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Manchester United

Conte an United-Job interessiert - Solskjaer in der Kritik

Jan Kupitz
Ole Gunnar Solskjaer
Ole Gunnar Solskjaer / Jonathan Moscrop/Getty Images
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Manchester United hat sich in den vergangenen Jahren ein Team zusammengestellt, das endlich wieder um Titel kämpfen kann. Für Ole Gunnar Solskjaer gibt es keine Ausreden mehr.


Die Verpflichtung von Cristiano Ronaldo war das i-Tüpfelchen auf einer ohnehin schon sehr starken Transferperiode von Manchester United. Spätestens durch die Ankunft des portugiesischen Superstars ist klar, dass die Red Devils in allen Wettbewerben, in denen sie antreten, zu den Titelfavoriten zählen.

Die letzte Meisterschaft liegt bereits acht Jahre zurück, in der Champions League sind es sogar schon 13 Jahre. Die Sehnsucht, mindestens eine dieser beiden Trophäen zu gewinnen, ist rund um Old Trafford riesig.

Will man erfolgreich sein, kann man sich solche Auftritte wie gegen Young Boys Bern aber nicht allzu oft erlauben. Gegen den Underdog aus der Schweiz verlor United sensationell mit 1:2 - natürlich auch bedingt durch die frühe Rote Karte von Aaron Wan-Bissaka. Aber auch, weil die Red Devils plötzlich das Fußballspielen einstellten und Solskjaer seine Mannschaft anwies, mit Mann und Maus zu verteidigen.

Ein Plan, der nicht nur schief ging. Sondern auch einer, der eines Topklubs wie United - Unterzahl hin oder her - nicht würdig ist. Auch mit zehn Mann sollte eine Mannschaft wie die von Solskjaer in der Lage sein, einem Gegner wie YB Bern auf Augenhöhe zu begegnen.

United-Legende Peter Schmeichel kritisierte den Norweger im Anschluss an die Partie scharf und hinterfragte seine Personalpolitik. "Man kann die Auswahl der Mannschaft immer in Frage stellen, aber ich denke, wenn das nächste Spiel erst am Sonntag bei West Ham ist... es war das erste Spiel in der Champions League, warum sollte man dann nicht seine beste Mannschaft, seine besten Spieler aufstellen?" sagte Schmeichel gegenüber CBS Sports.

"Wenn man sich Mason Greenwood anschaut, er ist in großartiger Form, er ist ein junger Mann, er kreiert Chancen und er schießt nicht nur Tore, er kreiert auch Chancen für andere. (Raphael) Varane ist gerade erst zum Verein gekommen, aber ich hätte die beiden gerne spielen sehen."

Jesse Lingard
Lingard verursachte den 1:2-Gegentreffer / Eurasia Sport Images/Getty Images

Auch Solskjaers Maßnahme, Cristiano Ronaldo frühzeitig auszuwechseln, kam beim ehemaligen Weltklassekeeper alles andere als gut an. "Wir als Fans wollen, dass Ronaldo auf dem Platz steht, egal, ob sie mit zehn Mann spielen, denn wenn er den Ball bekommt, kann er etwas bewirken", erklärte Schmeichel. "United hat sehr lange darauf gehofft, einen solchen Spieler zu bekommen. Stattdessen wechselt er einen Spieler ein, den er letztes Jahr auf Leihbasis geschickt hat (Jesse Lingard). Er ist ein Spieler, den er verkaufen oder ausleihen wollte, und er bringt ihn für Ronaldo, das finde ich einfach seltsam."

Auch Solskjaers Beschwerden über den Kunstrasen, der im Berner Stadion verlegt ist, kamen beim Dänen alles andere als gut an: "Unabhängig vom Kunstrasen, egal welche Ausreden ihr euch einfallen lasst, holt einfach den Sieg dort!"

Zuvor hatten bereits Rio Ferdinand und Paul Scholes die Taktik und Wechsel des United-Trainers hinterfragt. Es zeigt, wie hoch die Erwartungen bei den Red Devils endlich (und völlig zurecht!) wieder sind. Ausreden gibt es angesichts des hochkarätigen Kaders keine mehr - von Solskjaer werden Siege und Titel erwartet!

Einer, der die Situation rund um den Norweger ganz genau beobachtet, ist offenbar Antonio Conte. Der italienische Starcoach, der Inter Mailand in diesem Sommer verlassen hatte, soll laut Transferexperte Gianluca Di Marzio mit einem Engagement bei den Red Devils liebäugeln. "Er würde nur ein auf Sieg ausgerichtetes Projekt annehmen. Ich denke, er würde annehmen, wenn, sagen wir, Manchester United anrufen würde", so Di Marzio bei Sky Sports.

Solskjaer weiß, dass er sich nicht zu viele Ausrutscher leisten darf.

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