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Interner Klub-Bericht "rät" Barça zur Verpflichtung von Pjanic

Miralem Pjanic
"Alt" - aber gut: Miralem Pjanic steht beim FC Barcelona ganz oben auf der Liste | Francesco Pecoraro/Getty Images

Als das Interesse des FC Barcelona publik wurde, in dieser kommenden Sommer-Transferperiode den bosnischen Nationalspieler Miralem Pjanic von Juventus Turin zu verpflichten, schüttelten nicht wenige rund um das Nou Camp mit dem Kopf. Denn eigentlich gehören Spieler auf oder jenseits der 30-Jahre-Grenze nicht zu den bevorzugten Transferzielen der Katalanen. Doch in diesem Fall gibt es einen triftigen Grund.

'Ruinöse Transferpolitik' war noch einer der milderen Kommentare, mit denen Kritiker den angedachten Deal begleiteten. Zumal in die Operation mit der Vecchia Signora womöglich auch noch ein 23-jähriger Brasilianer einbezogen werden soll. Zwar hat Arthur nach den Worten von Klub-Legende Luis Suárez "bislang noch gar nichts gezeigt" - aber ihn gleich gegen einen 30-Jährigen auszutauschen? Das kann es doch auch nicht sein.

Für manche Positionen im Fußball ist Erfahrung gefragt

Doch die ansonsten sichtbare Vorliebe des FC Barcelona (und auch anderer Top-Klubs) für junge bis sehr junge Spieler hat offensichtlich auch ihre Grenzen. Die spanische Fachzeitung as berichtet in diesem Zusammenhang, Zugang zu einem klubinternen und im Januar dieses Jahres verfassten Dokuments gehabt zu haben, in dem die Richtlinien für Transfers aufgestellt wurden.

In Punkt 3 des Dossiers spricht der Verfasser davon "dass man stets die Anforderungen der spezifischen Position beachten muss." Deshalb solle man eben nicht nur sehr junge Spieler verpflichten. Wo es einer größeren Kenntnis des Spieles bedürfe, könnte auch die Verpflichtung älterer Spieler interessant sein. Im Umkehrschluss könnten jüngere Spieler eher für Positionen in Frage kommen, in denen ein höherer physischer Aufwand betrieben werden muss. Des Weiteren stellt der Bericht die These auf, dass erfahrenere Spieler sich möglicherweise schneller in ihrem neuen Klub einleben und so auch entsprechend eher ihr bestes Niveau zeigen können.

Passgenauigkei bei erfahrenen Spielern höher als bei jungen

Argumentativ verstärkt wird der Bericht noch durch statistische Daten. Denen zufolge sei die Passgenauigkeit der Spieler über 30 Jahre um 3 bis 5 Prozent höher, als bei ihren jüngeren Kollegen. Auch sei die Synchronisation (das mit den Mitspielern abgestimmte Laufverhalten auf dem Platz, die Red.) der älteren Spieler besser als das der Jungspieler.

Und auch ein rein ökonomischer Aspekt wird erwähnt. So sei die Verpflichtung eines älteren Spielers auch deshalb interessant, weil ein solcher eventuelle Gehaltsanpassungen eher akzeptieren würde als ein jüngerer Akteur. Gerade in den aktuellen Corona-Zeiten ein für viele Klubs immer wichtigerer Aspekt in ihrer Personalplanung.

Lautaro Martinez
Soll auf Sicht Luis Suárez beerben: Lautaro Martínez | Emilio Andreoli/Getty Images

Insgesamt plädiert der Bericht für eine Kaderplanung, in der eine Ausgewogenheit zwischen Erfahrung und Jugend herrscht. Eine Strategie, die die Katalanen eigentlich schon seit längerer Zeit verfolgen. Als gutes Beispiel dafür mag die Verpflichtung (wenn sie denn gelingt) eines Lautaro Martínez dienen. Der 22-jährige Argentinier soll mittel- bis langfristig als Nachfolger des mittlerweile schon 33-jährigen Uruguayers Luis Suárez aufgebaut werden.