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Paris SG

Aus dem Kontext gerissenes Interview: PSG verärgert Mbappé

Guido Müller
Ist verärgert über den jüngsten Schachzug seines Noch-Klubs: Kylian Mbappé
Ist verärgert über den jüngsten Schachzug seines Noch-Klubs: Kylian Mbappé / John Berry/Getty Images
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Im Dauer-Transferdrama dieses Sommers, protagonisiert von Kylian Mbappé und seinem Noch-Arbeitgeber Paris St. Germain (und mit Real Madrid in der Rolle des besten Nebendarstellers), hat der französische Klub jetzt ein weiteres Kapitel hinzugefügt - und die Eskalationsskala um (mindestens) eine Windung erhöht. Sehr zur Verärgerung seines 22-jährigen Superstars.


Denn der musste diese Woche tatenlos zusehen, wie das offizielle Vereinsmagazin einige von ihm im Mai getätigten Aussagen völlig aus dem Kontext gerissen und nun, zwei Monate später, publiziert hat.

Zentraler Satz des Interviews war die Aussage Mbappés, davon zu träumen, mit PSG eines Tages die Champions League zu gewinnen.

Damit sollte wohl den PSG-Anhängern suggeriert werden, dass der Spieler auch weiterhin über eine Zukunft in Paris über den Sommer 2022 hinaus nachdenkt.

Was jedoch ganz und gar nicht zu den zuletzt getätigten Aussagen (und Nicht-Aussagen) des Spielers passen will.

Mbappé hat seine Entscheidung schon längst getroffen

Denn der Weltmeister von 2018 hat auf alle bisherigen Angebote einer Vertragsverlängerung noch immer mit dröhnendem Schweigen reagiert. Und das bedeutet im Fußball meist ein "nein".

Nasser Al Khelaifi, Kylian Mbappe
Ein Bild aus harmonischeren Zeiten: Mbappé und Al Khelaifi bei der Präsentation des Spielers vor drei Jahren / Jean Catuffe/Getty Images

Ginge es Mbappé nur um den rein finanziellen Aspekt, hätte er sein Ja-Wort schon längst gegeben. Denn mehr als das, was die Franzosen ihm zu zahlen bereit sind, wird er wohl bei keinem anderen Klub verdienen können. Auch nicht bei Real Madrid.

Die Tatsache also, dass der Angreifer den finanziell üppig untermalten Lockrufen der katarischen Klub-Führung um ihren Vorstandsvorsitzenden Nasser Al-Khelaifi bislang widerstanden hat, deutet somit ganz klar auf die Präferenzen des Spielers hin: er will sich in einem Klub wie Real Madrid, dem Traum eines (fast) jeden Fußballspielers, beweisen.

Darüber hinaus soll Mbappé Anfang Juli, so berichtete es damals die französische Fachzeitschrift L'Équipe, auch den Vereinsbossen bereits unmissverständlich mitgeteilt haben, seinen im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen.

Doch trotz dieser eigentlich kaum noch zu übersehenden Klarheit und Determination bezüglich der Entscheidung des Spielers, spielt sein Noch-Klub nun diese Karte eines aus dem zeitlichen Zusammenhang gerissenen Interviews.

Sehr zur Verärgerung Mbappés und seines Umfeldes, die sich laut L'Équipe mit dieser tendenziösen Berichterstattung des vereinsinternen Mediums berechtigterweise manipuliert fühlen.

Indes dürften trotzdem wahrscheinlich nur noch die realitätsfernsten Anhänger des Hauptstadtklubs an eine längerfristige Zukunft ihres Superstars im Prinzenpark glauben.

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