Milan-Legende Sacchi urteilt hart über De Ketelaere

Jan Kupitz
Charles De Ketelaere
Charles De Ketelaere / Jonathan Moscrop/GettyImages
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Charles De Ketelaere war im Sommer der Königstransfer der AC Milan. Seine ersten Monate in der Modehauptstadt verlaufen jedoch enttäuschend - Arrigo Sacchi fällt ein dementsprechend hartes Urteil. Der Trainerfuchs macht den Rossoneri aber auch Hoffnung.


Im vergangenen Sommer hatte die AC Mailand ein vergleichsweise ruhiges Transferfenster. Trotz des Meistertitels tätigten die Rossoneri keine großen Verpflichtungen und gaben dementsprechend wenig Kohle aus - einzig den Transfer von Charles De Ketelaere ließen sich die Lombarden einiges kosten.

Paolo Maldini und Co. hatten sich schon frühzeitig auf den Belgier als ihren Wunschspieler festgelegt und bekamen nach wochenlangen Verhandlungen auch den Zuschlag. Stolze 32 Millionen Euro plus Boni betrug die Ablöse am Ende, wodurch De Ketelaere zu den teuersten Transfers der Milan-Historie zählt.

Der Belgier sollte bei den Rossoneri die eklatante Lücke auf der Spielmacher-Position füllen und wurde bereits mit dem jungen Kaka verglichen. Das schürte natürlich gewisse Erwartungen unter den Tifosi, die De Ketelaere bislang aber nicht erfüllen konnte.

21 Pflichtspiele bestritt der Youngster bislang im rotschwarzen Trikot, auf sein erstes Tor für Milan wartet er noch immer. Da ihm gleichzeitig auch nur eine Vorlage gelang, macht sich schon eine gewisse Ernüchterung breit. Vom Königstransfer hatte man sich mehr versprochen - zuletzt musste De Ketelaere regelmäßig hinter Brahim Diaz auf der Bank Platz nehmen, obwohl der Spanier selbst eine bescheidene Saison hinlegt.

Trainerlegende Arrigo Sacchi fand im Gespräche mit der Gazzetta dello Sport nun deutliche Worte. "Er kommt auf das Spielfeld wie ein Verlierer. Verwirrt. Verängstigt", fasste der 76-Jährige den Zustand von De Ketelaere ziemlich gut zusammen.

Doch der Italiener machte Milan auch Mut und ergänzte, es sei "besser, keine endgültigen Urteile zu fällen". Sacchi erinnerte daran, dass Ausländer in der Serie A "immer Zeit" bräuchten. "Natürlich leidet er jetzt, und das sieht man", hatte er sogar etwas Mitleid mit De Ketelaere.

Um Sacchis Worte mit einem Beispiel zu unterstreichen, kann man Rafael Leao anführen, der bei den Rossoneri sogar über anderthalb Jahre brauchte, um Fuß zu fassen - heute ist er einer der besten Flügelstürmer Europas.

Dass es aber auch anders geht, haben Theo Hernandez, Fikayo Tomori und Mike Maignan im Milan-Trikot bewiesen. Auch Khvicha Kvaratskhelia hat die Serie A in dieser Saison mit Napoli im Sturm erobert. Will heißen: Jeder Spieler braucht sein eigenes Tempo.


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