FC Barcelona

Coutinho scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben

Guido Müller
Auf der Ersatzbank des FC Barcelona fand sich Philippe Coutinho zuletzt immer häufiger wieder
Auf der Ersatzbank des FC Barcelona fand sich Philippe Coutinho zuletzt immer häufiger wieder / Juan Manuel Serrano Arce/GettyImages
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Irgendwann wird man mal sagen, dass Philippe Coutinho wohl auch ein Stück weit am Druck zerbrochen ist. An dem Druck, der teuerste Neuzugang in der an teuren Neuzugängen nicht gerade armen Historie des FC Barcelona gewesen zu sein.


Lange Zeit haben sich sowohl Spieler als auch Klub (in Person seiner sportlich Verantwortlichen) dagegen gewehrt, das Offensichtliche zu akzeptieren. Nämlich, dass der Philippe Coutinho aus seinen Liverpooler Zeiten ein ganz anderer war als der im Trikot der Blaugrana.

Waren es die insgesamt 135 Millionen Euro, die die Katalanen - gestreckt, und bis heute abstotternd - an den FC Liverpool zahlten? War es der übergroße Schatten, den ein Lionel Messi auf jeden Offensivspieler an seiner Seite warf? Oder war es ganz einfach nur die Tatsache, dass manche Spieler nur in bestimmten Klubs funktionieren?

Bayern-Leihe, Koeman und Xavi - nirgendwo gelang Coutinho der Durchbruch

Vermutlich war es von allem etwas. Und wie gesagt - sie haben nichts unversucht gelassen, in Can Barça. Xavis Vorgänger auf der Trainerbank im Nou Camp, Ronald Koeman, versicherte sogar noch, sich auf Coutinhos Rückkehr zu freuen. Dieser war gerade, wenn auch ohne eigenes Zutun, Champions-League-Sieger mit dem FC Bayern geworden.

Doch weil die Münchener mit der teuren Leihgabe auch nach dem Triumph von Lissabon nicht viel anfangen konnten, musste Coutinho nach Barcelona zurückkehren. Dort verlor auch Koeman schnell die Geduld mit dem Brasilianer.

Koemans Nachfolger Xavi beschränkte sich dann, kurz nach seinem Amtsantritt, auf die diplomatische Floskel, ihm wie jedem anderen Spieler im Kader auch eine faire Chance geben zu wollen.

Doch angesichts der gen Null tendierenden Leistungen des Brasilianer war auch diese Chance schnell dahin. Statt sich unter Xavi freizuspielen, muss Coutinho mit ansehen, wie ihm Nachwuchstalente wie Nico oder Gavi (um nur mal zwei zu nennen) Stück für Stück den Rang abliefen.

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Nico (li.) und Gavi (hier im CL-Spiel in Kiew) liegen in der Barça-Hierarchie mittlerweile vor Coutinho / SERGEI SUPINSKY/GettyImages

Lange Zeit sah es danach aus, als würde sich Coutinho mit dieser Situation abfinden und seinen Vertrag in Barcelona aussitzen wollen. Doch dem steht ein Großereignis im kommenden Jahr im Weg.

Katar 2022 - und Coutinho will dabei sein

Denn die WM in Katar könnte für den 29-Jährigen schon das letzte große Turnier seiner Karriere werden. Wenn er es überhaupt in den Kader der canarinha schafft. Eine Dauer-Arbeitslosigkeit im Nou Camp ist natürlich kein Empfehlungsschreiben für Nationaltrainer Tite.

Dementsprechend scheint nun auch beim Spieler ein Sinneswandel erfolgt zu sein. Dass der FC Barcelona einen der teuersten Spieler, ohne jeden sportlichen Gegenwert, lieber heute als morgen loswerden würde, versteht sich sowieso von selbst.

Interesse von Newcastle, Arsenal und Tottenham

Anfragen soll es, laut Mundo Deportivo, auch aus Coutinhos früherer sportlichen Heimat, der Premier League, geben. Neben den neureichen Elstern aus Newcastle sollen sich auch der FC Arsenal und Tottenham mit dem Südamerikaner beschäftigen.

Zu ersteren jedoch will Coutinho auf keinen Fall. Doch angesichts des steigenden Zeitdrucks (ein Sommerwechsel könnte für ihn schon zu spät sein, um sich für das brasilianische Nationalteam zu empfehlen) könnte auch hier nochmals ein Umdenken bei ihm stattfinden.

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