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Ligue 1

Olympique Lyon: Als Luis Suárez beinahe Karim Benzema ersetzt hätte

Guido Müller
Spielten mehrere Clásicos gegeneinander: Karim Benzema (li.) und Luis Suárez (re.) In der Mitte Modric
Spielten mehrere Clásicos gegeneinander: Karim Benzema (li.) und Luis Suárez (re.) In der Mitte Modric / Denis Doyle/GettyImages
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Was tun als Klub, wenn Real Madrid dir gerade den besten Stürmer weggekauft hat? Genau vor dieser Frage stand im Sommer 2009 die Olympique Lyonnais, nachdem das vielversprechende Sturmtalent Karim Benzema (damals zarte 21 Jahre jung) den ganz großen Sprung zu Real Madrid gewagt hatte.


35 Millionen Euro kassierte der "OL" damals von den Königlichen - hatte aber eines der größten Stürmer-Talente weltweit verloren.

Real Madrid's new player French Karim Be
Benzema bei seiner Präsentation als neuer Real-Spieler im Sommer 2009. Rechts Reals Ehrenpräsident Alfredo di Stéfano / PHILIPPE DESMAZES/GettyImages

Vor allem in seinen letzten beiden Spielzeiten beim Klub aus der Rhone-Alpes-Region legte Benzema eine für sein Alter erstaunliche Kaltblütigkeit an den Tag. Kein Wunder, bei dem Vorbild. Das war nämlich schon zu Kinderzeiten der große Ronaldo Nazário de Lima.

Und Benzemas Bilanz aus diesem Zeitraum kam der des Brasilianers zumindest nahe: In der Saison 2007/08 traf der Angreifer mit algerischen Wurzeln in 52 Pflichtspielen beeindruckende 31 Mal (nebst 10 Vorlagen). Ein Jahr später kam er immerhin noch auf 29 direkte Torbeteiligungen (23 Treffer, 6 Assists) in 47 Spielen.

Es würde also, das stand im Sommer 2009 bereits fest, mehr als schwierig werden, adäquaten Ersatz zu beschaffen. Der damalige Trainer der Lyoner, Claude Puel, erinnert sich: "Karim war gegangen, wenige Monate zuvor auch Fred. Wir mussten ein neues Kapitel aufschlagen. Diese beiden Spieler zu ersetzen wurde zu einer Mammut-Aufgabe." (via as.com)

López und Suárez die Optionen für Benzema-Nachfolge

Dutch Eredivisie - Ajax v Feyenoord
Für Ajax traf Suárez in 159 Spielen beachtliche 111 Mal! / VI-Images/GettyImages

"Lisandro López und Luis Suárez, der damals bei Ajax spielte, waren unsere Optionen. Der Uruguayer gefiel mir sehr, aber am Ende entschieden wir uns für Lisandro, der vom FC Porto kam und mehr europäische Referenzen vorzuweisen hatte."

Argentinian forward Lisandro Lopez (C) p
López bei seiner Vorstellung in Lyon im Sommer 2009 / PHILIPPE MERLE/GettyImages

Tatsächlich lagen die Franzosen mit López nicht so falsch. Der Argentinier läutete schließlich eine vierjährige Epoche ein, in der ihm in insgesamt 168 Pflichtspielen für "OL" starke 106 direkte Torbeteiligungen (82 Tore, 24 Vorlagen) gelangen.

Doch das Bessere ist der Feind des Guten, heißt es im Volksmund. Natürlich ist es heute müßig, darüber zu spekulieren, was hätte geschehen können, wenn... Spaß macht es jedoch allemal.

Nach Benzemas Abgang konnte Lyon keine Meisterschaft mehr gewinnen

Ein Blick auf die Vereinschronik der Südfranzosen enthüllt nämlich, dass in der Saison 2007/08 (der vorletzten von Benzema) die letzte Meisterschaft (und der Pokal) gewonnen werden konnte.

Die Titelbilanz von Benzemas Nachfolger López - mit lediglich einem Pokalsieg (2012) - wirkt im Vergleich zu der seines Vorgängers (vier französische Meisterschaften plus ein Pokal) fast schon kümmerlich.

Wer weiß, ob Lyon mit Luis Suárez (der während der Jahre zwischen 2009 und 2013 für Ajax und Liverpool Tore wie am Fließband schoss) am Ende nicht doch besser gefahren wäre.

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