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Präsidentschaftswahl beim FC Barcelona: So läuft die Suche nach Barças neuem Boss

Janne Negelen
Einer von drei Kandidaten wird ab der kommenden Woche Barcas neuer Präsident
Einer von drei Kandidaten wird ab der kommenden Woche Barcas neuer Präsident / David Ramos/Getty Images
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Beim FC Barcelona steht ein geschichtsträchtiger Tag an. Am heutigen Sonntag wählen die Mitglieder des katalanischen Klubs, wer zukünftig die Rolle des Präsidenten einnehmen darf. Zur Wahl stehen drei Kandidaten, die den Klub zurück zum Erfolg führen wollen. Alles Wichtige dazu gibt es hier im Überblick.


1. Was wurde aus dem vorherigen Präsidenten?

Josep Maria Bartomeu
Bartomeu hat die Situation des Klubs über Jahre schöngeredet / Quality Sport Images/Getty Images

Alle sechs Jahre wird ein neuer Klubpräsident gewählt. Der FC Barcelona hat zudem momentan keinen führenden Präsidenten. Seit 2014 bekleidete Josep Maria Bartomeu das Amt, sorgte mit seiner Führung aber für viel Kritik und Chaos im Klub. Der sportliche und wirtschaftliche Verfall ist laut vielen Fans vor allem auf ihn zurückzuführen. In den vergangenen Monaten musste er zurücktreten, da die Anschuldigungen zu groß wurden. Dazu wurde er Anfang dieser Woche verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, mit dem Geld des Vereins Hetzkampagnen gegen Persönlichkeiten wie Messi geführt zu haben.

2. Wann wird gewählt?

Gewählt wird am heutigen Sonntag. Wie bei einer politischen Wahl sind die Lokale und Urnen bis in den frühen Abend geöffnet. Fast 30.000 Mitglieder stimmten auch schon per Briefwahl ab. Gegen 23 Uhr werden bereits die ersten Ergebnisse erwartet.

3. Wer darf einen neuen Präsidenten wählen?

FC Barcelona v Valencia CF - La Liga Santander
Eric Alonso/Getty Images

Wahlberechtigt sind alle volljährigen Vereinsmitglieder des FC Barcelona, die seit mindestens einem Jahr über eine Mitgliedschaft verfügen. Die mehr als 110.000 berechtigten Anhänger dürfen alle jeweils eine Stimme für den favorisierten Kandidaten abgeben.

4. Wer sind die Kandidaten?

Zur Wahl stehen drei Kandidaten, die alle mit unterschiedlichen Profilen und Versprechen antreten.

Joan Laporta: Laporta ist der Favorit auf die Nachfolge. Schon von 2003 bis 2010 hatte er das Präsidentenamt inne und führte Barca damals zu großem Erfolg. Sein Programm verweist vor allem darauf, wie er die Katalanen schon einmal aus einer schwierigen Zeit half. Dazu will er mit Ehrlichkeit überzeugen und viele Dinge transparent machen. Ein weiterer Aspekt macht ihn zur Nummer Eins: Er ist er ein enger Vertrauter von Lionel Messi. Unter Laporta ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass der Argentinier in Barcelona bleibt.

Joan Laporta
Laporta pflegt einen engen Kontakt mit Messi und dessen Vater / Robert Marquardt/Getty Images

Victor Font: Victor Font kann mit der Nostalgie von Laporta nur wenig anfangen. Stattdessen will er Barca wieder ganz auf sich selbst ausrichten. Legenden wie Xavi, Andres Iniesta, Carles Puyol oder sogar Pep Guardiola sollen mit neuen Rollen nach Barcelona zurückkehren. Noch vor einem Jahr kündigte er deshalb an, dass Ronald Koeman nach der Saison keine Zukunft unter ihm haben würde. Davon ruderte er bereits zurück. Dafür will er Messi einen Vertrag über Lebenszeit anbieten. Mit seinem Wahlprogramm hat er sich bei der Mannschaft aber schon unbeliebt gemacht.

Victor Font, Toni Freixa, Joan Laporta
Font ist in der Mannschaft nicht gerade beliebt / David Ramos/Getty Images

Toni Freixa: Somit bleibt noch Toni Freixa, der als klarer Außenseiter gilt. Immerhin wartet der dritte Kandidat mit dem Versprechen des großen Geldes auf. Er habe einen Investor auf seiner Seite, der 250 Millionen Euro für 49 Prozent der Anteile an der Barca Corporate zahlen will. Mit dem Geld soll der Verein saniert und neue Spieler verpflichtet werden. Von Erling Haaland oder Kylian Mbappe nimmt er keinen Abstand. Seine Versprechen klingen allerdings am ehesten nach Verzweiflungsakten.

Spokesman of the legal section of the Ba
Freixa lockt die Fans mit großen Namen / JOSEP LAGO/Getty Images

5. Welche Aufgaben warten auf den neuen Präsidenten?

Die Aufgaben des Bartomeu-Nachfolgers sind klar. Vor allem die Finanzen und die dazugehörigen 1,2 Milliarden Euro Schulden müssen schnell in Angriff genommen werden. Jeder Kandidat plant dafür seine eigene Strategie. Dazu soll natürlich der sportliche Erfolg sowie die Konstanz zurückkehren. Der Aufbau eines Teams mit Perspektive und Titelhunger soll sofort aufgenommen werden. Die Kirsche auf der Torte wäre es darüberhinaus, Lionel Messi doch noch einmal von einem Verbleib zu überzeugen. Auf den neuen Präsidenten wartet also eine Menge Arbeit, die vor allem mit dem Gewinn der Fan-Gunst beginnen wird.

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