Anhaltende Kritik: Klopp zieht bei Núñez Vergleiche mit Ex-Schützling

Yannik Möller
Darwin Núñez
Darwin Núñez / Jean Catuffe/GettyImages
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Für stolze 80 Millionen Euro wechselte Darwin Núñez im Sommer zum FC Liverpool. Seitdem muss er viel Kritik einstecken, teilweise wird sich sogar über seine Chancenverwertung lustig gemacht. Jürgen Klopp sieht dahingehend einen passenden Vergleich zu Robert Lewandowski.


Die sozialen Netzwerke sind voll mit Posts und Tweets, in denen sich über Darwin Núñez lustig gemacht wird. Clips von verpassten Großchancen, bei denen gefragt wird, ob das der Liverpool-Stürmer ist. Bilder von Kleinkindern von Profi-Spielern, denen auf dem Platz ein freies Tor gegeben wird, um schießen zu können mit der Überschrift: "Wie die Liverpool-Spieler versuchen, dass Núñez trifft."

Derartige "Witze" sind dieser Tage, da der Spielbetrieb in England wieder aufgenommen wurde, überall und zahlreich zu finden.

Dass der 23-Jährige im vergangenen Sommer für satte 80 Millionen Euro von Benfica verpflichtet wurde, tut ihm dahingehend auch keinen Gefallen. Die neun Tore in bislang 20 Einsätzen für die Reds sind kein schlechter Wert - aber es hätten tatsächlich einige mehr sein können.

Klopp erinnert sich an Torlos-Wetten mit Lewandowski: "Meine Taschen waren voller Geld"

Diese Umstände und die öffentliche Kritik an dem Stürmer rufen bei Jürgen Klopp ganz spezielle Erinnerungen wach - und zwar an Robert Lewandowski und seiner ersten Saison bei Borussia Dortmund.

"Da gibt es viele Gemeinsamkeiten, um ehrlich zu sein", so Klopp (via Telegraph). "Ich denke, Lewy würde die gleiche Geschichte erzählen. Wir hatten Torschuss-Einheiten, in denen er nicht einen Treffer erzielen konnte."

Der Liverpool-Coach führte aus: "Wir haben immer wieder um zehn Euro gewettet, weil ich sagte: 'Wenn du mehr als zehn Mal triffst, gebe ich die dir zehn Euro und wenn nicht, dann du mir.' Meine Taschen waren voller Geld."

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Jürgen Klopp mit Robert Lewandowski zu BVB-Zeiten / JOHN MACDOUGALL/GettyImages

Damals sei er recht häufig gefragt worden, warum nicht Lucas Barrios anstelle von Lewandowski spielen würde. Immerhin habe dieser damals schon 16 Tore erzielt gehabt, dazu war er der erste Stürmer beim BVB. "Also hat Lewy auch auf anderen Positionen gespielt, um sich an andere Aufgaben zu gewöhnen. Er hat beispielsweise als Zehner in einem 4-2-3-1 gespielt. Das ergab damals Sinn für mich, weil ich wollte, dass er sein Spiel weiterentwickelt", so der 55-Jährige.

Dass Núñez bislang weniger trifft, als er es könnte, ist für Klopp definitiv kein Grund, den Glauben an ihn zu verlieren. Immerhin ist es Lewandowski ähnlich ergangen, und auch er hat sich noch ziemlich gut entwickelt.

"Man muss dabei nur ruhig bleiben. Wenn man das Potenzial sieht, dann bleib ruhig. Je eher man [die Kritik und Social Media] abhaken kann, desto besser ist es", erklärte Klopp.

Natürlich habe er sich ebenfalls über vergebene Torchancen geärgert, "aber das kommt schon noch": "Ich hatte diese Situation auch schon mit Lewy, aber nicht nur mit Lewy. Er ist aber der offensichtliche Vergleich. Das Team ist von Núñez völlig überzeugt und das ist wirklich cool."


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