Kaderbaustellen von Eintracht Frankfurt: Wo im Winter nachgelegt werden muss

Henry Einck
Eintracht Frankfurt spielt eine starke Saison.
Eintracht Frankfurt spielt eine starke Saison. / Adam Pretty/GettyImages
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Eintracht Frankfurt gehört zu den Teams der Stunde. Die Eintracht spielt in der Bundesliga um einen Champions-League-Platz und steht im Achtelfinale von DFB-Pokal und Königsklasse. Um für die entscheidenden Wochen im Frühjahr gerüstet zu sein, könnten einige Kaderveränderungen im Wintertransferfenster hilfreich sein.


Das Sommertransferfenster war für Eintracht Frankfurt ein voller Erfolg. Randal Kolo Muani gehörte zu den Shootingstars der Hinserie, Mario Götze hat zu alter Stärke zurückgefunden und auch PSG-Leihgabe Junior Dina Ebimbe (22) fügt sich immer besser ein. Dass die Hessen so stark aufspielen, hat zur Folge, dass einige Stars international begehrt sind.

So werden Kolo Muani, Evan Ndicka, Daichi Kamada und weitere Adler mit internationalen Top-Clubs in Verbindung gebracht. Schon im Winter drohen folgenschwere Abgänge. Dadurch ergeben sich Kaderbaustellen, auf die die Eintracht-Verantwortlichen vorbereitet sein sollten. An mehreren Stellen könnte - in manchen Fällen sollte - sich der Kader im Januar verändern.

1. Innenverteidigung

Evan Ndicka
Evan Ndicka / Frederic Scheidemann/GettyImages

Die Innenverteidigung wird bei Eintracht Frankfurt insbesondere mit Weitsicht zur Baustelle. Im Sommer laufen mit Evan Ndicka (23), Almamy Touré (26) und Makoto Hasebe (38) die Verträge von gleich drei zentralen Verteidigern aus. Ndicka könnte die Hessen sogar schon im Winter verlassen, Jérôme Onguéné (25) möchte zudem auf Leihbasis wechseln.

Dann ständen mit Tuta (23) und Hrvoje Smolcic (22) sowie den genannten Touré und Hasebe vier nominelle Innenverteidiger für die Rückrunde zur Verfügung. Kristijan Jakic (25) kann zwar zurückrücken. Gerade für die von Trainer Oliver Glasner (48) favorisierte Dreierkette wäre das aber dennoch eine dünne Besetzung.

Wie man es vom Bundesligisten aus der Vergangenheit kennt, könnten die Verantwortlichen potenzielle Abgänge wie Ndicka durch Talente ersetzen. Interesse soll die Eintracht an Jakub Kiwior (22) von Spezia Calcio, Hjalmar Ekdal (24) von Djurgårdens und Leandro Morgalla (18) von 1860 München haben. Alle drei Kandidaten könnten in die Rolle hereinwachsen.

2. Flügelverteidigung

Ismail Jakobs
Ismail Jakobs / Jonathan Moscrop/GettyImages

Die Flügelverteidigung gehört zu den wichtigsten Positionen im Eintracht-Spiel. Der Abgang von Filip Kostić im Sommer hat Spuren hinterlassen - die linke Seite ist seither eine Schwäche. Juventus-Leihgabe Luca Pellegrini (23) konnte die Erwartungen bis dato nicht erfüllen, sogar ein Leihabbruch steht im Raum. Christopher Lenz (28) und Ansgar Knauff (20) haben meist einen soliden Job gemacht, offenbaren aber Schwächen.

Um für die K.o.-Spiele in der Königsklasse gerüstet zu sein, könnte Frankfurt auf der linken Flügelverteidigung an Qualität zulegen. Ein Name, der in den letzten Wochen gehandelt wurde, ist Ismail Jakobs (23). Der Ex-Kölner scheint die AS Monaco verlassen zu wollen. Jakobs gilt als offensiver Verteidiger mit großem Potenzial. Ein Transfer - oder Leihdeal - könnte ein Perfect Fit sein.

3. Zentrum

In-beom Hwang
In-beom Hwang / FREDERICK FLORIN/GettyImages

Die Mittelachse besetzen häufig Djibril Sow (25) und Daichi Kamada (26). Beide Spieler liebäugeln mit einem Wechsel. Bei Kamada läuft der Vertrag im Sommer sogar aus. Der Ersatz im Zentrum besteht aus Sebastian Rode (32) und Kristijan Jakic (25). Zudem stehen mit Marcel Wenig (18) und Mehdi Loune (18) zwei Youngster zur Verfügung.

Um in der Champions League bestehen zu können und Abgänge von Sow und Kamada frühzeitig aufzufangen, könnten die Eintracht-Verantwortlichen über einen Zentrumsspieler im Januar nachdenken. Im Gespräch sind In-beom Hwang (26) von Olympiakos Piräus und Tim Breithaupt (20) vom Karlsruher SC. Hwang wäre eine Sofortverstärkung, Breithaupt auf lange Sicht. Beide Spieler könnten sich einen Wechsel an den Main vorstellen.

4. Offensives Mittelfeld

Jesper Lindstrøm
Jesper Lindstrøm / Alex Grimm/GettyImages

Quelle des Frankfurter Erfolgs ist in dieser Saison das eingespielte Duo um Mario Götze (30) und Jesper Lindstrøm (22) auf der Doppelzehn. Daneben steht mit Kamada nur ein weiterer nomineller Zehner im Kader. Die Verantwortlichen sollten auf Abgänge von Lindstrøm und Kamada vorbereitet sein. Vielleicht zieht es einen der beiden sogar schon im Winter weg.

Mit Paxten Aaronson (19) von Philadelphia Union wurde für diese Wintertransferperiode der erste langfristige Ersatz verpflichtet. Ein Direktersatz wäre Julian Brandt, der von italienischen Medien ins Spiel gebracht wurde.

5. Mittelsturm

Rafael Borré
Rafael Borré / Matthias Hangst/GettyImages

Um große Erfolge einzufahren, brauchen die Frankfurter einen Torjäger. Aktuell fehlt der Eintracht ein klassischer Torgarant. Die meisten Tore haben Kamada und Lindstrøm erzielt. Randal Kolo Muani spielt groß auf, kann an der Torstatistik aber noch arbeiten. Mit Rafael Borré (27) und Lucas Alario (30) sind zwar klassische Neuner zu finden, diese haben in der laufenden Saison aber sichtliche Probleme. Bei Borré scheint die Zeit in Frankfurt schon im Winter ein Ende zu nehmen.

Gerade im Falle eines Borré-Abgangs wäre ein Mittelstürmer notwendig. Die Gerüchteküche hält sich dahingehend bisher zurück. Das einzige Gerücht um einen Mittelstürmer betrifft Düsseldorfs Dawid Kownacki (25), der zwar im Sturm aufläuft, aber kein klassischer Mittelstürmer ist. Hier könnten sich die Eintracht-Verantwortlichen noch umsehen.


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