1. FC Köln

Meyer freut sich über Köln-Wechsel - Abschied beim S04 "alles andere als ideal"

Yannik Möller
In der Rückrunde hilft Max Meyer beim 1. FC Köln aus
In der Rückrunde hilft Max Meyer beim 1. FC Köln aus / Lars Baron/Getty Images
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Nach zweieinhalb Jahren in England ist Max Meyer in die Bundesliga zurückgekehrt - aber nicht zu Schalke, wo sein Abschied "alles andere als ideal" verlief, wie er meint, sondern nach Köln. Über diesen Wechsel ist er froh, der Klassenerhalt ist das klare Ziel.

In der Winter-Transferphase hat sich der 1. FC Köln ablösefrei mit Max Meyer verstärken können. Möglich und realisiert wurde der Wechsel vor allem wegen des Sport-Geschäftsführers, wie er im Interview mit Sport1 erklärte: "Seit unserer gemeinsamen Zeit bei Schalke 04 hatte ich immer einen guten Draht zu Horst Heldt. Er gab mir damals meinen ersten Profivertrag. Und der Kontakt ist nie abgerissen. So kam es dann, dass er sich bei mir meldete und ich in Köln gelandet bin."

Mit Heldt sei er zwar nicht ständig in Kontakt gewesen, doch einen regelmäßigen Austausch gab es. "Und zuletzt hat er mich dann angerufen und mich gefragt, ob ich Lust hätte, für den FC zu spielen. Da musste ich nicht lange überlegen", so Meyer weiter. Seine ersten zwei Einsätze hat er für seinen neuen Klub bereits absolviert, die erste Startelf-Aufstellung lässt jedoch noch etwas auf sich warten.

Zum Eingewöhnen sei er jedoch noch nicht gekommen, da habe der Zeitpunkt seines Wechsels einfach nicht mitgespielt: "Es war alles ziemlich hektisch zu Beginn, sodass die Eingewöhnung noch gar nicht richtig stattfinden konnte. Ich bin in einer englischen Woche hier angekommen und musste dann natürlich erstmal rasch meine neuen Kollegen und alle Mitarbeiter im Klub kennenlernen." Zunächst habe er auch noch von seiner Heimat Oberhausen aus pendeln müssen, inzwischen sei er jedoch "unweit vom Trainingsgelände" wieder sesshaft geworden.

Zweieinhalb Jahre in England "keine verlorene Zeit" - Meyer über seinen Premier-League-Abschied

Dass er nun erneut in der Bundesliga spielt und das - bei allem Respekt - nicht für einen der Spitzenvereine, liegt natürlich auch an seiner eher zähen Zeit in der Premier League, wo er die letzten zweieinhalb Jahre für Crystal Palace spielte. "Es gab Höhen und Tiefen in London, klar, am Ende ging es mehr abwärts, auch mit meiner persönlichen Situation, weil ich gar nicht mehr gespielt habe", so der 25-Jährige. Anfangs stand er noch regelmäßig in der ersten Elf oder saß zumindest mit Einwechsel-Perspektive auf der Bank, doch in dieser Saison kam er nicht nur auf keine Einsatzminute in der Liga, sondern fand sich nicht einmal mehr im Kader wieder.

Bei Crystal Palace spielte der Mittelfeldspieler diese Saison gar keine Rolle mehr
Bei Crystal Palace spielte der Mittelfeldspieler diese Saison gar keine Rolle mehr / Chloe Knott - Danehouse/Getty Images

"Das war schon hart für mich und ein Zeichen, dass sich was ändern muss. Als Fußballer merkst du ja, wenn der Trainer nicht mehr mit dir plant", blickte Meyer zurück. Dieser Knackpunkt sei für ihn schon "ein wenig überraschend" gekommen, da er zuvor eine seiner Meinung nach eigentlich gute Rolle spielte.

Es sei ihm schwer gefallen, "völlig außen vor zu sein und nicht mehr spielen zu können": "Natürlich konnte ich in der Woche mit den Jungs trainieren, aber das ist nicht das Gleiche wie ein Spiel am Wochenende." Ein negatives Fazit zu seiner Zeit in England würde er dennoch nicht ziehen, alleine schon die Duelle gegen die Top sechs der Liga haben "schon Laune" gemacht. "Auch wenn das zurückliegende halbe Jahr nicht optimal verlief, kann ich mit Überzeugung sagen: Es war keine verlorene Zeit in England", resümierte der Mittelfeldspieler.

Abschied auf Schalke "alles andere als ideal" verlaufen - Wiedersehen erst am Saisonende

Was er jedoch nachträglich bereut, sei "die Art und Weise meines Abschieds auf Schalke", der im Sommer 2018 - nach der Vizemeisterschaft unter Domenico Tedesco - erfolgte. Der Abschied, so Meyer, sei "sicherlich alles andere als ideal" verlaufen. Ein richtiger Abschied habe ihm gefehlt: "Vor allem hätte ich mich nach neun Jahren bei diesem Verein gerne richtig von den Fans verabschiedet."

Frühzeitig machte er intern klar, den damals auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Schlussendlich mündete es in einem kleinen Rosenkrieg, während der vorige Leistungsträger aus dem defensiven Mittelfeld vorzeitig in eine Art Sonderurlaub entlassen wurde. Zum Saisonende hin habe diese ganze Thematik "eine Eigendynamik" entwickelt.

Max Meyers Zeit beim S04 endete 2018 unschön
Max Meyers Zeit beim S04 endete 2018 unschön / Soccrates Images/Getty Images

Eine Rückkehr zum S04 in diesem Winter sei derweil keine Option gewesen. "Die Frage hat sich gar nicht gestellt, weil es gar keine Anfrage gab", verriet er, während er betonte, sich nun in Köln wohlzufühlen und sich dort behaupten zu wollen.

Auf diesem Weg steht jedoch erst einmal ein Halbjahres-Vertrag, der im Sommer endet. Sein neuer Verein also nur ein Sprungbrett auf dem Weg nach oben? "Überhaupt nicht. Ich bin mit voller Überzeugung nach Köln gekommen, um zu helfen, dass wir die Klasse halten. Das ist das große Ziel von allen. [...] Wie es dann weitergeht? Alles ist möglich."

Zum Wiedersehen mit Königsblau kann es allerdings erst Ende Mai, am allerletzten Spieltag der Saison kommen. Zu einem Abstiegskampf-Showdown soll es dann aus Meyers Sicht wohl nicht mehr kommen.

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