Naby Keita und der FC Liverpool: Das Missverständnis vor seinem Ende

Naby Keïta wurde bislang nicht glücklich in Liverpool
Naby Keïta wurde bislang nicht glücklich in Liverpool / Visionhaus/Getty Images
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Seit fast drei Jahren spielt der ehemalige Leipziger Naby Keita beim FC Liverpool, doch konnte der Mann aus Guinea dort bislang in keinster Weise an seine begnadeten Auftritte aus der Bundesliga anknüpfen. Vieles deutet darauf hin, dass Keita die Reds nach der laufenden Saison verlassen könnte - oder vielmehr sollte.


Was waren das noch für Zeiten, als dieser kleine, geniale und energetische Naby Keita von 2016 bis 2018 die Bundesliga begeisterte. Ganz allein brachte er dem als Konzern-Klub verschrienen Verein RB Leipzig dreifache Sympathiepunkte ein, zu einem Titel reichte es jedoch mit Leipzig nicht.

Nach seinem Wechsel zum FC Liverpool konnte Keita dieses Manko ausmerzen, immerhin darf er sich mittlerweile als Gewinner der Champions League 2019 und als Englischer Meister 2020 betiteln. Allerdings sorgten viele Verletzungen dafür, dass er im Ensemble der Liverpooler Stars nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Seit seiner Ankunft absolvierte er zwar bereits 76 Partien für die Reds, doch im Schnitt stand er dabei nur rund 50 Minuten auf dem Feld. Schon in seiner ersten Saison in Liverpool verpasste er zehn Spiele aufgrund von verschiedenen Blessuren, weitere zehn Partien verfolgte er über 90 Minuten von der Bank.

In seinem zweiten Jahr unter Jürgen Klopp waren es schon 17 Spiele, in denen Keita wegen einer Verletzung oder Krankheit fehlte, wiederum zehnmal saß er nur auf der Bank. In der laufenden Spielzeit sorgte hauptsächlich eine Knöchelverletzung dafür, dass Keita satte 22 Spiele verpasste und bislang nur zehnmal in der Premier League auf dem Feld stand - auch hier wieder im Durchschnitt für rund 50 Minuten.

Dabei sind es nicht nur die unzähligen Verletzungen, die Keita in Liverpool nie so richtig warm werden ließen. Vielmehr passte es auch von Beginn an im systematischen Bereich eher suboptimal. Ein Problem, das auch der im Sommer 2020 verpflichtete Thiago bislang erfahren musste.

Keita sollte sich eine neue Aufgabe suchen - Leicester angeblich stark interessiert

Auch der ehemalige Regisseur des FC Bayern tut sich in seiner ersten Spielzeit in Liverpool extrem schwer, seinen gewohnten Einfluss auf den Rasen zu bringen. Oft wie ein Fremdkörper wirkend, wird Thiago bisweilen einfach überhaupt nicht eingebunden in das Offensiv-Konzept der Reds.

Die Parallele zu Keita ist dabei augenscheinlich, dass beide zu der Kategorie Spieler gehören, die ein ganz bestimmtes und auf sie zugeschnittenes System benötigen, um ihre volle Kapazität auszuschöpfen. Lang und weit auf Salah, Mané und Firmino kommt den beiden Antreibern alles andere als entgegen.

Die Ankunft des Spaniers sorgte zudem dafür, dass Keita nun noch einen Konkurrenten mehr abzuwehren hat. Demnach wäre es nicht verwunderlich, wenn sich der Ex-Leipziger selbst einen Gefallen tut und trotz seines bis 2023 laufenden Vertrages schon im kommenden Sommer eine Veränderung vornimmt.

Naby Keita
Naby Keita war von 2016 bis 2018 einer der besten Spieler der Bundesliga / Simon Hofmann/Getty Images

Ein letztes Zeichen dafür, dass die Ehe zwischen Keita und Klopp gescheitert ist, konnte man am vergangenen Dienstag in der Partie bei Real Madrid bewundern. Nachdem der 26-Jährige aus Leistungsgründen in der 42. Minute des Königsklassen-Viertelfinales vom Platz genommen und durch Thiago ersetzt worden war, scheint das Thema beendet zu sein.

Klopps wenig nachvollziehbare Handlung, nicht einmal bis zur Halbzeit zu warten, sollte als Signal für eine baldige Trennung verstanden werden können. Wie die spanische AS nun berichtet, soll sich besonders Leicester City um die Dienste Keitas bemühen. Der Trainer der Foxes, Brendan Rodgers, gelte demnach als großer Fan des Guineers und habe zudem die Klubführung Leicesters bereits aufgefordert, die kolportiert benötigten 35 Millionen Euro für eine Verpflichtung des scheinbar in Liverpool gescheiterten Spielers freizumachen.

Bei Leicester City könnte Keita den benötigten Schritt zurückgehen, der ihm eventuell wieder zu alter Stärke verhilft. Denn dass der Junge kicken kann, weiß man besonders in Deutschland nur zu gut.