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FC Liverpool

Liverpool-Besitzer entschuldigt sich bei den Fans - Klub-Legende Carragher fordert Konsequenzen

Tal Lior
Michael Regan/Getty Images
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Der FC Liverpool hat am gestrigen Dienstag offiziell seinen Austritt aus der Super League verkündet. Auf die kurze Meldung des Vereins folgte am heutigen Mittwoch-Vormittag ein seltenes Video-Statement von Klubbesitzer John W. Henry.


Der amerikanische Geschäftsmann, der gemeinsam mit den anderen amerikanischen Besitzern von Arsenal und Manchester United zu den Initiatoren der Super League in England gehörte, entschuldigte sich in einer Video-Botschaft, die über die offiziellen Vereinskanäle veröffentlicht wurde, sowohl bei den Fans als auch bei den verschiedenen Klub-Mitarbeitern wie Manager Jürgen Klopp und Kapitän Jordan Henderson.


Hier gibt es das volle Statement im Wortlaut:

"Ich möchte mich bei allen Fans und Anhängern des Liverpool Football Club für die Unannehmlichkeiten entschuldigen, die ich in den letzten 48 Stunden verursacht habe.

Es versteht sich von selbst, sollte aber gesagt werden, dass das vorgestellte Projekt ohne die Unterstützung der Fans niemals Bestand haben würde. Niemand in England hat jemals anders gedacht. In diesen 48 Stunden habt ihr sehr deutlich gemacht, dass es nicht standhalten würde. Wir haben euch gehört. Ich habe euch gehört.

Und ich möchte mich entschuldigen bei Jürgen, bei Billy Hogan, bei den Spielern und bei allen, die beim LFC so hart arbeiten, um unsere Fans stolz zu machen. Sie haben absolut keine Verantwortung für diese Störung. Sie wurden am meisten gestört und das zu Unrecht. Das ist es, was am meisten weh tut. Sie lieben Ihren Club und arbeiten jeden Tag daran, euch stolz zu machen.

Ich weiß, dass das gesamte LFC-Team über die nötige Kompetenz, Führung und Leidenschaft verfügt, um das Vertrauen wieder aufzubauen und uns zu helfen, weiterzukommen. Als wir uns vor mehr als einem Jahrzehnt den Herausforderungen des Fußballs gestellt haben, haben wir von dem geträumt, wovon Sie geträumt haben. Und wir haben hart daran gearbeitet, euren Verein zu verbessern. Unsere Arbeit ist noch nicht getan. Und ich hoffe, ihr versteht, dass wir, auch wenn wir Fehler machen, versuchen, im besten Interesse des Clubs zu arbeiten. In diesem Bestreben habe ich euch enttäuscht.

Nochmals, es tut mir leid, und ich allein bin verantwortlich für die unnötige Negativität, die in den letzten Tagen aufkam. Das ist etwas, das ich nicht vergessen werde. Und es zeigt, welche Macht die Fans heute haben und zu Recht weiterhin haben werden.

Wenn es eine Sache gibt, die diese schreckliche Pandemie deutlich gezeigt hat, dann ist es, wie entscheidend die Fans für unseren Sport und für jeden Sport sind. Das zeigt sich in jedem leeren Stadion. Es war ein unglaublich hartes Jahr für uns alle; praktisch niemand ist davon verschont geblieben. Es ist wichtig, dass die Liverpooler Fußballfamilie intakt bleibt und sich mit lokalen Gesten der Freundlichkeit und Unterstützung dem verpflichtet, was wir weltweit von euch gesehen haben. Ich kann euch versprechen, dass ich alles in meiner Macht stehende tun werde, um das zu fördern.
"


Jamie Carragher ruft zum Besitzerwechsel auf

In der Fanszene wurde dieses Statement mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Einerseits freuten sich einige über die selten offenen und ehrlichen Worte des sonst schweigenden Besitzers, andererseits fordern nun viele Fans für den versuchten Verrat Konsequenzen.

Zum letzteren Lager gehört auch Klub-Legende und TV-Experte Jamie Carragher. Der 43-jährige Ex-Fußballer erklärte bei Sky Sports, dass die Fenway Sports Group, die Henry anführt und zu der auch Prominente wie NBA-Superstar LeBron James gehören, als Besitzer nicht mehr tragbar ist.

"Ich denke, die Situation mit Liverpools Besitzern ist so, dass ich nicht sehe, wie sie weitermachen können", sagte Carragher. "Natürlich können sie den Club nicht einfach verlassen, das Geschäft ist ja eine Menge Geld wert. Aber ich sehe keine Zukunft für die Eigentümer von FSG in Liverpool nach diesen Ereignissen. Man wird diese Geschichte niemals vergessen."

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