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Bundesliga

Mini-Derby im Ruhrgebiet - Aufsteiger Bochum empfängt den BVB

Malte Henkevoß
In der Vorbereitung trafen Dortmund und Bochum bereits freundschaftlich aufeinander.
In der Vorbereitung trafen Dortmund und Bochum bereits freundschaftlich aufeinander. / Lukas Schulze/GettyImages
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Blau-Weiß gegen Schwarz-Gelb. Das Ruhrgebiet tobt. Die Intensität ist zu spüren. Die Dortmunder Spieler steigen in den Bus, auf dem Weg zum Derby. Wer ist die Macht im Ruhrgebiet? Borussia Dortmund oder... der VfL Bochum?! Nun ja, vielleicht nicht ganz das übliche Derby im Westen. Und doch gilt die Frage: Hot oder Schrott im Pott?


Nachdem der FC Schalke 04 in diesem Jahr nicht an einem Derby in der ersten Bundesliga teilnehmen kann, muss der VfL die blau-weiße Fahne im Ruhrderby schwenken. Vom Namen her scheint dadurch die Intensität des Duells zu leiden. Allerdings hat auch das Duell der Bochumer mit dem BVB durchaus Tradition.

In der Bundesliga gab es bereits 64 Duelle der beiden Mannschaften. Dabei spricht die Bilanz zwar für Dortmund, allerdings nicht so deutlich, wie man annehmen könnte. 25 Duelle entschied der BVB für sich, 18 gingen an den VfL, 21 Partien endeten mit einer Punkteteilung.

Auf der anderen Seite liegt das letzte Aufeinandertreffen der beiden Revierklubs auch schon über elf Jahre zurück, der BVB gewann in Bochum mit 4:1. Torschützen damals: Sebastian Kehl, Mohamed Zidan und zweimal Lucas Barrios, für den VfL traf der damals 19-Jährige Lewis Holtby.

Seitdem war der VfL nicht mehr in der ersten Liga, weshalb weitere Spiele ausblieben. Nun ist das Spiel für den Aufsteiger gegen den haushohen Favoriten natürlich etwas Besonderes. Im kicker sagte Thomas Reis im Interview:

""Wir haben hart dafür gearbeitet, mal wieder so ein Derby bestreiten zu dürfen""

Thomas Reis

Bochum gut in Form, Dortmund nach Klassiker und CL-Aus vielleicht angreifbar?

Womit der Coach absolut Recht hat! Seine Bochumer spielen bislang eine wirklich gute Saison, stehen aktuell auf Rang zehn und damit beispielsweise vor Leipzig, Frankfurt oder Gladbach.

Das hängt vor allem mit der erfolgreichen Defensive und der heimischen Unterstützung zusammen. Zu Hause gab es für Bochum und Keeper Manuel Riemann bisher nur vier Gegentore, womit die beste Heimabwehr der Liga an der Castroper Straße zu finden ist.

Kehrt nach Verletzung ins Tor zurück: Manuel Riemann.
Kehrt nach Verletzung ins Tor zurück: Manuel Riemann. / Stuart Franklin/GettyImages

Gerade Riemann wird im Spiel gegen die brandheiße BVB-Offensive gefragt sein. Der Keeper fehlte in Augsburg mit Oberschenkelbeschwerden, wird aber am Samstag wieder im Tor stehen können.

Der BVB hingegen kommt nach dem 5:0 gegen Beşiktaş mit gemischten Gefühlen in die Liga zurück. Natürlich spricht das Ergebnis für die Mannschaft, andererseits war es aufgrund des bereits vorher klaren Aus in der Gruppenphase nur ein Beigeschmack.

Vom Schiri-Frust muss sich der BVB am Samstag lossagen.
Vom Schiri-Frust muss sich der BVB am Samstag lossagen. / INA FASSBENDER/GettyImages

Dazu schwelt sicher noch der Frust um das Spiel gegen den FC Bayern in den Köpfen einiger Akteure, die insbesondere mit der Leistung von Schiedsrichter Zwayer nicht zufrieden waren. Dies gilt es am Samstag auszublenden, um sich voll auf die Aufgabe Bochum zu konzentrieren, die definitiv kein Selbstläufer wird.

Eine schöne Geschichte verbindet auch die Trainer der beiden Mannschaften. Marco Rose und Thomas Reis haben gemeinsam 2014/15 den Fußballlehrer-Lehrgang des DFB absolviert, kennen sich seitdem recht gut. Das enge Verhältnis beschreibt Reis im kicker mit den Worten:

""Wir waren sogar Bank-Nachbarn und haben eine Menge zusammen gemacht""

Thomas Reis

Ein Aufeinandertreffen wird es an der Seitenlinie in Bochum jedoch nicht geben, Marco Rose hat sich nach seiner deutlichen Kritik am Schiedsrichter im Bayern-Spiel eine gelb-rote Karte abgeholt und wird deshalb von außen zuschauen müssen.

Dennoch wird es in Bochum am Samstag (15.30 Uhr) ein Aufeinandertreffen zweier alter Bekannter geben, die sich bereits seit geraumer Zeit kennen. Das gilt sowohl für die Trainer als auch für die beiden Klubs aus dem Revier.

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