90min
facebooktwitterinstagramyoutuberss

Papadopoulos bettelt um Schalke-Rückkehr - diese würde keinen Sinn ergeben

Kyriakos Papadopoulos
Eine gute Zeit auf Schalke: Die wird sich für Papadopoulos aber nicht wiederholen | EuroFootball/Getty Images

Kyriakos Papadopoulos hat sich eigenhändig bei Schalke ins Gespräch gebracht. Eine Rückkehr wäre sein Ziel, zudem sei der Verein ohnehin riesig mit vielen tollen Fans, wusste der Abwehrspieler zu schwärmen. Ein erneutes Engagement würde aus S04-Sicht jedoch keinerlei Sinn ergeben.

Zwischen 2010 und 2014 lief Kyriakos Papadopoulos für Schalke 04 auf, absolvierte in dieser Zeit 97 Pflichtspiele für den Klub. Seine erste und gleichzeitig erfolgreichste Station im deutschen Fußball - sowohl für ihn persönlich, als auch vom Gewinn des DFB-Pokals (2010/11) und des Superpokals (2011/12) gekrönt.

Nun bettelt er nahezu, wieder zu Königsblau zurückkehren zu können. Gegenüber Sport1 brachte er sich nun selbst ins Gespräch: "Ich hatte meine besten Jahre auf Schalke. Ich war dort so glücklich wie nie. Schalke ist ein riesiger Klub und wer will nicht dorthin? [...] Ich will keine zwei Millionen Euro, würde natürlich auch für weniger Geld nach Schalke kommen." Zudem sehe er sich mit 28 Jahren "auf hohem Niveau", auf dem er dem S04 noch gerne helfen würde und seiner Einschätzung nach auch könnte.

FBL-GER-BUNDESLIGA-SCHALKE-MAINZ
Beim S04 gehörte Papadopoulos einige Jahre zum Stammpersonal | PATRIK STOLLARZ/Getty Images

Dass sich ein Spieler gerne an eine erfolgreiche und glückliche Zeit bei einem Ex-Klub erinnert, ist zunächst nicht außergewöhnlich. Papadopoulos hingegen schickt unmittelbar ein Bewerbungsschreiben los, zusammen mit dem Bitten um eine Chance, wie es dann doch eher selten zu sehen ist. Auch er wird wissen: Aus diesem Wunsch wird nichts werden.

Papadopoulos schwärmt von Schalke-Rückkehr - doch der Klub hat keinerlei Bedarf

Und das ist auch richtig so. Dass die gemeinsamen vier Jahre Früchte getragen haben, ist nicht abzustreiten - und trotzdem spricht nichts für eine erneute Verpflichtung. Schon mit dem ersten Blick auf die aktuelle Besetzung der Schalker Innenverteidigung wird sichtbar, dass kein weiterer Neuzugang nötig ist. Mit Ozan Kabak und Salif Sané hat man das wahrscheinliche Stammspieler-Duo mit enorm starken Werten und Auftritten, Matija Nastasic und Benjamin Stambouli dürfen ebenfalls nicht vergessen werden. Dahinter warten Timo Becker (23) und Perspektivspieler Malick Thiaw (19) auf Spielpraxis. Weder quantitativ, noch qualitativ ist dort Platz für den Griechen.

Des Weiteren ist jede einzelne finanzielle Belastung, die nicht absolut notwendig ist, derzeit kein Thema. Die wirtschaftliche Lage des Klubs war schon längst angespannt, durch die Coronakrise und die damit einhergehenden Einbußen (vor allem fehlende Ticketeinnahmen) muss der Gürtel so eng geschnallt werden, wie möglich. Somit ist es völlig zweitrangig, ob Papadopoulos einen Kumpel-Rabatt anbieten würde: Egal ob 500.000 Euro, eine Million oder sonstwas - Gehalt, was nicht zwangsweise bezahlt werden muss, wird es nicht geben.

Kiriakos Papadopoulos, Walace
Für den HSV absolvierte er vor über einem Jahr das letzte Spiel | TF-Images/Getty Images

Ohnehin ist es fraglich, ob er Schalke sportlich helfen würde. An den Stammspielern in der S04-Innenverteidigung käme er garantiert nicht vorbei und auch die wahrscheinlichen Backups sind ihm inzwischen voraus - dafür waren seine letzten Jahre aus sportlicher Sicht schlichtweg ungenügend. Nicht nur, was die Leistungen und die sehr geringen Einsatzzeiten an sich betrifft, sondern auch das Zwischenmenschliche geriet teilweise und speziell beim Hamburger SV unter die Räder.

Das erhoffte Gespräch mit Sportvorstand Jochen Schneider ("Ich wäre glücklich, wenn Herr Schneider mich anrufen würde"), wird wohl ins Wasser fallen. Dass es "ein Traum" wäre, wieder für Königsblau aufzulaufen spricht für damalige Zeit, die man gemeinsam bestritten hat - Schalke hinterlässt gute Eindrücke. Das heißt aber nicht, dass es sechs Jahre später auch zum Wiedersehen kommen muss, kommen sollte oder kommen wird. Es besteht kein Bedarf, quantitativ wie qualitativ, bei einem strengen Sparkurs.