Neymar

Ex-PSG-Spieler Rothen fordert Bankplatz für Neymar - "Mehr Problem als Lösung"

Guido Müller
Von seiner Bestform meilenweit entfernt: Neymar
Von seiner Bestform meilenweit entfernt: Neymar / ATPImages/GettyImages
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Ein einstiger Klub-Retter darf auch mal unbequem mit seinem früheren Arbeitgeber sein. Dachte sich wohl auch Jerome Rothen dieser Tage - und schoss eine volle Ladung gegen PSG-Star Neymar ab.


Jerome Rothen - die ganz jungen unter den Lesern werden nicht so viel mit dem Namen anfangen können. Aber zwischen 2004 und 2010 verteidigte der Offensivmann über sechs Jahre hinweg das Trikot von Paris St. Germain.

Gekommen war Rothen zuvor von der AS Monaco, wo er im Gespann mit Dado Prso und Ludovic Giuly in der Saison zuvor (2003/04) in der Champions League für Furore sorgte und sich erst im Finale dem FC Porto geschlagen geben musste.

Paris Saint-Germain's midfielder Jerome
Kickte zwischen 2004 und 2010 für die PSG: Jerome Rothen / MARTIN BUREAU/GettyImages

In Paris lief es jedoch zunächst nicht so gut für den 13-fachen französischen Nationalspieler. Doch gerade noch rechtzeitig vor dem durchaus möglichen Abstieg der Pariser (in der Saison 2006/07) kam er wieder in Form und hatte einen nicht unerheblichen Anteil an der Vermeidung des Abstiegs in Liga 2.

Schon als Spieler zeigte sich Rothen meinungsstark. Für manchen im Klub offenbar zu meinungsstark. Im Juli 2009 wurde ihm dies schließlich zum Verhängnis, als der Klub ihn wegen kritischer Aussagen bezüglich der sportlichen Entwicklung des Vereins zunächst beurlaubte und anschließend an die Rangers aus Glasgow verlieh.

Richtig auf die Beine kam Rothen in Paris danach nicht mehr. Im Oktober 2010 löste er den Vertrag mit den Hauptstädtern auf.

Doch seiner kompromisslosen Art, die Dinge des Fußballs schonungslos zu analysieren, tat das keinen Abbruch. Beim Sender Radio Montecarlo hat Rothen seit einiger Zeit sein eigenes Format (Rothen s´enflamme), in dem er auch die Situation bei PSG regelmäßig unter die Lupe nimmt.

"Neymar zur Zeit nicht entscheidend!"

Und in diesem Forum schoss er nun extrem scharf gegen den Möchtegern-Superstar Neymar. "Es ist nicht notwendig, auf hohem Niveau gespielt zu haben, um zu sehen, dass Neymar zur Zeit nicht entscheidend ist. Er ist weniger wirkungsvoll, weniger kreativ und auch weniger aufopfernd. Er liegt auf allen Ebenen unter seinen zuvor gezeigten Leistungen." (via as.com)

Doch dabei blieb es nicht. "Unglücklicherweise hat er sich mittlerweile mehr zum Problem denn zur Lösung für das Team entwickelt. Darüber hinaus stellt er auch ein großes Problem für den Trainer dar, denn einen Neymar kann man nicht wie andere Spieler behandeln."

Darum bemüht, einen Lösungsansatz zu finden, fuhr Rothen mit seiner Analyse fort: "Wenn er sich in dieser Verfassung befindet, muss man sich schon fragen, warum Pochettino weiterhin systematisch auf ihn setzt."

Rothen empfiehlt Bankplatz für Neymar!

Und beantwortet die rhetorische Frage gleich selbst: "Eine Weile auf der Bank, um als Einwechselspieler reinzukommen, könnte ihn wieder voranbringen. Deshalb verstehe ich nicht, warum der Trainer ihn auf dem Feld lässt, obwohl jeder sieht, dass er unter seine Möglichkeiten spielt. Stattdessen bekommt er weiterhin seine Privilegien."

Bei aller Schärfe von Rothens Aussagen - die diesjährige Leistungsbilanz des Brasilianers gibt ihm vollumfänglich recht: 1 Tor und 2 Vorlagen in 8 wettbewerbsübergreifenden Spielen (in Liga und Champions League) sind wahrhaftig nicht das, was man von einem vermeintlichen Superstar erwarten kann.

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