"Peinlich" - Kroos reagiert auf Saudi-Wechsel von Mittelfeld-Juwel Veiga

  • Der 21-Jährige war von zahlreichen europäischen Topklubs umworben
  • Der Transfer-Wahnsinn in Saudi-Arabien erreicht eine neue Dimension
  • Deutliche Kritik von Toni Kroos spricht Fans aus der Seele
Mit 21 Jahren in die Wüste: Gabri Veiga
Mit 21 Jahren in die Wüste: Gabri Veiga / Octavio Passos/GettyImages
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Den Lockrufen des Wüsten-Geldes können offenbar nicht mal mehr die größten Talente Europas widerstehen. Zumindest Gabri Veiga nicht. Der 21-Jährige geht lieber nach Saudi-Arabien als zu einem europäischen Topklub. Toni Kroos findet das einfach "peinlich"!

So langsam wird es unheimlich... Mit Gabri Veiga wechselt eines der größten Mittelfeldtalente Europas nach Saudi-Arabien. Das 21-jährige Eigengewächs von Celta Vigo war auf dem Transfermarkt über den ganzen Sommer hinweg ein gefragtes Juwel. So gut wie jeder Topklub Europas wurde bereits mit dem spanischen U21-Nationalspieler in Verbindung gebracht.

Zuletzt war vor allem die SSC Neapel an Veiga interessiert. Doch statt zum italienischen Meister geht es nun in die Wüste zu Al-Ahli. Dort wird er unter anderem auf die Star-Neuzugänge Edouard Mendy, Roger Ibañez, Merih Demiral, Franck Kessié, Allan Saint-Maximin, Riyad Mahrez und Roberto Firmino treffen. Laut italienischen Medienberichten fließt eine Ablöse von rund 40 Millionen Euro. Der Tabellenzweite der Saudi Pro League hat sich in diesem Sommer mit dann über 180 Millionen Euro Ausgaben eine All-Star-Truppe aus Europa zusammengekauft.

Anders als die meisten seiner neuen Mitspieler, die aus Europa wechselten, hat Veiga aber seine ganze Karriere noch vor sich. Der Schritt des 21-Jährigen in die Wüste stellt nochmals eine neue Dimension des Saudi-Transfer-Booms da! Bei Al-Ahli soll Veiga im Übrigen 12,5 Millionen Euro netto im Jahr kassieren!

"Peinlich" und "schlechtes Vorbild" - Toni Kroos mit deutlicher Meinung zu Saudi-Wechseln

Celta Vigos Trainer Rafa Benítez findet den Transfer des Youngsters in die Wüste gar nicht schlimm - im Gegenteil: "Der Deal wird Gabri Veigas Leben im positiven Sinne verändern. Es tut weh, aber es hilft dem Klub finanziell enorm." Ohnehin würde ein Wechsel in eine Liga außerhalb Europas nicht das Ende der Karriere bedeuten. "Zu den Saudis gehen mit 20? Es ist nicht nur ein Platz für alte Spieler. Ich habe Carrasco in China trainiert, dann ist er zurückgekommen und spielt jetzt in der Champions League [bei Atletico, Anm. d. Red.]."

Toni Kroos sieht das allerdings ganz anders. "So ein Einschnitt in seine sportliche Karriere, von seinen Ansprüchen, das nur wegen Geld so runterzuschrauben - davon bin ich kein Fan. Das ist ein unfassbar schlechtes Vorbild für ganz viele junge Jugendspieler", erklärte er in seinem Podcast 'Einfach mal luppen'. Dabei bezog sich Kroos aber nicht auf Veiga, sondern allgemein auf die Wechsel vieler Spieler in die Wüste (CR7 und Benzema schloss er von dieser Kritik aus).

Der Bezug auf Veiga folgte später. Kroos kommentierte einen Instagram-Post von Transferguru Fabrizio Romano, der die Einigung von Veiga mit Al-Ahli verkündete. Kroos' Kommentar war nur ein Wort: "peinlich"!

Ähnlich dürfte das auch Mats Hummels sehen. Im neuen Podcast von Tommi Schmitt 'Copa TS' wurde der BVB-Altmeister auch zu Wechseln nach Saudi-Arabien befragt. "Es gab eine Handvoll Wechsel, bei denen ich mir dachte: Vielleicht wäre die sportliche Ambition doch das, was du an Nummer eins stellen solltest.
Geld hast du eh schon genug."

Kroos und Hummels dürften damit vielen Fans aus der Seele sprechen. Allein, es wird Saudi-Arabien nicht daran hindern, weitere Großtransfers aus Europa zu tätigen. Wie wir am Beispiel Veiga sehen, sogar bei großen Talenten vor ihrer Blütezeit.