Ligue 1

Platzsturm und Tumulte: Nizza gegen Marseille endet im Chaos und muss abgebrochen werden!

Simon Zimmermann
Bei Nizza gegen Marseille herrschte Chaos!
Bei Nizza gegen Marseille herrschte Chaos! / VALERY HACHE/Getty Images
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Chaos in Nizza! Fans stürmen beim Duell zwischen OGC Nizza und Olympique Marseille den Platz, Spieler und Fans geraten aneinander. Die Partie muss abgebrochen werden, die Klub-Präsidenten gehen aufeinander los.


Rund 75. Minuten waren zwischen OGC Nizza und Olympique Marseille gespielt, ehe die Partie beim Stand von 1:0 zunächst unterbrochen und später abgebrochen wurde. Was war passiert?

Nizza-Fans stürmten im heimischen Allianz Riviera den Platz, es kam zu Tumulten zwischen Spielern beider Klubs, Betreuern und den Fans. Zuvor waren regelmäßig Gegenstände von der Tribüne auf das Spielfeld geflogen. Marseille-Star Dimitri Payet platzte der Kragen, nachdem er bei einem Eckball getroffen wurde und zunächst zu Boden sank. Der 34-Jährige warf eine Flasche zurück in die Nizza-Fankurve. Danach nahm das Chaos seinen Lauf!

Mehrere Marseille-Spieler warfen mit Flaschen auf die Fans. Die Anhänger drängten ihrerseits in den Innenraum. Nach dem Platzsturm wurde die Partie unterbrochen, Nizzas Präsident Jean-Pierre Rivère versuchte die wütende Menge zu beruhigen. Nach über einer Stunde stand die Entscheidung fest: Das Spiel wird abgebrochen. Die Marseille-Spieler weigerten sich, weiterzuspielen.

Neben Payet sollen laut französischen Medien mindestens zwei weitere OM-Spieler Verletzungen davongetragen haben. Ex-Hertha-Leihgabe Mattéo Guendouzi und Luan Peres sollen betroffen sein.

Klub-Präsidenten gehen aufeinander los

"Die Sicherheit unserer Spieler war nicht gewährleistet. Was heute geschehen ist, ist inakzeptabel. Wir müssen daraus einen Präzedenzfall für den französischen Fußball machen", echauffierte sich OM-Präsident Pablo Longoria im Anschluss.

Dabei erklärte er auch, dass die Liga gegen den Rat des Schiedsrichters versucht habe, das Spiel fortzusetzen. "Das ist nicht akzeptabel, deshalb haben wir beschlossen, nach Marseille zurückzukehren", so Longoria.

Nizzas Präsident Rivere hatte eine gänzlich andere Meinung: "Das Spiel hätte fortgesetzt werden können. Ich bin überzeugt, dass es sehr gut gelaufen wäre. Leider wollte Marseille das Spiel nicht fortsetzen." Für ihn habe "die Reaktion der beiden OM-Spieler" die Situation außer Kontrolle gebracht. Nizza-Fans seien während der Partie von den OM-Anhängern beworfen worden.

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, sollen die beiden Präsidenten ebenfalls aneinandergeraten sein. "Sie packten sich gegenseitig am Kragen, die Leibwächter mussten sie trennen", berichtete ein Zeuge.

In den kommenden Tagen muss die Ligue 1 nun entscheiden, wie das Spiel gewertet wird oder es eine Fortsetzung bzw. Wiederholung des Duells geben muss.

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