FC Schalke 04

Bericht: Knall zwischen Schröder und Aufsichtsrat sorgte für Schalke-Aus

Yannik Möller
Rouven Schröder
Rouven Schröder / Christof Koepsel/GettyImages
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Inzwischen ist klar, dass das Aus von Rouven Schröder bei Schalke 04 eine längere Entwicklung war. Aber als endgültiger K.o. ist wohl ein Knall zwischen ihm und dem Aufsichtsrat anzusehen, als es um die Trainersuche ging.


Peter Knäbel - und auch Thomas Reis - betonten vor einer Woche bei der Vorstellung des neuen Trainers, dass sie bereits seit etwas längerer Zeit vom bevorstehenden Abgang von Rouven Schröder gewusst hätten. Mittlerweile haben sich auch die Medienberichte gehäuft, in denen tatsächlich von einer solchen Entwicklung die Rede ist.

Nun berichtet auch die Sportbild von dem internen Streit, der das Fass zum Überlaufen brachte. Dabei geht es insbesondere um die Trainersuche und die finalen Schritte in der Verpflichtung von Thomas Reis.

Aufsichtsrat vs. Schröder: Reis-Verpflichtung mitsamt Ablösesumme als endgültiger Bruch

Über eine Woche lang hatten Schröder und Co. diskutiert, welcher Coach nun für Schalke in Frage kommt und welcher am ehesten erfolgreich sein würde. Nachdem es bei Personalien wie Bruno Labbadia oder Domenico Tedesco keinerlei Erfolgsaussichten gab, erfolgte der Fokus auf Reis. Bereits im Sommer hatten der Sportdirektor und er im Austausch bezüglich eines Wechsels gestanden.

Am Dienstagnachmittag, zwei Tage vor der offiziellen Vorstellung und einen Tag vor dem Schröder-Aus, hatte er beim VfL Bochum angerufen. Dem Bericht zufolge standen die Rahmenbedingungen für die Ablöse, von der Reis einen Teil sogar selbst zahlt, recht schnell fest.

200.000 Euro müssten gezahlt werden, dazu weitere 100.000 Euro insofern die Klasse gehalten wird. Während Schröder und der Vorstand der Ansicht waren, dass es sich dabei um eine branchenübliche Summe und Herangehensweise handelte, war der Aufsichtsrat offenbar sehr überrascht: Dem Kontrollgremium soll die Ablöse deutlich zu hoch gewesen sein, zumal Reis vor einigen Wochen freigestellt wurde. Man hätte wohl einen ablösefreien Wechsel erwartet.

Schröder habe mit "blankem Unverständnis" auf die Kritik des Aufsichtsrates reagiert. Zu diesem Zeitpunkt sei dem Vorstand klar gewesen, dass das der endgültige Schlag war, der den Ausstieg des Sportdirektors schlussendlich besiegelt hat. Und so kam es dann auch.

Rouven Schroeder, Frank Kramer
Schröder mit Frank Kramer / Christof Koepsel/GettyImages

Veränderung nach Kurzurlaub: Schröder soll deutlich dünnhäutiger gewesen sein

Und trotzdem ging auch dieser Explosion eine Entwicklung voraus. Der Sportbild zufolge habe Schröder in der Länderspielpause im Herbst einen kurzen Urlaub eingelegt - nach anderthalb Jahren sehr harter und zeitintensiver Arbeit wohlverdient. Bei seiner Rückkehr wäre er jedoch verändert gewesen. Das hätten zahlreiche Mitarbeiter so wahrgenommen und bestätigt.

Schröder soll anschließend viel dünnhäutiger gewesen sein. Kritik an seinen Entscheidungen, etwa bei Transfers, habe ihn "mächtig verärgert". Dass es aus dem Aufsichtsrat mehrere kritische Nachfragen bezüglich so mancher Personalentscheidung gab, dürfte ihn bereits gereizt haben. Als sich Gerald Asamoah beim Spiel bei der TSG Hoffenheim etwas in die Halbzeitansprache einmischte, soll er ihn angefahren haben, er solle sich doch bitte zurückhalten.

Ebenso war der AR über die im Vertrag von Frank Kramer verankerte "Feuer-Klausel" überrascht gewesen. Angeblich der Tenor: Schröder habe wohl schon bei der Unterschrift des Trainers geahnt, dass er ihn früher oder später wieder entlassen müsse. Eine überzeugende und überzeugte Arbeit würde wohl anders aussehen.

Knäbel hatte ihm zum Schluss noch angeboten, Teile seiner Arbeit abzunehmen. Etwa diverse Öffentlichkeitsauftritte zu übernehmen, um Schröder etwas aus der Schusslinie zu nehmen. Alles ohne Erfolg: Am Mittwoch, als mit Reis alles so gut wie klar war, richtete Schröder seine letzten Worte an die Mannschaft.


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