Nach Medaillen-Frust: Hakimi ging auch FIFA-Boss Infantino an

Yannik Möller
Achraf Hakimi
Achraf Hakimi / ANP/GettyImages
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Der WM-Traum von Marokko ist in einem schlussendlich sogar eher enttäuschenden vierten Platz gemündet. Besonders bei Achraf Hakimi sorgte schon das verlorene Halbfinale und nun auch das verlorene Spiel um Platz drei für Frust. Offenbar ging er deshalb sogar Gianni Infantino an.


Wenngleich das Halbfinale und auch das Spiel um Platz drei am Ende verloren gingen, so war Marokko doch das große Überraschungsteam bei dieser Weltmeisterschaft. Die Leidenschaft begeisterte die Fans ebenso sehr, wie der neu gesetzte Rekord als erste Nationalmannschaft aus Afrika, die es überhaupt ins Halbfinale dieses Turniers geschafft hat.

Und trotz dieser Erfolge wird es fürs Erste schwer sein, sie zu genießen. Der Frust über das verlorene Spiel am Samstagnachmittag gegen Kroatien (1:2) wiegt schwer.

Offenbar insbesondere bei Achraf Hakimi. Nachdem er sich bereits während der Partie mehrmals lautstark bei Schiedsrichter Abdulrahman Al Jassim über dessen Entscheidungen beschwerte, wandte er sich nach Abpfiff sogar an Gianni Infantino.

Hakimi wittert Benachteiligung gegen Marokko - und wütet gegen Infantino

Der FIFA-Boss musste anscheinend den Wut von Hakimi aushalten. Thomas Wagner berichtete bei Magenta TV, dass sich der PSG-Star in den Katakomben beim Schweizer sehr deutlich über den Unparteiischen aufgeregt hat.

Er habe den Präsidenten sogar mit "härtesten Worten" beleidigt, hieß es (via Bild). Dazu habe er Infantino im entsprechenden Ton gefragt, ob die FIFA nicht wolle, dass Marokko eine Medaille gewinnt. Ein Vorfall, über den zurzeit auch verschiedene internationale Medien berichten. Hakimi ließ nicht locker. Er habe Infantino immer wieder gefragt, was das eigentlich für Schiedsrichter-Ansetzungen in den letzten zwei Partien gewesen seien.

Gianni Infantino, Abdulrahman Al Jassim
Infantino mit Schiedsrichter Al Jassim / Catherine Ivill/GettyImages

Die Meinung des pfeilschnellen Außenspielers: Al Jassim sei mit der Leitung dieses Duells "total überfordert" gewesen, gab Wagner die Aussagen wieder. Ihm ging es dabei um eine vermeintliche Benachteiligung der marokkanischen Mannschaft.

Der FIFA-Präsident habe die lauten Vorwürfe aber an sich abperlen lassen. Wagner: "Ich habe mich gewundert, dass Infantino das relativ leicht hat über sich ergehen lassen."

Zur Beruhigung sei es erst gekommen, als Hakimi von Betreuern in die Kabine begleitet wurde. Mittlerweile äußerte er sich selbst - mit einer Entschuldigung. "Er ist mein Freund und ich respektiere ihn sehr. Nichts ist passiert", so der 24-Jährige. Er sei wütend gewesen und habe sich dementsprechend an ihn gewandt. Für seine Wortwahl habe er sich bereits entschuldigt.



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