FC Schalke 04

Kramer betont offene Duelle um Startplätze - Kapitäns-Wahl noch heute

Yannik Möller
Frank Kramer
Frank Kramer / Christof Koepsel/GettyImages
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Bereits in etwas mehr als einer Woche startet Schalke 04 ins erste Pflichtspiel der Saison. Noch, so Frank Kramer, haben sich keine Stammplätze in Stein gemeißelt. Dazu möchte er noch am Donnerstag die Antwort auf die Kapitänsfrage geben.


Es hatte sich bereits durch die letzten Testspiele gezogen: Eine klare Stammelf hat sich Frank Kramer noch nicht zurecht gelegt. Bis auf die letzte Partie wurde immer mindestens ein Großteil der Spieler durchgewechselt, wobei zuletzt auch vergleichsweise häufig getauscht wurde.

Dass sogar Amine Harit und Ozan Kabak jeweils eine Halbzeit aufspielen durften, wobei sie später keine Rolle mehr spielen werden, macht klar: Der Coach hat noch keine Notwendigkeit gesehen, eine zumindest halbwegs klare Elf einspielen zu lassen. Und das obwohl Schalke in der nächsten Woche in die erste Pokal-Runde starten wird.

Kramer betont offenen Konkurrenzkampf: "Alle müssen top Leistungen bringen"

Der Hintergrund dafür ist der vollkommen offene Konkurrenzkampf, den Kramer möchte und gegenüber dem kicker auch nochmal in den Fokus rückt.

"Es ist normal, dass diejenigen, die einen maßgeblichen Anteil am Aufstieg hatten, im Zweifelsfall vielleicht einen kleinen Bonus haben", erklärte er. Dann betonte er aber direkt die Notwendigkeit für konstant gute Auftritte: "Dennoch müssen alle top Leistungen bringen und diese auch immer wieder bestätigen. Wir können unsere Ziele nur erreichen, wenn wir alle mit ins Boot holen."

Ein gutes Beispiel für diese Situation dürfte Marcin Kaminski sein. Der Innenverteidiger war in der Vorsaison gesetzt. Nun, mit den drei Neuzugängen um Leo Greiml, Ibrahima Cisse und allen voran Maya Yoshida, während Malick Thiaw noch das blau-weiße Trikot trägt, wird es voraussichtlich sehr schwer für ihn, halbwegs regelmäßig aufzuspielen.

Marcin Kaminski
Marcin Kaminski / Francesco Pecoraro/GettyImages

Die Lage und Struktur innerhalb der Mannschaft hat sich logischerweise verändert. Nach ein paar Wochen in der Vorbereitung kann Kramer daher auch noch keine Startelf-Plätze vergeben - zumindest nicht über mehrere Partien gesehen.

"Nach gerade einmal vier Wochen Vorbereitung haben sich noch keine Stammplätze herauskristallisiert, von denen man sagen könnte, dass sie bereits in Stein gemeißelt sind", so seine deutliche Auffassung.

Eine einzelne, aber sehr wichtige Ausnahme gibt es jedoch: Alexander Schwolow. Er ist als Nummer eins gekommen, soll die Nummer eins auch bleiben und hat bislang auch den Eindruck erweckt, dass er diese Rolle übernehmen kann.

Der Leih-Keeper, so Kramer, habe sich "vom ersten Moment an super eingebracht". Dazu hinterlasse er tagtäglich "einen sehr guten Eindruck".

Kramer plant Kapitäns-Bekanntgabe noch für den Donnerstag

Zwar nicht wirklich offen, aber zumindest noch nicht entschieden ist auch die Kapitänsfrage.

Das Positive: Zum ersten Mal seit mehreren Jahren scheint dieses Thema bei S04 spürbar an Bedeutung verloren zu haben. Es scheint, als wäre es gar zweitrangig, wer mit dem 'C' auf dem Arm auflaufen wird, weil die Mannschaft als Konstrukt und Einheit auch so zu funktionieren scheint.

Das war bereits in Liga zwei ein großer Vorteil, den es bei Königsblau in der Form lange nicht mehr gab. Am wahrscheinlichsten wirkt wohl die Wiederwahl von Danny Latza.

Tobias Mohr, Danny Latza
Danny Latza (re.) mit Tobias Mohr / Christof Koepsel/GettyImages

Der Trainer möchte das Thema zeitnah abhaken können. "Wir haben die vergangenen Tage und Wochen intensiv genutzt, um uns mit allen Beteiligten umfassend auszutauschen", so Kramer. Dieser Prozess sei nun "weitgehend abgeschlossen". Eine Entscheidung wolle er noch am heutigen Donnerstag bekanntgeben.

Latza spielte im vergangenen Jahr zwar vergleichsweise wenig, und auch in diesem Jahr ist seine Rolle durch Konkurrenz vor allem seitens Alex Kral und Tom Krauß nicht in Stein gemeißelt. Doch muss er nicht unbedingt ein Stammspieler sein, um das Team führen zu können.

Es würde nicht überraschen, sollte sich Kramer für einen ganz pragmatischen Weg entscheiden: 'If it ain't broke, dont fix it'. Doch auch Simon Terodde werden gute Chancen eingeräumt.


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