Kritik am Dubai-Trainingslager - Glasner reagiert deutlich

Yannik Möller
Oliver Glasner
Oliver Glasner / Alex Grimm/GettyImages
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Um sich auf die zweite Saisonhälfte vorzubereiten, wird Eintracht Frankfurt ein Trainingslager in Dubai beziehen. Diese Bekanntgabe sorgte für ordentlich Kritik aus der Fangemeinschaft. Oliver Glasner kann diese Kritik allerdings "nicht nachvollziehen".


Die Weltmeisterschaft in Katar ist nicht die einzige Gelegenheit, den Fußball daran zu erinnern, Partnerschaften mit Ländern, in denen es größere Probleme mit Menschenrechten gibt, zu meiden. Was viele vor und rund um die WM kritisiert haben, trifft nun auch in gewisser Weise auf Eintracht Frankfurt zu.

Wie der Klub am Dienstag bekanntgab, wird die SGE Anfang Januar ein Trainingslager in Dubai beziehen. Das Ziel, deutlich gewöhnlicher als der Reiseort: Für den zweiten Teil der Saison möchte der Verein bestmöglich vorbereitet sein.

Aus der Fangemeinschaft gibt es jedoch laute Kritik an der Auswahl von Dubai. Es wird auf die problematischen Menschenrechtssituationen hingewiesen - wie es auch bei der WM in Katar der Fall ist.

Glasner verteidigt Dubai-Trainingslager: "Aufpassen, den Sport nicht zu missbrauchen"

Oliver Glasner hingegen verteidigt das angesetzte Trainingslager. Er stellte klar, dass er die aufkommende Kritik "nicht nachvollziehen" kann (via kicker).

"Wir müssen uns nicht dafür rechtfertigen, dass wir nach Dubai ins Trainingslager fahren", so der Trainer deutlich. Diese Aussage untermauerte er damit, dass Dubai auch für viele Deutsche ein inzwischen beliebtes Reiseziel für den privaten Urlaub sei.

"Wenn sich der Fußball oder der Sport insgesamt immer zu allen Missständen äußern würde, wären wir jede Woche nur damit beschäftigt. Es gibt viele Missstände auf der Welt, in vielen Ländern", führte er aus. Als Sportler müsse man sich aber doch nicht zu jeder Verfehlung anderer äußern.

Glasner weiter: "Wo fängt man dann an und wo hört man auf? Wir müssen aufpassen, den Sport nicht zu missbrauchen."

Das Trainingslager sei aufgrund der guten Voraussetzungen und somit aus "rein sportlichen Gründen" ausgewählt worden. Die SGE sieht die optimalen Begebenheiten, um sich bestens vorbereiten zu können. Angesichts des Pensums der Mannschaft sei das "sehr wichtig".

Natürlich müsse man "viele Entwicklungen auf der Welt" im Auge behalten und sich dazu entsprechend positionieren, leitete der Trainer sein Schlussplädoyer ein. "Aber wir dürfen unseren Fokus nicht verlieren und müssen uns auf unseren Job konzentrieren."


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