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"Ich bin Fußballer. Und ich bin schwul" - Joshua Cavallo macht Homosexualität öffentlich

Simon Zimmermann
Joshua Cavallo hat sich geoutet
Joshua Cavallo hat sich geoutet / Mark Brake/GettyImages
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Ein 21-jähriger Fußballprofi sendet eine Video-Botschaft über seine Social-Media-Kanäle? So weit nichts ungewöhnliches! Doch der Australier Joshua Cavallo von Adelaide United hatte eine ganz besondere Botschaft zu verkünden - die in der Welt des Profi-Fußballs extrem außergewöhnlich, sogar (fast) einzigartig ist. Es eigentlich in unserer Gesellschaft aber nicht sein sollte.

Cavallo sprach als erster bekannter Fußballprofi offen über seine Homosexualität. Einfach ist dem 21-Jährigen das nicht gefallen - im Video kämpft er mit den Tränen. Er habe ein "Doppelleben" geführt und "versteckt, wer er ist", so der Australier. Damit räumte er nun auf und könnte damit ein Vorbild für andere homosexuelle Fußballprofis werden.

"Hallo, ich bin Josh Cavallo. Es gibt etwas Persönliches, das ich mit allen teilen möchte: Ich bin Fußballer. Und ich bin schwul", begann er sein Video-Statement.

"Alles, was ich tun möchte, ist Fußball spielen. Und gleichbehandelt zu werden. Ich bin müde - darin zu versuchen, meine Leistung abzurufen und dabei ein Doppelleben führen zu müssen. Es ist anstrengend", so der 21-Jährige weiter.

Cavallo sprach über seine Ängste, die bislang ein Outing verhinderten: "Ich dachte, die Leute würden anders über mich denken, wenn sie es herausfinden, sie würden mich anders behandeln, sie würden anfangen, schlechte Dinge über mich zu sagen oder sich über mich lustig zu machen."

"Als ich aufgewachsen bin, hatte ich immer das Gefühl, mich verstecken zu müssen. Ich habe mich geschämt. Ich war beschämt, nicht das machen zu dürfen, was ich liebe und dabei schwul zu sein."

Cavallo erfährt große Unterstützung - Ein Vorbild im Profifußball

Die Bedenken seien aber unbegründet gewesen, so der Mittelfeldspieler weiter: "Die Reaktionen und die Unterstützung, die ich erhalten habe, sind immens. Das bringt mich zum Nachdenken: Warum habe ich diese Last so lange zurückgehalten?"

Vor Cavallo hatte sich auch schon Collin Martin, US-Zweitliga-Spieler von San Diego Loyal öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. "Im Fußball hat man nur ein kleines Zeitfenster, um Großes zu erreichen, und ein öffentliches Coming-out kann sich negativ auf die Karriere auswirken", gab Cavallo zu bedenken.

Doch er ruft dennoch auf, seinem Beispiel zu folgen und sich nicht zu verstecken: "Als schwuler Fußballer weiß ich, dass es andere Spieler gibt, die im Stillen leben. Ich möchte dazu beitragen, dies zu ändern und zeigen, dass jeder im Fußball willkommen ist und das Recht verdient, sich selbst zu verwirklichen."

Mehr bleibt dazu nicht zu sagen!

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