Khedira vor dem Abschied bei Juve

Sami Khedira steht bei Juve im Regen
Sami Khedira steht bei Juve im Regen / Mike Kireev/MB Media/Getty Images
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Dass Sami Khedira eine schwere Saison bevorstehen würde, war schon im letzten Sommer abzusehen. Doch der ehemalige deutsche Nationalspieler wollte sich im Gegensatz zu Gonzalo Higuain oder Blaise Matuidi nicht vorzeitig von Juventus Turin trennen. Die Quittung dafür war bislang keine einzige Nominierung für den Kader, ein Abschied im Winter scheint also wahrscheinlich. Dabei fordern italienische Medien und die Juve-Fans einen Verbleib.

Nicht eine Sekunde durfte Sami Khedira in der laufenden Saison für Juventus auf dem Rasen stehen, nicht einmal für den Kader wurde er nominiert. Juves neuer Coach Andrea Pirlo übernahm im Sommer 2020 die "Alte Dame" und zeigte Khedira seine nicht vorhandene Perspektive offen auf. Doch Khedira fand scheinbar kein Angebot interessant genug, um sein bis zum Sommer 2021 datiertes Engagement bei Juve zu beenden.

In der Folge wurde Khedira von Pirlo quasi ausgemustert, der Trainer will mit allen Mitteln den überfälligen Umbruch vorantreiben. Doch Juve steht nach sieben Spieltagen in der Serie A nur auf Rang fünf - obwohl man sich dabei in Schlagdistanz zur Spitze befindet, ist dies für die Medien und Tifosi gleichermaßen Anlass genug, um den verschmähten Khedira zu fordern.

Medien fordern Erfahrung - Pirlo setzt auf die Jugend

Ähnlich der Thematik um Thomas Müller und Mats Hummels im Bezug auf eine Rückkehr in die im Umbruch befindliche DFB-Elf, werden auch in Turin die Stimmen immer lauter, die das Fehlen eines erfahrenen Spielers für die aktuell schwankenden Leistungen verantwortlich machen.

"Dem Mittelfeld von Juve scheint es an Charisma, Führung und Erfahrung zu mangeln. Paradox: Alle drei Qualitäten sind in jenem Spieler zu finden, der eigentlich nicht mehr für das Projekt vorgesehen ist. Derjenige Khedira, der in der Juve-Vergangenheit so nützlich war und nun vollkommen außen vor ist", schrieb zuletzt die Gazzetta dello Sport und sprach dabei den Fans aus dem Herzen.

Doch dass dieser Appell Juve-Trainer Pirlo überzeugen wird, fortan wieder auf den 33-Jährigen zu setzen, ist mehr als fraglich.

Pirlo und Khedira standen sich bei der EM 2012 gegenüber
Pirlo und Khedira standen sich bei der EM 2012 gegenüber / Claudio Villa/Getty Images

Wie bei der EM 2012, als die deutsche Elf mit Khedira im Halbfinale an den von Pirlo orchestrierten Italienern scheiterte, wird auch Khediras Rückkehr in die Mannschaft von Juve scheitern. Denn parallel zu Jogi Löw will auch Pirlo seinen Weg mit jungen Spielern unbeirrt weitergehen.

"Wir haben junge Spieler wie Rodrigo Bentancur, Arthur oder Adrien Rabiot und haben viele falsche Entscheidungen getroffen. Wir benötigen mehr Spiele, in denen wir Erfahrung sammeln", sagte Pirlo nach dem 0:2 in der Königsklasse gegen den FC Barcelona.

Auch Khedira selbst soll dieser Entschluss klar sein, nach Angaben der Bild will der gebürtige Stuttgarter im Winter den Verein verlassen. Selbstredend nur dann, wenn die Angebote stimmen.