Hertha BSC

Magath beendet Hertha-Mission: Die Stimmen zur Rettung

Simon Zimmermann
Felix Magath hat die Hertha vor dem Abstieg bewahrt
Felix Magath hat die Hertha vor dem Abstieg bewahrt / RONNY HARTMANN/GettyImages
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Der HSV bleibt ein weiteres Jahr in Liga zwei - die Hertha in der Bundesliga. Nach dem Sieg im Volkspark verkündete Retter Magath seinen Abschied. Die Stimmen zur BSC-Rettung:


Am Ende sicherte Felix Magath der Hertha den Klassenerhalt über den Umweg Relegation. Die Alte Dame drehte im Rückspiel die 0:1-Heimpleite mit einem letztlich verdienten 2:0 im Hamburger Volkspark. Für Retter Magath ist die Mission Hertha BSC damit beendet.

"Das Projekt ist jetzt schon beendet. Meine Aufgabe war, den Klassenerhalt zu schaffen, das ist mit dem Schlusspfiff gewesen und jetzt ist alles gut", erklärte Magath gegenüber Sky. "Ich muss dazu sagen, dass ich nicht alleine war, sondern die Hauptarbeit hat mein Assistent Mark Fotheringham gemacht", fügte der 68-Jährige hinzu.

Die weiteren Hertha-Stimmen zur Rettung

Felix Magath: "Für mich war es ein sensationeller Auftritt, vor vollem Hause und 57.000 Zuschauern. Ein wichtiges Spiel, wo es um alles ging. Beide Mannschaften haben ein gutes Spiel gezeigt. Es war auch für die Zuschauer ein Erlebnis. Wir hatten das glücklichere Ende. Darüber freue ich mich, auf der anderen Seite ist ein bisschen schweres Herz dabei, dass ich jetzt dabei mitgeholfen habe, nächste Saison den HSV nicht in der 1. Bundesliga zu sehen."

"Es war die schwierigste Aufgabe. In Wolfsburg musste ich nicht Meister werden, der zweite Platz hätte auch gereicht. Bei Hertha war der Auftrag der Klassenerhalt und das war eine verdammt harte und schwere Aufgabe, die äußerst kompliziert war. Es hat durch die Relegation bis zur letzten Minute gedauert, dass es funktioniert hat. Ich bin froh, dass wir es erfolgreich über die Bühne gebracht haben."

"Ich werde nach Hause gehen und Holz hacken."

Magath über seine Pläne

Magath zu seiner Zukunft: "Das kann ich nicht sagen. Ich habe mich auf diese Aufgabe fokussiert. Diese ist gerade erst erledigt und ich habe mir noch keine Gedanken gemacht. Ich weiß, dass ich mir keine machen brauche um die Zukunft. Daher gehe ich gelassen aus dem Stadion raus."

Magath über Boateng: "Diese Relegation bestand aus zwei Spielen und dies war das letzte. Ich war mir nicht sicher, ob Prince Boateng am Donnerstag spielen kann und am Montag wieder spielen kann. Daher war es für mich wichtiger, dass er im Finalspiel dabei ist. Er hat die Mannschaft gestellt und ich habe Gott sei Dank auf ihn gehört."

"Den ganzen Relegations-Mist braucht kein Mensch"

Fredi Bobic: "Sie haben unglaublich gekämpft, waren hinten kompakt und haben vorne angegriffen. Wir haben Hamburg weniger ins Spiel gelassen und vorne eiskalt zugeschlagen. Wir hatten auch mehr Torchancen - als Verbund haben wir es gut gemacht. Die Leidenschaft, mit der wir in jeden Ball gegangen sind, war beeindruckend. So muss eine Mannschaft spielen - sie hat gebraucht, um sich zu finden. Nun war es so weit."

"Auch wenn ich auf der Tribüne bin, werde ich nicht durchdrehen und schaue mir das Spiel analytisch an. Ich hatte ein gutes Gefühl, dass der Plan greift. Das war wichtig, aber ganz ehrlich: Den ganzen Relegations-Mist braucht kein Mensch."

