Hamburger SV

Die vier Kader-Baustellen beim HSV

Guido Müller
Erklärt den HSV-Kickern seine Spielidee: HSV-Coach Tim Walter
Erklärt den HSV-Kickern seine Spielidee: HSV-Coach Tim Walter / Cathrin Mueller/Getty Images
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Seit letzter Woche schwitzen die Profis des Hamburger SV im Rahmen der Saisonvorbereitung unter ihrem neuen Trainer Tim Walter. Ende der Woche bereits steigt der erste Test-Kick der Rothosen beim Berliner Regionalligisten VSG Altglienicke. Doch was die Kaderzusammenstellung betrifft, gibt es noch einiges zu tun.


Entsprechend wenige (bis gar keine) Rückschlüsse lassen sich aus dem Freitagtest ziehen. Stattdessen gilt es in den verbleibenden vier Wochen bis zum Saisonstart (am 23. