Nagelsmann führt beim FC Bayern einen Strafenkatalog ein

Yannik Möller
Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Einen Strafenkatalog hatte es beim FC Bayern über mehrere Jahre nicht gegeben - nun wurde er wieder eingeführt. Insbesondere die Pünktlichkeit spielt dabei eine gewichtige Rolle.

Normalerweise kommt der FC Bayern ohne einen Strafenkatalog aus. Interne Vorkommnisse, insofern es sie denn gibt, werden auch intern und individuell besprochen. Seit mehreren Jahren gab es keinen festgelegten Katalog.

Das hat sich inzwischen aber wieder geändert, wie die Bild berichtet. Ab sofort hängt in der Spielerkabine wieder eine Übersicht mit diversen Vergehen und den dazugehörigen Strafen.

Strafenkatalog-Comeback in München: Eher eine Botschaft als ein unbedingt notwendiger Schritt

Demnach ist dieser Schritt aber keine Reaktion auf die letzten Unzulänglichkeiten seitens Leroy Sané, was ein pünktliches Erscheinen zu Treffen, Abfahrten oder ähnlichen Dingen betrifft. Bereits nach dem Hinspiel-Sieg gegen Paris Saint-Germain wurde der Katalog gegenüber der Mannschaft vorgestellt. Als Initiatoren gelten Teammanagerin Kathleen Krüger und Team-Psychologe Max Pelka.

Die Sportliche Führung um Julian Nagelsmann hat die Entscheidung sowie den Katalog an sich abgenickt. Seitdem ist er auch in Kraft getreten.

Grundsätzlich soll der Strafenkatalog aber für ein anderes Mindset sorgen und ist weniger als absolutes Muss anzusehen, etwa weil es vermehrt zu Undiszipliniertheiten gekommen wäre. Das ist in dieser Form nicht der Fall.

Viel eher soll er eine Message senden, deshalb auch der Zeitpunkt nach dem Sieg über PSG: In allen drei Wettbewerben sind Titel möglich, wenn wir uns dafür bereit und fokussiert genug zeigen.

Kingsley Coman, Thomas Mueller, Jamal Musiala, Alphonso Davies
Die Bayern-Stars unterliegen wieder einem Strafenkatalog / Boris Streubel/GettyImages

Der wichtigste Punkt im neuen Strafenkatalog: Pünktlichkeit. Der Bild zufolge gibt es für Verspätungen ab sofort Geldstrafen. Das gilt auch dann, wenn ein Spieler zu spät auf dem Trainingsplatz erscheint. Auch der gesonderte Fall eines Zuspätkommens zur Bus-Abfahrt zum Stadion ist darin aufgeführt. Dann gibt es eine Geldstrafe und der betroffene Spieler muss seine Anreise selbst organisieren.

Deshalb musste Sané, als er den Bus vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach verpasste, obwohl er in der Theorie noch eben so rechtzeitig vor Ort, der Bus jedoch schon abgefahren war, auch mit seinem privaten Auto hinterherfahren.

Insgesamt soll der Katalog aber den Fokus der Spieler schärfen. Sie sollen sich bewusst sein, dass große Erfolge möglich sind, wenn in dieser so entscheidenden Saisonphase konzentriert und diszipliniert gearbeitet wird. Dem Bericht zufolge hat diese Maßnahme zuletzt schon eine erste Wirkung entfaltet: Alle Akteure seien in den letzten Tagen "überpünktlich" gewesen.

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