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Gerüchteküche kommt langsam ins Brodeln - erste Namen beim HSV gehandelt

Jonas Boldt
Auf sein Händchen kommt es in diesem Transfersommer an: HSV-Sportvorstand Jonas Boldt | DeFodi Images/Getty Images

Was haben der Däne Casper Höjer Nielsen, der Österreicher Peter Michorl, der Südkoreaner Jae-Sung Lee und der Deutsche Hendrik Weydandt gemeinsam? Sie alle werden als potentielle Neuzugänge des Hamburger SV gehandelt. Wir stellen die vier Spieler vor.

Michorl wortkarg bezüglich eines HSV-Wechsels

Peter Michorl ist ein 25-jähriger Mittelfeldspieler in Diensten des Linzer ASK, der noch bis 2021 bei den Oberösterreichern unter Vertrag steht. In der aktuellen Spielzeit (die Saison ist im Schlussspurt) steht Michorl nach 27 Spielen bei 5 Treffern und bockstarken 13 Vorlagen. Einem Bericht von Laola1.TV zufolge soll der HSV an Michorl interessiert sein.

Dieser, von Sky darauf angesprochen, gab sich wiederum recht wortkarg, was dieses Gerücht angeht. "Hamburg? Eine schöne Stadt. " Über Vertragsdetails bezüglich einer möglichen Ausstiegsklausel seines Kontraktes, wolle er jedoch nicht reden. "Es sind jetzt noch drei Spiele, die ich zu hundert Prozent bestreiten will, dann gehen wir in den Urlaub. Dann werden wir sehen, was rauskommt." Sicher scheint indes zu sein, dass Michorl nur im Falle eines Aufstieges ein Thema für den HSV werden würde.

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Wechselt Michorl zum HSV? | Markus Tobisch/Getty Images

Nielsen als Back-up oder Ersatz für Leibold

Noch etwas vager als das Michorl-Gerücht sind die Berichte, die über einen möglichen Wechsel von Casper Höjer Nielsen vom Aarhus GF zum HSV informieren. Wie die belgische Zeitung Het Laatste Nieuws in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, soll der HSV einer von mehreren Interessenten an einer Verpflichtung des Linksverteidigers sein. In wettbewerbsübergreifenden 30 Saisonspielen konnte der 25-Jährige ein Tor selbst erzielen und deren 5 vorbereiten. Sein Vertrag in Aarhus läuft noch bis zum Sommer 2021. Neben dem HSV sollen auch Standard Lüttich, Bröndby und einige türkische Vereine an Nielsen dran sein.

Dass der HSV auf der linken Seite Handlungsbedarf hat, ist Fakt. Nicht so sehr, weil Tim Leibold nicht überzeugt hätte. Ganz im Gegenteil: er ist zum Dauerbrenner beim HSV geworden. Bisher verpasste der frühere Nürnberger nicht ein einziges Spiel für die Rothosen. Das kann natürlich nicht ewig so weiter gehen. Ein Back-up für Leibold ist unverzichtbar, um diesem auch ab und zu mal Verschnaufpausen zu gönnen. Nielsen könnte aber auch als Ersatz für Leibold in Frage kommen. Denn Leibold, der ungekrönte Vorlagenkönig der diesjährigen Zweitliga-Saison, wird sicherlich auch das Interesse von höherklassigen Klubs auf sich gezogen haben. Mit seinem Verkauf könnte der HSV eine gute Einnahme erzielen, um Mittel für die angedachten Transferaktivitäten zu generieren.

Bedient sich der HSV erneut bei den Störchen?

Ein weiterer Name, der seit kurzem durch den Blätterwald geistert, ist der von Jae-Sung Lee von Holstein Kiel. Der 27-jährige Offensivspieler dürfte den HSV-Fans noch in sehr unguter Erinnerung sein - war es doch der Südkoreaner, der vor gut zwei Wochen mit seinem Ausgleichstor in der Nachspielzeit dem Dino auf schmerzhafte Weise zwei wichtige Punkte entriss. Dem Portal Liga-Zwei.de soll der Südkoreaner ebenfalls auf der Liste des HSV stehen. Lees Vertrag bei den Störchen ist noch bis 2021 befristet. Lee kann in der Offensive variabel eingesetzt werden, fungiert mitunter auch als Sturmspitze. In der aktuellen Spielzeit kommt er in 31 Ligaspielen auf beachtliche neun eigene Treffer und sieben Assists. Entsprechend ist die Liste der Prätendenten nicht gerade kurz. Auch der belgische Spitzenklub RSC Anderlecht und der Premier-League-Klub Crystal Palace sollen ihre Fühler nach Lee ausgestreckt haben.

Zu guter Letzt haben wir noch Hendrik Weydandt. Der hat eine durchaus etwas ungewöhnliche Karriere hinter sich. Bis zu seinem 23. Lebensjahr hatte er noch nie einen Profi-Vertrag unterschrieben. Die akademische Ausbildung (Weydandt hat Betriebswirtschaftslehre an der FHDW Hannover studiert) hatte für ihn Vorrang. 2018 unterschrieb er schließlich bei Hannover 96 - und sollte dort erstmal in der Zweiten Mannschaft Fuß fassen. Dies gelang ihm so gut, dass der damalige Cheftrainer der Profi, André Breitenreiter, ihm die Chance bei den Profis gab. Und Weydandt nutzte sie. Im September 2018 wurde aus dem Amateur-Vertrag ein Profi-Vertrag - und fortab spielte Weydandt Bundesliga statt Regionalliga.

Hendrik Weydandt
Weydandt ist der klassische Sturmtank | Stuart Franklin/Getty Images

Weydandt als neuer Pohjanpalo?

Weydandt ist ein Stürmer der Marke Brecher. Also das, was im aktuellen Kader am ehesten Joel Pohjanpalo darstellt. Da die Bayer-Leihgabe aber voraussichtlich keine Zukunft in Hamburg haben wird (weil er schlichtweg zu teuer für den HSV ist), könnte Weydandt dessen Rolle übernehmen. Seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei den Niedersachsen hat Weydandt nicht verlängert und wäre somit ab der kommenden Woche frei auf dem Markt. Sein Entdecker Dieter Schatzschneider (früher selbst beim HSV auf Torejagd) lobt Weydandt in den höchsten Tönen: "Egal, ob ihn der HSV oder ein anderer Klub bekommt – es tut mir in der Seele weh, dass wir ihn verlieren. Und das ohne Ablöse", lamentierte das frühere 96-Idol. "Der Junge ist mit Sicherheit drei bis vier Millionen Euro wert. Das Geld hätten wir gut gebrauchen können."

Bekommen sie nun aber nicht mehr. Stattdessen bekommt der HSV vielleicht in der kommenden Saison einen Mentalitäts-und Mannschaftsspieler, der helfen soll, den Klub wieder nach oben zu bringen. Der bis vor kurzem ebenfalls an Weydandt interessierte VfB Stuttgart soll sich nach Informationen der Mopo bereits aus dem Rennen um den Angreifer zurückgezogen haben. Durch den Aufstieg in die Bundesliga kann der VfB jetzt in anderen Regalen nach Neuverpflichtungen suchen.

Michorl, Nielsen, Lee und Weydandt - die ersten vier Namen im diesjährigen Transfersommer des HSV liegen auf dem Tisch. Weitere werden folgen. Das Wechseltheater befindet sich ja gerade mal in seinem ersten Akt.