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Krisensitzung in Mainz: Beierlorzer vor Rauswurf - Schröder darf bleiben

Sep 28, 2020, 9:21 AM GMT+2
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Sitzt Achim Beierlorzer (52) gegen Union Berlin noch auf der Mainzer Bank? | MARTIN MEISSNER/Getty Images
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Beim FSV Mainz 05 läuft alles schief: Nach den Eklats der vergangenen Woche, verloren die Nullfünfer nun auch ihr zweites Saisonspiel sang- und klanglos. Der Rauswurf von Cheftrainer Achim Beierlorzer scheint nur eine Frage der Zeit. Sportvorstand Rouven Schröder darf derweil aller Voraussicht nach bleiben.

Nach den Eklats am Mainzer Bruchweg, dem Wirrwarr um die (ausstehenden) Gehaltszahlungen sowie der Suspendierung von Angreifer Ádám Szalai, hängt der Haussegen in Rheinhessen nun endgültig schief. Cheftrainer Beierlorzer erreicht die Mannschaft nicht mehr und verliert den Rückhalt seiner Spieler. Das zeigt auch die kampf- und lustlose 1:4-Heimpleite gegen Aufsteiger VfB Stuttgart.

Jonathan Burkardt
Die Mainzer Kellerstimmung - ein Symbolbild | Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Der Mainzer Fehlstart ist perfekt und schon nach zwei Spieltagen könnten die Nullfünfer es den Schalkern gleichtun, indem sie ihren Übungsleiter noch in dieser Woche entlassen. Die Vereinsverantwortlichen trafen sich bereits am Sonntagmorgen zur "ergebnisoffenen Analyse". Während Beierlorzer noch wie gewohnt die Regenerationseinheit am Nachmittag leitete, diskutierten Sportvorstand Rouven Schröder und Vorstandschef Stefan Hofmann bereits mehrere Stunden.

Mainz gegen Union mit Interimslösung?

Auch Beierlorzer war rund 90 Minuten Teil des Gesprächs. Ein Ergebnis verkündeten die Mainzer am Sonntag noch nicht. In Mannschaftskreisen ist man sich laut Bild derweil sicher, dass der 52-jährige Franke am Dienstag kein FSV-Trainer mehr ist. "Ich gehe aber davon aus, gegen Union dabei zu sein", ließ Beierlorzer indes nach dem Spiel verlauten.

Jan Siewert
Mainz' Junioren-Cheftrainer Jan Siewert (zuletzt Huddersfield) könnte das Team interimsweise leiten | Ben Early/Getty Images

Einen neuen Cheftrainer noch vor der Partie bei Union Berlin am Freitagabend (20.30 Uhr) einzustellen, würde tatsächlich wenig Sinn ergeben - zu kurz wäre die Eingewöhnungszeit. Anstelle von Beierlorzer könnten für die Partie in der Hauptstadt allerdings auch Co-Trainer Jan-Moritz Lichte oder aber Juniorenchefcoach Jan Siewert interimsweise das Zepter übernehmen. In der darauffolgenden Länderspielpause hätten die Mainzer dann genügend Zeit, ihren neuen Coach vorzustellen.

Was wird aus Schröder?

Eine Trennung von Beierlorzer scheint unumgänglich - zu fragil und brüchig sein Verhältnis innerhalb des Teams. Wie es mit Sportvorstand Schröder weitergeht, steht derweil in den Sternen. Auch der 44-Jährige ist in Mainz nicht unumstritten. Das Vertuschen der Gehaltsprobleme, die Zusammenstellung einer charakterlich schwierigen Mannschaft und das ständige Festhalten an Beierlorzer in der Vergangenheit bilden nur einige Kritikpunkte. Der Szalai-Rauswurf setzte der ganzen Causa nun die Krone auf.

Sportvorstand Rouven Schröder darf bleiben
Sportvorstand Rouven Schröder darf bleiben | TF-Images/Getty Images

Schröders Vorteil: Im Verein gibt es eigentlich niemanden, der ihn feuern könnte. Schröder selbst gehört zu den "stärksten" Verantwortlichen im Klub. Zudem lastet vieles auf seinen Schultern. Bis zum 5. Oktober muss er noch Mateta und/oder Quaison verkaufen, denn die Mainzer brauchen dringend Geld. Schröder wird also bleiben dürfen, kann sich zukünftig aber auch nicht mehr allzu viele Fehltritte erlauben.

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