Bobic über Magath: "Wir setzen uns Dienstag zusammen. Er hat einen Vertrag bis zum 30.06. Er hat etwas Außergewöhnliches geleistet: Er hat die Mannschaft zusammen bekommen. Es war keine einfache Zeit, auch die Matchbälle, die wir vergeben haben. Er hat was geleistet und wir sind ihm dankbar. Dann ist auch gut."

"Es ist, als wären wir Meister geworden"

Kevin-Prince Boateng: "Ich bin erstmal komplett zusammengesackt - ich bin total kaputt. Wir haben alles reingehauen, ich bin so stolz auf die Jungs. Es ist nicht so einfach: Du verlierst das erste Spiel und musst in diesen Hexenkessel kommen. Du musst das Ding drehen und von der ersten bis zur letzten Minute hat man gesehen, dass wir es wollten. Es ist wie ein Meistertitel. Nach der turbulenten Saison - wir wurden so viel kritisiert - ist es, als wären wir Meister geworden."

"Wir leben länger. Meine Person ist genauso: Die gesamte Saison über haben die Leute mich abgeschrieben. Es ist das, was ich liebe: Eine solche Möglichkeit zu haben, Herz zu zeigen und nicht aufzugeben. Ich bin so stolz auf die Jungs."

Boateng über seine Zukunft: "Ich genieße das jetzt. Es war eine schwierige Saison für mich. Auf jeden Fall gibt es eine Zukunft für mich bei Hertha BSC, wir setzen uns zusammen. Ich habe immer noch Lust, Fußball zu spielen. Mal gucken was geht. Ich will der Mannschaft immer helfen, egal wo."

Boateng über Magath: "Es war von Anfang an klar: Entweder wir knallen aneinander oder wir verstehen uns sehr gut. Wir haben uns direkt gut verstanden und hatten Respekt. Der Trainer hat so viel Feingefühl. Er hat mir in dem Spiel die freie Hand gegeben. Das zeigt, wie viel Klasse er hat: Er fragt den Leader, wem er vertrauen kann. Er hat zusammen mit mir eine Mannschaft aufgestellt, die hungrig war."

"Dann soll der Fredi Bobic etwas Schönes zaubern für die kommende Saison"

Marc Oliver Kempf: "Wir haben es von Anfang an angenommen. Wir wussten, dass wir in Rückstand sind und nichts zu verlieren haben. Wir wussten auch, dass die Leistung vom Donnerstag nicht gereicht hätte, um das Ding zu drehen. Wir waren von Anfang an hellwach, erzielen daher früh das Tor. Dann legen wir zum Glück das zweite drauf, um es in den 90 Minuten komplett zu drehen."

"Ich habe den Tim-Walter-Fußball in Stuttgart erlebt und weiß, dass wenn man Druck bekommt, sich leichte Fehler einschleichen können. Daher wollten wir den Gegner unter Druck setzen, was gut funktioniert hat. Wir haben alles reingeworfen und verdient das Ding gedreht."

Kempf über das Verhältnis zu den Fans: "Jeder weiß, was gegen Union passiert ist. Davon haben wir uns zurückgezogen, da wir es nicht okay fanden. Gegen Mainz haben wir den Zusammenhalt mit den Fans in Angriff genommen. Dann haben wir es leider nicht in den letzten Bundesligaspielen geschafft, den Sack zuzumachen. Oftmals hat uns da das Glück gefehlt, welches uns nun geholfen hat: Das der Ball von Plattenhardt reingeht und wir früh ein Tor machen. Es war ein großer Auftritt von den Fans. Obwohl es so katastrophal lief, sind sie den Weg angetreten."

Kempf über die nächste Saison: "Ich denke derzeit noch nicht über die kommende Saison nach. Es war ein schweres Stück Arbeit. Wir sind froh, dass wir es geschafft haben, und nun kann jeder in den Urlaub gehen. Dann soll der Fredi Bobic etwas Schönes zaubern für die kommende Saison."


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