Huub Stevens geht mit Schalke hart ins Gericht

  • Trainerlegende zeigt sich besorgt um seinen Herzensklub
  • Kritik am Trainerwechsel
  • Erneuter Abstieg würde den Verein "ruinieren"
Huub Stevens
Huub Stevens / Christof Koepsel/GettyImages
facebooktwitterreddit

Schalke 04 hat einen katastophalen Saisonstart hingelegt. Die Zeiten, in denen S04 um die Meisterschaft mitspielen konnte, sind lange vorbei. Das weiß auch Trainerlegende Huub Stevens, der mit den Königsblauen einst "Meister der Herzen" wurde. Nun hat sich der Niederländer zur aktuellen Situation rund um den Klub geäußert.

Das Urteil des 69-Jährigen fällt - wenig überraschend - nicht allzu positiv aus. Im Interview in der ran "Bundesliga Webshow" macht Stevens beispielsweise keinen Hehl daraus, dass er den Trainerwechsel von Thomas Reis zu Karel Geraerts nicht ganz nachvollziehen kann.

Auf den neuen Coach angesprochen, erklärt Stevens: "Ich kenne ihn nicht, ich kann ihn nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass ich es schade finde, dass sich Schalke von Thomas Reis
getrennt hat. Ich dachte, dass Reis zu Schalke passen würde."

Und weiter: "Man muss nicht immer die Schuld beim Trainer suchen. Man muss auch mal die Schuld bei den Spielern suchen. Ich glaube, dass die Spieler wachgerüttelt werden müssen. Ob dieser Trainer der richtige Mann ist, weiß ich nicht. Bis jetzt zahlt es sich nicht aus." Das erste Spiel unter Geraerts hatten die Schalker in Karlsruhe deutlich mit 0:3 verloren.

"Kämpfen, kämpfen, kämpfen"

Aktuell steht S04 auf Relegationsplatz 16, mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer. Statt der angestreben Rückkehr in die Bundesliga muss Schalke auch in Liga zwei um den Klassenerhalt kämpfen. "Es ist noch Zeit, aber auf der anderen Seite ist keine Zeit", sagt Stevens dazu. "Jedes Spiel ist ein Endspiel und so müssen die Spieler das auch angehen. Kämpfen, kämpfen, kämpfen. Das braucht man auf Schalke und dann hat man auch die Fans hinter sich. Dann werden die auch die Unterstützung geben, die gefragt ist."

Einen erneuten Abstieg beschreibt die Trainerlegende mit drastischen Worten. "Das ruiniert den Verein. Es ist kein lebenswürdiger Fußball mehr, wenn man in die 3. Liga absteigt. Das muss man jedem anmerken und jeder muss auch dagegen kämpfen, dass das nicht passiert. Es kann nicht sein, dass Schalke in der 3. Liga spielt. Deshalb richte ich einen Appell an alle, dass Schalke wieder dahin kommt, wo der Klub hingehört."

Um den Super-GAU zu verhindern, bietet Stevens auch seine eigene Hilfe an - und verrät, dass seine Expertise bei der aktuellen Führung nicht besonders gefragt ist. "Ich werde unterstützen, wo ich kann", betont er. "In letzter Zeit haben sie mich aber nicht mehr gefragt. Beim kommenden Spiel werde ich wieder im Stadion sein, vielleicht kann ich da etwas Unterstützung geben."

Für Stevens haben die Knappen eigentlich die Qualität, um oben mitzumischen. Das muss die Mannschaft unter dem neuen Trainer Karel Geraerts nun auch auf dem Platz zeigen. Am Samstag empfängt S04 den Tabellenvierten Hannover 96. Alles andere als eine leichte Aufgabe...


Weitere Schalke-News lesen:

feed