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Israel mit Sensationssieg gegen Österreich - Munas Dabbur bleibt aber das schwarze Schaf

Tal Lior
JACK GUEZ/Getty Images
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Israels Nationalmannschaft hat am Samstagabend einen vielleicht historischen 5:2-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Österreich eingefahren, nach dem Spiel wird aber die Stimmung von gemischten Gefühlen dominiert - und zwar wegen Munas Dabbur.


Der Nationalstürmer kam am Samstag erstmals nach seinem politischen Skandal im Juni in einem israelischen Stadion zum Einsatz. Vor drei Monaten wurde er aufgrund eines Social-Media-Beitrags, der auf die Tempelberg-Ereignisse bezogen war und von vielen Israelis heftig kritisiert wurde, auf eigenen Wunsch von der Nationalmannschaft freigestellt. In dieser Länderspielreise kehrte er ins Team zurück.

Dabbur wurde im Verlaufe dieses total verrückten Spiels trotz früher israelischer Führung von einem nicht überhörbaren Teil der rund 12.000 Zuschauer in Haifa bei jeder Ballberührung gnadenlos ausgepfiffen, ein größerer Teil versuchte derweil den TSG-Spieler zu ermutigen und klatschte ihm auch bei seiner Auswechslung Beifall zu, wenn auch Dabbur auf seinem Weg Richtung Seitenlinie frustriert aussah und von seinen Mit- und Gegenspielern kurz aufgemuntert werden musste.

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Munas Dabbur feiert mit Manor Solomon Israels Tor zur 1:0-Führung / JACK GUEZ/Getty Images

In der 20. Spielminute der Partie jubelte noch das ganze Stadion, als der 29-Jährige das runde Leder zum 2:0 ins gegnerische Tornetz einlochte, der Torjubel des Spielers blieb jedoch aus. Man sieht also, dass auch solch historische Erfolge nicht den Riss zwischen Dabbur und den Fans kitten können.

Einige Mitspieler von Dabbur im Israel-Team haben ihm ebenfalls noch nicht gänzlich für seine damalige Aktion verziehen. Dass diese Mannschaft trotz der internen und äußeren Zerrissenheit und politischen Einflüssen den zweiten Platz ihrer Quali-Gruppe belegt, ist den Umständen entsprechend nichts weniger als ein Wunder.

"Es ist kein angenehmes Erlebnis, das kann ich aus Erfahrung sagen", erklärte Israel-Kapitän Eran Zahavi, der in der Vergangenheit ebenfalls von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde. "Munas weiß, dass er einen Fehler begangen hat. Er hat es erwartet, wir wussten dass es passieren wird. Es ist aber jetzt vorbei. Wir haben unglaublichen Fußball gezeigt und wir haben ein unglaubliches Land mit vielen Konflikten. Wir werden uns nie gegenseitig vollkommen verstehen, die Nationalmannschaft sollte aber uns alle vereinen. "

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