Lena Oberdorf kritisiert Bundestrainerin Voss-Tecklenburg

Martina Voss-Tecklenburg und Lena Oberdorf
Martina Voss-Tecklenburg und Lena Oberdorf / Thomas Eisenhuth/GettyImages
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Die unklare Lage rund um die deutschen Frauen-Nationalmannschaft beschäftigt nicht nur die Fans, sondern auch die Spielerinnen. Lena Oberdorf übt sogar öffentliche Kritik an Martina Voss-Tecklenburg.

Nach der enttäuschenden WM im Sommer, die für Deutschland mit dem Vorrunden-Aus geendet hat, hatte man beim DFB eine Aufarbeitung des Turniers angekündigt. Doch obwohl die WM nun schon seit zwei Monaten vorüber ist, lässt die Analyse noch immer auf sich warten.

Geschuldet war diese Verzögerung einer nicht näher genannten Erkrankung der Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die wochenlang krankgeschrieben war. Zunächst war ihre Co-Trainerin Britta Carlson für MVT eingesprungen, ehe in diesem Monat Horst Hrubesch als Interims-Bundestrainer für die DFB-Frauen verpflichtet wurde.

Wie Voss-Tecklenburgs Mann bekannt gab, ist die 55-Jährige aktuell aber nicht mehr krankgeschrieben. Stattdessen befindet sich die Bundestrainerin im Erholungserlaub, in dessen Zuge sie zuletzt sogar zwei Vorträge bei öffentlichen Veranstaltungen abgehalten hat. Die WM-Aufarbeitung lässt derweil weiter auf sich warten.

Erst Urlaub, dann Analyse

Der DFB reagierte auf diese Entwicklung am Wochenende mit einem Statement: "Über mögliche Veranstaltungsbesuche wurde der Verband seitens Martina Voss-Tecklenburg informiert. Der DFB hat den Auftritt von Voss-Tecklenburg beim Bayerischen Zahnärztetag zur Kenntnis genommen. Ein gemeinsames Gespräch soll unmittelbar nach Urlaubsende stattfinden." Eine Abfolge, die nicht nur bei zahlreichen Fans Fragen aufwirft.

Auch im Spielerinnenlager scheint das Vorgehen von Voss-Tecklenburg, lieber Vorträge abzuhalten als die WM endlich aufzuarbeiten, für Verwirrung zu sorgen. Lena Oberdorf teilte (via dpa) mit, es gebe bei ihr "ein paar Fragezeichen natürlich". Die Wolfsburgerin fuhr fort: "Ich hätte mir da durchaus etwas anderes gewünscht. Dass man sagt: Ok, wir klären erstmal, was bei der WM passiert ist."

Die 21-Jährige wollte die Frage, ob sie sich eine Rückkehr des Bundestrainerin wünsche, nicht konkret beantworten und meinte stattdessen: "Dadurch, dass man da eh keine Macht drüber hat, bin ich einfach nur hier [bei der Nationalmannschaft], um meinen Job zu machen. Das ist, zwei Spiele zu gewinnen. Alles Weitere wird der DFB dann regeln."

In der Öffentlichkeit sind das schon ziemlich deutliche Worte, die einen Einblick geben, wie zerrüttet das Verhältnis zwischen Bundestrainerin und der Mannschaft sein muss. t-online erfuhr zuletzt von einer dem Team nahestehenden Quelle sogar, dass Voss-Tecklenburg sich "von den Spielerinnen verraten" fühle. Das Verhältnis scheint nicht mehr zu retten.


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