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"Ich bin echt glücklich" - Jürgen Klopp stellt Champions-League-Rekord ein

Simon Zimmermann
Die Erleichterung bei Jürgen Klopp war groß
Die Erleichterung bei Jürgen Klopp war groß / Chris Brunskill/Fantasista/GettyImages
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Für Jürgen Klopp war es ein Meilenstein. Der Liverpool-Coach hat mit dem Finaleinzug der Reds einen Champions-League-Rekord eingestellt. In Villarreal strauchelte der Favorit allerdings in Hälfte eins bedenklich. Entsprechend erleichtert gab sich Klopp nach dem Spiel.


Was so eine Halbzeitpause mit einem Fußballspiel machen kann. Der FC Villarreal fegte im Halbfinal-Rückspiel der Champions League in den ersten 45 Minuten geradezu über den FC Liverpool hinweg und glich den 0:2-Rückstand aus. Wer weiß: Wäre Durchgang eins noch etwas länger gegangen, hätten die Reds womöglich sogar einem Rückstand hinterherlaufen müssen.

Doch der große Favorit fand den Schalter in der Kabine. Die Einwechslung von Luis Diaz tat ihr übriges dazu. Und vielleicht war das Gelbe U-Boot auch schon etwas platt. Klopps Reds kamen jedenfalls ganz anders aus der Kabine und übernahmen in den zweiten 45 Minuten wieder das Kommando. Folgerichtig drehte Liverpool die Partie und schaffte mit einem 3:2-Sieg letztlich den über beide Partien verdienten Einzug ins Endspiel.

Für Klopp bedeutet das die Einstellung eines Rekords. Er ist erst der vierte Trainer der Fußballgeschichte, der in vier Champions-League-Endspielen steht.


Trainer mit vier Finalteilnahmen in der Champions League:

  • Sir Alex Ferguson (Man United): 1999, 2009, 2011, 2012
  • Carlo Ancelotti (AC Mailand, Real Madrid): 2003, 2005, 2007, 2014
  • Marcello Lippi (Juventus): 1996, 1997, 1998, 2003
  • Jürgen Klopp (BVB, Liverpool): 2013, 2018, 2019, 2022

Drei Finalteilnahmen haben Fabio Capello, Jupp Heynckes, Louis van Gaal, Ottmar Hitzfeld, Zinedine Zidane, Pep Guardiola und Bob Paisley geschafft.


Entsprechend erleichtert gab sich Klopp auch nach dem Spiel am Amazon-Mikro. Die wichtigsten Aussagen des Reds-Trainers:

Zur 1. Halbzeit: "Die zweite Halbzeit war besser als die Erste. Es hat wirklich alles so angefangen, wie du es nicht haben willst. Villarreal hat Dampf gemacht, das kleine Stadion war on fire und die haben richtiges Risiko genommen. Villarreal hat Mann gegen Mann gespielt und sie haben uns in den direkten Duellen den Schneid abgekauft. Wir sind nicht ins Spiel gekommen und haben nur stumpf Bälle hinter die letzte Linie geknallt, waren vorne nicht flexibel und haben uns im Mittelfeld nicht gut genug bewegt im Ballbesitz. Zudem haben wir defensiv Löcher aufgelassen, das war verrückt. Wir hatten keinen Rhythmus!"

"Wir haben dann gedacht, wir versuchen es jetzt nochmal, wenn wir schon mal da sind."

Jürgen Klopp

Zur 2. Halbzeit: "Das Doofe an so einer Halbzeit ist, dass sie richtig schlecht ist. Das Gute aber: sie ist leicht zu verbessern. Wir haben dann gedacht, wir versuchen es jetzt nochmal, wenn wir schon mal da sind. Dann haben wir einfach angefangen zu kicken und die Räume gefunden. Wir haben Luis Diaz gebracht und waren dadurch insgesamt viel flexibler und haben uns auch viel besser bewegt. Ich bin echt glücklich."

Zur Halbzeit-Ansprache: "Ich habe kurz vor der Pause zu Pete Krawietz [Co-Trainer ] gesagt: 'Finde mal ein paar Situationen, wo wir es gut gemacht haben, wo wir die Halbräume gefunden haben.' Als ich reinkomme in die Kabine sagt Pete: 'Nein, hab wirklich gar nichts gefunden'."

"Also mussten es wir etwas erklären. Ein wenig Taktiktafel, ein wenig gezeigt, wo wir hinspielen wollten. Eigentlich war es ja nicht kompliziert. Wir wollten von Beginn an so spielen, aber nun mussten wir uns überwinden, denn auf einmal war richtig Druck auf der Pfanne. Alle hätten gedacht, dass die eher das 3:0 schießen als wir das 2:1. Ich habe den Jungs auch gesagt: 2:0 zur Pause ist nicht mein favorisiertes Ergebnis, aber eigentlich ist es okay, denn jetzt sind wir wach. Hoffentlich. So können wir nicht weitermachen. Das 2:0 war also keine Katastrophe."

"Die Jungs sind ja keine Maschinen."

Jürgen Klopp

Zum Start ins Spiel und ob das Straucheln menschlich sei: "Klar ist es das. Vor allem mit so einem Start, denn hier geht es um richtig was. Die Jungs sind ja keine Maschinen. Wir sind nicht hergekommen und dachten, wir sind schon halb durch. Wir wussten, was hier passiert, nur wäre es halt schön gewesen, wenn wir halt nicht so früh in Rückstand geraten wären und wir den Fuß ins Spiel gekriegt hätten, aber das haben wir nicht geschafft. Und dann ist es natürlich möglich, dass du so spielst. Aber du musst reagieren und das haben wir gemacht und das ist viel wichtiger, als von vornherein gut zu spielen."

Zu Villarreal: "Wir sind hierher gefahren und dann fährst du mit dem Bus durch kleine Sträßchen und merkst: 'Okay, hier ist es anders als normalerweise'. Was die Fans hier abziehen, ist verrückt. Und die Truppe macht das auch überragend. Da sind ja auch ein paar Spieler, die wir aus der Premier League kennen. Die sind ja nicht nach Villarreal gegangen, weil sie bei Tottenham die Bäume ausgerissen haben, aber Unai Emery hat die hier richtig ans Laufen gekriegt. Ich habe da allerhöchsten Respekt davor und ich finde das Stadion geil, das muss ich schon sagen. Einzig unsere Kabine - die braucht's so auch nicht, die wäre bei uns im Keller."

"Das ist alles Quatsch mit diesem Quadruple."

Jürgen Klopp

Zu den Chancen auf das Quadruple: "Wir spielen jetzt gegen Tottenham. Wir müssen gewinnen und das ist wahrscheinlich gerade die beste Kontermannschaft der Welt. Wenn du einen Ball verlierst, spielen sie ihn zu Kane und dann weißt du eh, dass er zu Son genau in den Lauf kommt. Das ist fast so, als ob der ein Handy mit Navi hat, das ist echt unfassbar. Das ist eine wirkliche Herausforderung. Danach weiß ich schon gar nicht gegen wen wir spielen, aber irgendwann kommt das FA- Cup-Finale - das ist mal an einem Samstagabend und wenn wir das gewinnen sollten, können wir gar nicht feiern, denn Dienstag spielen wir schon in Southampton."

"Das ist alles Quatsch mit diesem Quadruple. Wir kommen da gerade irgendwie durch. Die Spannung ist aber da, da muss ich nicht viel machen. Wir spielen jedes Spiel, dass auf dem Spielplan möglich war - das war zu Saisonbeginn natürlich unbedingt geplant. Es gibt einen Grund, warum noch niemand das Quadruple gewonnen hat."


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