Bericht: Wilmots-Unruhen auf Schalke - schmeißt der Sportdirektor hin?

Beim FC Schalke ist es auch abseits der Spieltage wieder sehr laut und unruhig. Dabei scheint sich viel um Marc Wilmots zu drehen, der intern für Verwirrung und Diskussionen sorgen soll.
Marc Wilmots im Fokus
Marc Wilmots im Fokus / Jürgen Fromme - firo sportphoto/GettyImages
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Inzwischen ist Marc Wilmots seit ein paar Wochen als neuer Sportdirektor beim FC Schalke im Amt. Anscheinend müssen dem ehemaligen Eurofighter so manche Startprobleme attestiert werden, von denen die Sportbild berichtet.

Schalke agiere derzeit "so konfus wie lange nicht mehr", heißt es etwa. Eine Beschreibung der aktuellen Zustände, die von der Geschäftsstelle und von Verhandlungspartnern so ausgehen soll. In der Regel soll Wilmots mindestens dabei, wenn nicht gar der ausschlaggebende Punkt sein. So habe er etwa noch nicht wirklich ins Sportdirektor-Amt auf Klubebene hineingefunden.

Soppy-Leihe sorgt für Gesprächsstoff: Wilmots will erst zum Sommer ein Fazit ziehen

Ein Beispiel: Die Leihe von Brandon Soppy. Die Gelsenkirchener seien von gleich mehreren Personen gewarnt worden, dass der 22-Jährige alles andere als fit ist und mehrere Klubs in Italien umgehend abgelehnt hätten, als sie ihn angeboten bekommen haben. Warnsignale, die wohl André Hechelmann sehr skeptisch haben werden lassen.

Wilmots hingegen wollte sich demnach nicht beirren lassen und zog den Transfer durch - bei dem er Soppy als unmittelbare Verstärkung beschrieben hatte, ehe er nun erst einmal von Ende Januar bis Anfang März aufgebaut werden muss.

Nach seinem ersten Einsatz, bei einer Halbzeit im geheimen Testspiel gegen den SC Verl, habe Soppy somit einen entsprechend schlechten Eindruck hinterlassen. Einige Mitspieler sollen die Leistung des Neuzugangs gar belächelt haben, weil er von Wilmots doch als diese direkte Hilfe dargestellt wurde.

"Ich weiß, dass aktuell viel über Brandon gesprochen wird. Nach einer Woche individuellem Training ist er nun seit Montag wieder bei der Mannschaft", äußerte sich der Sportdirektor gegenüber der Sportbild. Gegenüber einem voreiligen Fazit wollte er sich augenscheinlich wehren: "Abgerechnet wird sowieso erst nach dem Saisonende, das gilt auch für die Bewertung der Wintertransfers."

Kuriose Vorstellung, ein "extrem harscher" Ton und Rücktrittsgedanken? Wilmots sorgt für interne Tuscheleien

Doch schon die Vorstellung von Wilmots gegenüber der Mannschaft, im Winter-Trainingslager, soll nicht geräuschlos abgelaufen sein. So habe er die anwesenden Betreuer und Assistenten des angemieteten Saals verwiesen, um direkt und zunächst nur zur Mannschaft sprechen zu können. Ein Ablauf, der für Verwirrung gesorgt haben dürfte.

"Ich habe zuerst mit den Spielern sprechen wollen, mit dem Staff gab es in der Folge ein separates Gespräch", erklärte sich Wilmots dazu. Natürlich hätte diese Aufteilung auch zuvor kommuniziert werden können, um das kuriose Hinausschicken zu vermeiden. "Das Ziel war es, einige Botschaften direkt an die Mannschaft zu richten. Bei dem Gespräch war natürlich Karel Geraerts als Cheftrainer mit dabei, genauso wie unser Vorstandsvorsitzender Matthias Tillmann", berichtete der 54-Jährige.

FC Schalke 04 Press Conference
Wilmots bei seiner Antritts-Pressekonferenz / Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

Apropos Ansprache an die Mannschaft: Dem Bericht nach werde der Ton von Wilmots innerhalb des Teams als "extrem harsch" wahrgenommen. Dazu wird wohl kritisiert, dass er sich mit Geraerts des Öfteren auf Französisch oder Flämisch unterhält - was die Spieler dann nicht verstehen. Auch das scheint zu irritieren.

Wilmots betonte, dass dieser Vorwurf eine gewisse Unterstellung voraussetze: "Nämlich, dass wir absichtlich Französisch oder Flämisch sprechen, damit andere uns nicht verstehen. Das ist Quatsch. Wenn ich eins zu eins mit jemandem rede, mache ich das in der Sprache, die für beide am besten passt." Werde wiederum mit der Gruppe gesprochen, dann in einer Sprache, "dass es alle verstehen".

So manche Diskussion, bei der Wilmots dabei war, soll zuletzt recht laut ausgefallen sein. Vermutlich ging es dabei auch um die finanziellen Schwierigkeiten, die einem Sportdirektor nun einmal das Leben deutlich erschweren. Der Sportbild nach habe er schon angedeutet, dass die Verantwortlichen ansonsten ohne ihn weitermachen müssten. Zum etwaigen Hinwerfen betonte Wilmots lediglich: "Wir diskutieren und besprechen unsere Pläne intern - und nicht in der 'Sportbild'."


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