Könnte Schalke einen erneuten Abstieg überhaupt überleben?

FC Schalke 04
FC Schalke 04 / Max Ellerbrake - firo sportphoto/GettyImages
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Mehr als ein Viertel der Zweitliga-Saison ist absolviert und der FC Schalke hat bereits mehrere Punkte Abstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Der Gang in Liga drei ist gar nicht so unrealistisch. Würde der Klub dieses Szenario überhaupt überleben?

Nach zehn gespielten Partien sind es bereits fünf Punkte Abstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz für den FC Schalke, der zurzeit auf dem Relegationsplatz der 2. Bundesliga steht. Ob man es hören mag oder nicht: Bislang ist der zweite Abstieg hintereinander und somit der Gang in Liga drei ein realistisches Szenario für die Gelsenkirchener.

War eigentlich der direkte Wiederaufstieg das Ziel, so würden die allermeisten Fans inzwischen wohl ihre Unterschrift unter einen gesicherten Platz im Tabellen-Mittelfeld setzen. Zu schlecht spielt die Mannschaft auf, zu wenig Gründe für Optimismus gibt es derzeit. Das große Horrorszenario wird den Klub mindestens noch ein paar Wochen begleiten, wenn nicht gar noch schlimmer werden.

Deshalb muss die Frage gestellt werden, ob Schalke überhaupt den erneuten Abstieg überleben würde - insbesondere im Hinblick auf die Finanzen.

Trotz womöglich notwendiger & harter Maßnahmen: Drittliga-Lizenz wäre keine Garantie

Die TV-Erlöse würden deutlich sinken, das Potenzial für Sponsoring-Einnahmen ebenso. Informationen der Bild zufolge müssten die Verantwortlichen im Abstiegs-Falle jedes noch so kleine oder befürchtete Szenario in den Blick nehmen, es dürfte wohl - im Sinne des reinen Überlebens des Vereins - keine Maßnahme ausgeschlossen werden.

So könnte Königsblau die eigenen Marketing- und Cateringrechte verkaufen müssen. Womöglich müsste sogar die Veltins-Arena verkauft werden, die vor wenigen Jahren endlich abbezahlt werden konnte.

Doch selbst der Stadion-Verkauf wäre alles andere als eine gesicherte Sache. "So viele Interessenten wird es dafür wohl nicht geben. Früher waren die Kommunen dafür geeignete Kandidaten, aber wer die finanzielle Situation der Stadt Gelsenkirchen kennt, weiß, dass das fraglich ist", kommentierte Prof. Dr. Christoph Breuer von der Sporthochschule Köln diese Maßnahme gegenüber der Bild.

Auch das Einstellen von anderen Abteilungen des Vereins, etwa der Frauenfußball, der Basketballer oder sogar der U23-Mannschaft, wäre nicht auszuschließen. Immerhin würden auch sie Kosten verursachen, die Schalke dann nicht mehr auffangen kann.

Veltins-Arena From Above
Die Veltins-Arena / Lars Baron/GettyImages

Und trotz all dieser vielfältigen, großen und zwangsweise in den Fokus rückenden Maßnahmen wäre es dem Bericht zufolge noch immer nicht gesichert, dass die Knappen dann die notwendige Lizenz für die dritte Liga bekämen. Immerhin ist der Schuldenberg noch immer sehr groß, während die durchschnittlichen Einnahmen durch den Wettbewerb deutlich geringer ausfallen würden, als noch in der zweiten Liga.

Das absolute Horrorszenario: Der Zwangsabstieg in Liga vier. Das wäre wohl zweifelsohne das Ende von dem Schalke, wie man es in dieser Form kennt. Selbst der Abstieg in Liga drei würde nachhaltige und schwerwiegende Folgen haben, schon alleine im Fan- und Finanz-Bereich. Es wäre eine Schädigung des Klubs, von der sich dieser wohl kaum wieder erholen könnte.

Es ist wohl keine Überraschung, dass sich der Aufsichtsrat und der Vorstand bezüglich dieses Szenarios so bedeckt halten. Wenn selbst schon ein Verbleib in Liga zwei für mehrere Jahre ein Kraftakt ist, wie schlimm würde ein erneuter Abstieg den FC Schalke treffen? Die gute Nachricht: Noch sind rund zwei Drittel der Saison nicht gespielt und somit noch viele Punkte zu vergeben.


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