist eine Assoziation mit dem Spitzenfußball ein sehr attraktives Mittel, um ein Land oder eine Person mit einem angeschlagenen Ruf zu rebrandmarken. Die Premier League muss die Dynamik des Sportswashings besser verstehen und ihre Eigentumsregeln verschärfen."

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