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Bayern München

Kimmich nicht geimpft: Das sagen Müller und Rummenigge

Jan Kupitz
Müller kann Kimmichs Haltung verstehen, aber...
Müller kann Kimmichs Haltung verstehen, aber... / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Joshua Kimmich hat mit seinem Bekenntnis, noch nicht gegen Covid-19 geimpft zu sein, für einen großen medialen Aufruhr gesorgt. Auch Thomas Müller und Karl-Heinz Rummenigge haben sich zur Entscheidung des Mittelfeldleaders geäußert.


Nach dem 4:0-Sieg gegen Hoffenheim hatte Kimmich am Sky-Mikro bestätigt, dass er noch nicht gegen Corona geimpft ist. Der 26-Jährige betonte, kein Impf-Verweigerer oder Corona-Leugner zu sein, möchte jedoch erst die Langzeitwirkung der Impfung abwarten, ehe er sich den Pieks abholt.

Laut Angaben der Bild wartet Kimmich auf einen sogenannten Totimpfstoff, an dem aktuell die österreichisch-französische Firma Valneva forscht und der 2022 auf den Markt kommen könnte. Anders als bei den derzeit gängigen Impfstoffen von Biontech, Johnson&Johnson und Co., die zu den Lebendinmpfstoffen zählen, sind die Krankheitserreger bei Totimpfstoffen abgetötet - der Körper erkennt sie trotzdem als solche und produziert Antikörper.

Bis diese Sorte Impfstoffe auf den Markt kommt, werden jedoch noch einige Monate vergehen - die Diskussion, ob Kimmich seiner Rolle als Vorbild nachkommt, dürfte somit weiter anhalten.

Thomas Müller, als Mann der klaren Worte bekannt, äußerte sich ebenfalls zur Entscheidung seines Teamkollegen, sich vorerst nicht impfen zu lassen. Müller nannte es "einen schmalen Grat" und betonte, dass die aktuellen Diskussion sowohl "ethisch" als auch "moralisch" sein. "Ich bin Impf-Freund! Und ich hoffe, dass sich die Spieler, die jetzt noch nicht geimpft sind, das noch anders überlegen und sich ein Herz fassen", sendete er einen Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Kimmich (via Bild).

Bayerns Urgestein unterstrich, dass jeder diese Entscheidung für sich selbst treffen müsste und er Kimmich aus freundschaftlicher Sicht verstehen könne. Aber: "Als Teamkollege, wenn man auf das schaut, was für alle drumherum vielleicht besser wäre, ist zumindest die wissenschaftliche Meinung und auch meine Meinung, dass das Impfen besser wäre. Wir schauen, dass wir aus dieser Coronaphase herauskommen. Von meinem Wissensstand her ist die Impfung dafür die beste Möglichkeit."

Ex-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, der schon zu Beginn des Jahres angeregt hatte, dass sich die Fußballprofis impfen lassen sollten, um eine Art Vorreiterrolle einzunehmen, sah es ähnlich wie Müller. "Natürlich kam das überraschend, dass er nicht geimpft ist", gestand KHR bei Bild-TV. "Das hat jetzt zu einer Diskussion geführt."

Rummenigge über Kimmich: "Wäre besser, er wäre geimpft"

Der 66-Jährige nannte Kimmichs Verhalten zum einen "sehr verantwortungsvoll", weil er sich regelmäßig testen lasse und für sich entschieden habe, die Langzeitwirkung abzuwarten. Auf der anderen Seite "wäre es trotzdem besser, er wäre geimpft", stellte Rummenigge hinsichtlich Kimmichs Vorbildfunktion klar.

"Ich bin überzeugt, dass er sich möglicherweise zeitnah impfen lässt", führte der Ex-Boss weiter aus. Kimmich sei "ein total verantwortungsbewusster Mensch und Spieler. Er ist vielleicht DER Spieler der Bundesliga, der in vielen Dingen eine Vorbildfunktion hat. Ich kenne ihn als tollen Menschen, das zeigt auch seine 'We kick Corona'-Initiative."

Der FC Bayern mache zwar auf das Impfangebot aufmerksam. "Aber es nützt ja nichts, wenn Spieler Bedenken haben. Da drehen wir uns im Kreis", erläuterte Rummenigge. "Ich habe mich zweimal impfen lassen, weil ich auch ins Restaurant oder ins Stadion möchte, ohne mich testen zu lassen."

Die Diskussion um Kimmich: Sie dürfte noch eine Weile anhalten. Wobei man aktuell leicht vergisst, dass er einer von insgesamt fünf Bayern-Spielern ist, die noch nicht geimpft sind. Seine Vorbildfunktion führt also nicht nur der 26-Jährige unzureichend aus.

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