Korrupte FIFA will Social-Media-Beiträge zensieren

Tal Lior
FIFA-Präsident Gianni Infantino
FIFA-Präsident Gianni Infantino / KARIM JAAFAR/GettyImages
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Am gestrigen Samstag veröffentlichte die FIFA die Resultate einer "unabhängigen" Studie zu diskriminierenden Social-Media-Beiträgen gegen Fußballer. Vor allem in England wurden die Ergebnisse in den Medien mit großem "Schock" wahrgenommen. Wenn man sich jedoch wenige Minuten mit der Studie auseinandersetzt, wird einem sofort offenbart, dass hier eine der korruptesten Organisationen der Welt erneut die Presse an der Nase herumführt.


Mit der Studie wurde das britische Unternehmen Signify beauftragt. Das vom High-Tech-Start-Up entwickelte AI-Programm "Threat Matrix" durchsuchte exakt 406.987 Beiträge auf Twitter und Instagram, die rund um das Finale der Europameisterschaft 2020 und das Finale der Afrikameisterschaft 2022 an die beteiligten Spieler und Trainer gerichtet wurden.

Zur genauen Methodologie des Programms - und wie es diskriminierende Beiträge identifiziert -wurden keine Angaben gemacht. Was gilt für Signify als rassistische oder homophobe Beleidigung? Dies werden wir nie wissen.

Doch auch wenn man diesen Punkt außer Acht lässt, spricht das Resultat der Untersuchung der Beiträge eine deutliche Sprache: 58% (!) der involvierten Spieler wurden Opfer von diskriminierenden Beiträgen! Dieselbe Prozentzahl der Beiträge ist zudem bis heute auf den Social-Media-Plattformen sichtbar! "Schockierende" Zahlen, wie englische Medien wie der Mirror oder die Daily Mail schreiben.

Es gibt jedoch eine Frage, die von den Pressesprechern der FIFA kaum beantwortet wird. Wie viele Beiträge waren denn tatsächlich laut dem AI-Programm diskriminierend? Die Antwort: 0,13 Prozent. Nicht zehn Prozent, nicht mal ein Prozent, sondern knapp einer von 1000 Beiträgen wurde als diskriminierend ausgemacht.

"Es ist unsere Pflicht, den Fußball zu schützen, und das beginnt bei den Spielern, die uns allen durch ihre Leistungen auf dem Spielfeld so viel Freude und Glück bringen."

Gianni Infantino, FIFA-Präsident

Wenn man beachtet, welche Maßnahmen FIFA deshalb ergreifen will, muss man schon staunen. FIFA-Präsident Gianni Infantino kündigte an, dass man gemeinsam mit der Spielergewerkschaft FIFPRO künftig dafür sorgen will, dass Fußballer sowie ihre Follower solche diskriminierenden Posts nicht mehr sehen können.

Wie man das genau bewerkstelligen will, wurde nicht weiter ausgeführt. Solch eine Reduktion der Sichtbarkeit eines Posts müsste jedenfalls durch die Plattformen selbst ausgeführt werden. Dies bedeutet also, dass FIFA Einfluss darauf haben könnte, welche Posts sichtbar sein sollen und welche nicht.

Doch will man wirklich einem derart korrupten Organ, das über weitaus schlimmere Probleme verfügt als "Online-Diskriminierung", solch eine Entscheidungshoheit überlassen? Hoffen wir, dass die Social-Media-Plattformen dieses Spiel nicht mitspielen. Denn wenn die FIFA etwas eindrosseln sollte, dann ist es die eigene Korruption.

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