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"Können mit Entwicklung sehr gut leben" - Kahn erklärt Lewandowski-Verkauf

Daniel Holfelder
Saß bei den Lewandowski-Verhandlungen stets im "Driver's Seat": Bayern-Vorstandsboss Oliver Kahn
Saß bei den Lewandowski-Verhandlungen stets im "Driver's Seat": Bayern-Vorstandsboss Oliver Kahn / Jonathan Moscrop/GettyImages
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Nach wochenlangen Verhandlungen hat sich der FC Bayern dazu entschlossen, Robert Lewandowski die Freigabe für einen Wechsel zum FC Barcelona zu erteilen. Vorstandsboss Oliver Kahn schildert im Bild-Interview die Gründe für diese Entscheidung.


Noch vor zwei Monaten hatte Kahn einem Wechsel des Polen eine klare Absage erteilt. Seinen Sinneswandel erklärt der ehemalige Bayern-Keeper mit der Ablösesumme, "bei der ein Verkauf für uns absolut sinnvoll ist" sowie der Verpflichtung von "Weltklassespieler" Sadio Mané. Diese beiden Faktoren hätten, so Kahn, "die Lage grundlegend geändert".

Seine bei der Meisterfeier im Mai gegenüber dem Bayerischen Rundfunk getätigte Aussage "Er hat einen Vertrag bis 2023. Diesen Vertrag wird er erfüllen. Basta!" betrachtet der 53-Jährige rückblickend nicht als Fehler. "Zum damaligen Zeitpunkt war das aus meiner Sicht absolut richtig und notwendig", erklärt Kahn und weist darauf hin, dass die Bayern während der Lewandowski-Verhandlungen stets im "Driver's Seat" gesessen und aus einer "Position der Stärke" heraus agiert hätten. "Am Ende war es unserer Meinung nach das Beste, Robert die Freigabe zu erteilen. Wir als FC Bayern können mit dieser Entwicklung sehr gut leben", fasst der Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge die jüngsten Entwicklungen zusammen.

Dem Gerücht, wonach die Freigabe für Lewandowski auf die Intervention des Aufsichtsrats hin erfolgt sei, widerspricht Kahn deutlich. "Nein, das kann nicht sein", antwortet er auf die konkrete Frage, ob es sein könne, dass er vom Aufsichtsrat überstimmt worden sei. "Das ist eine Entscheidung des Vorstandes mit mir als Vorstandsvorsitzendem. Natürlich sind wir dabei immer gut abgestimmt mit dem gesamten Aufsichtsrat um Herbert Hainer." Er fürchte auch keinen Gesichtsverlust, nachdem er einen Verkauf von Lewandowski zunächst ausgeschlossen hatte.

Lewandowski-Ersatz? Kahn hält sich bedeckt

Zu einer Verpflichtung eines Lewandowski-Nachfolgers äußert sich der Vorstandsvorsitzende zurückhaltend. "Wir beobachten den Markt permanent und wenn sich eine Gelegenheit ergeben sollte, werden wir da sein", meint Kahn. "Wir wissen sehr gut, was wir Robert alles zu verdanken haben, aber den FC Bayern haben auch früher schon große Spieler verlassen und auch danach ist die Bayern-Welt nicht auseinandergebrochen. Im Gegenteil, oftmals ging es noch erfolgreicher weiter."

Kahn betont, dass bereits mit dem aktuellen "sehr guten Kader alle Titel möglich" seien. "Unsere Offensive ist herausragend besetzt und unser Trainer Julian Nagelsmann hat ein großes Repertoire, um unser Angriffsspiel auf höchstem Niveau zu halten", so der "Titan" weiter.

Gleichwohl sei der deutsche Rekordmeister, "wie die aktuelle Transferperiode zeigt, [...] ein hochattraktiver Klub für die Top-Spieler Europas." Außerdem verschaffe die Ablösesumme für Lewandowski den Münchnern "weiteren Spielraum" auf dem Transfermarkt.


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