Matthäus übt scharfe Kritik an Bierhoff - und auch an Flick!

Lothar Matthäus
Lothar Matthäus / Stefan Matzke - sampics/GettyImages
facebooktwitterreddit

Nach dem desaströsen Aus bei der WM wird der DFB aktuell von allen Seiten kritisiert. Auch Lothar Matthäus bezog nun Stellung und ließ kein gutes Haar am Verband und speziell an DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff. Auch Hansi Flick bekam vom einstigen Weltmeister sein Fett weg.


Lothar Matthäus ist erklärter Fan von Bundestrainer Hansi Flick. Nach dem (erneuten) peinlichen Aus in der Gruppenphase kritisierte Matthäus nun aber auch Flick.

"Die Mannschaft war nicht eingespielt und das ist ein Fehler, den ich dem Trainer vorwerfen muss, obwohl ich Hansi Flick bisher nie kritisiert habe", erklärte Matthäus bei Sky.

Eine Trainerdebatte hält der 61-Jährige trotzdem aber für verfehlt: "Für mich ist er der richtige Trainer, aber trotzdem hat er gerade beim ersten Spiel und in der Vorbereitung Dinge gemacht, die man hätte vielleicht anders machen sollen."

Matthäus kritisierte Flick für die fehlende Konstanz in der Besetzung der Rechtsverteidiger- und der Neuner-Position. Allzu negativ wollte Matthäus in seiner Analyse Flicks und der Mannschaft allerdings nicht werden. "Sportlich war es ein anderes Ausscheiden wie vor vier Jahren in Russland. Dort haben wir drei Spiele schlecht gespielt. Dieses Jahr würde ich sagen, waren zweieinhalb Spiele voll in Ordnung", so Matthäus.

Matthäus sieht Bierhoff als Hauptverantwortlichen für das WM-Debakel und den Trend der Deutschen Nationalmannschaft

Deutlich schärfere Kritik übte der Weltmeister von 1990 hingegen am Verband und dessen Führung. Als Hauptverantwortlichen machte Matthäus Geschäftsführer Oliver Bierhoff aus.

"Er ist natürlich auch mit verantwortlich, er hat nie einen Punkt gesetzt. Wir haben nicht nur drei Turniere beschämend gespielt, sondern auch zwei Nations-League-Gruppenphasen, da waren auch andere Ziele gesetzt", sagte Matthäus.

Auch in der Debatte um die "One Love"-Binde attestierte Matthäus dem Geschäftsführer des DFB keine gute Figur: "Da ist natürlich Oliver Bierhoff gefragt, weil er den Druck, die Unruhe, die von außen gekommen ist, nicht konsequent gestoppt hat. Und nicht nur er, sondern auch der Präsident und die Verantwortlichen vom DFB haben den Trainer und die Mannschaft im Regen stehen lassen."

Bierhoff nahm er selbst für die Wahl des Teamquartiers ins Kreuzfeuer. Der DFB quartierte die Mannschaft in einem Hotel gut 100 Kilometer von Doha entfernt ein. Matthäus habe dort die "Weltmeisterschaftsstimmung" vermisst. "Das hat es 2018 auch gegeben", ergänzte er. "Jogi Löw wollte nach Sotschi, Oliver Bierhoff hat sich durchgesetzt und ist in ein trauriges Hotel in Moskau gegangen, weit ab vom Schuss."

Bierhoff beim DFB vor dem Aus

Oliver Bierhoff wurde in den vergangenen Tagen nicht nur von Lothar Matthäus scharf kritisiert. Nach aktueller Berichterstattung könnte Bierhoff gar seinen Job im DFB verlieren.

Der Direktor der Deutschen Nationalmannschaft, so berichtet es die Bild, soll in Zukunft nicht mehr mit der A-Nationalmannschaft arbeiten, sondern sich seinen Aufgaben rund um die Akademie widmen. Stärker eingebunden soll dafür DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke werden.


Alles zur DFB-Auswahl & WM 2022 bei 90min:

Alle DFB-News
Alle WM-News