No Sancho, no party? Dortmunds schwieriger Umgang mit dem Rückkehrer

  • Sancho fehlte in Heidenheim schmerzlich
  • BVB bei Umgang mit Sancho bewusst sehr vorsichtig

Jadon Sancho fehlte dem BVB in Heidenheim
Jadon Sancho fehlte dem BVB in Heidenheim / Dean Mouhtaropoulos/GettyImages
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Auf der einen Seite profitiert Borussia Dortmund stark von Jadon Sancho. Auf der anderen Seite muss der BVB aber auch sehr vorsichtig mit dem Leih-Rückkehrer umgehen. Ein schwarzgelbes Vabanquespiel!

Die Euphorie um Jadon Sancho war in Dortmund groß, als der 23-Jährigen in diesem Winter von Manchester United zurückkehrte. Getrübt wurde sie lediglich von der Tatsache, dass das Comeback in Schwarzgelb sehr wahrscheinlich nur auf ein halbes Jahr begrenzt sein wird.

Sancho-Start entfachte Euphorie

Dass Sancho vor seinem Leih-Wechsel bei Manchester United völlig außen vor war und monatelang nur trainieren durfte, schien dagegen der Euphorie keinen großen Abbruch zu tun. Zu präsent waren vielen BVB-Fans noch Sanchos Fabelleistungen aus seiner ersten Dortmund-Zeit.

Die Verantwortlichen sollen sich vor dem Deal genauestens darüber informiert haben, wie der Fitnesszustand des Edeltechnikers aussieht. Vor dem Start ins neue Fußballjahr erklärte Trainer Edin Terzic, Sancho habe eine "hohe natürliche Fitness". Und so brachte er den Außenstürmer schon zum Auftakt in Darmstadt - etwas überraschend - bereits als Joker für 35 Minuten. Im darauffolgenden Spiel in Köln stand Sancho sogar schon in der Startelf.

Mit zwei Assists in diesen beiden Spielen, ließ Sancho die Hoffnungen weiter wachsen. Auch wenn darauf gegen Bochum keine direkte Torbeteiligung herausssprang, wuchs die Euphorie weiter. Der BVB gewann auch gegen den VfL.

Kein Sancho in Heidenheim - der erste Dämpfer

Den ersten größeren Dämpfer erhielt die Euphorie am vergangenen Freitag. Sancho musste angeschlagen passen und reiste gar nicht erst mit nach Heidenheim. Gegen den Bundesliga-Neuling gab es ein uninspiriertes torloses Remis.

"Wir gehen davon aus, dass sie Anfang der Woche wieder zur Verfügung stehen", erklärte Terzic nach dem 0:0 in Bezug auf Sancho und die ebenfalls fehlenden Marco Reus, Julian Brandt und Gregor Kobel. "Jadon hatte eine muskuläre Reaktion. Da hoffen wir, dass er in den nächsten Tagen wieder ins Training einsteigen kann, so dass sie alle hoffentlich am nächsten Freitag gegen Freiburg wieder zur Verfügung stehen", so Terzic weiter.

Den 21. Spieltag wird der BVB erneut Freitagabend eröffnen. Dieses Mal mit einem Heimspiel gegen den Sport-Club. Und hoffentlich wieder mit Jadon Sancho.

Der BVB ist abhängiger denn je von Sancho

In Heidenheim wurde deutlich, dass es dem BVB ohne Sancho (und auch Brandt und Reus) an Spielern fehlt, die eine gut stehende Defensive vor Probleme stellen kann. Es braucht im aktuellen BVB-System die viel zitierten "Unterschiedsspieler" mehr denn je. In Heidenheim wurde das sehr deutlich.

Denn die Dortmunder Mannschaft tut sich weiterhin extrem schwer im eigenen Ballvortrag aus dem eigenen Drittel. In Heidenheim half da auch der starke Leih-Neuzugang Ian Matsen als Linksverteidiger nur bedingt. Mit dem Niederländer stellte der BVB seinen Vortrag auf einen 3-2-Aufbau um. Matsen rückt dabei von der Linksverteidiger-Position in den Sechser-Raum vor der Abwehr. Doch der FCH entzauberte die neue Variante schnell, noch vor der Halbzeit stellte Terzic mit seinem neuen Trainerteam (Sahin, Bender) wieder um und Matsen sollte den "klassischen Linksverteidiger" geben. Allein, auch in Halbzeit zwei wurde der BVB im Spiel nach vorne kaum gefährlicher.

Der BVB muss bei Sancho extrem vorsichtig sein

Womit wir wieder bei Sancho wären. Seine Dribblings und Kreativität fehlte dem BVB merklich. Im Umgang mit dem Rückkehrer ist dennoch weiter höchste Vorsicht gefragt. Denn trotz monatelnagem Trainings fehlt dem 23-Jährigen schlicht und einfach die regelmäßige Spielpraxis und damit auch Spielfitness. Muskuläre Probleme müssen demnach mit besonderer Vorsicht behandelt werden.

Und so wird Sancho im Zweifelsfall eher mal nicht eingesetzt oder früher vom Feld genommen. Sollte er sich schlimmer verletzten, wird seine Zeit in Dortmund noch mehr begrenzt. Er selbst bekäme weniger Gelegenheiten, sich zu präsentieren.

Die ganz entscheidenden Saison-Wochen stehen für den BVB und Sancho ohnehin noch an. Bis dahin wird weiterhin extreme Vorsicht geboten sein. Damit es in den Monaten bis Saisonende weniger heißt: No Sancho, no party. Sondern viel öfter: BVB-Party mit Sancho!


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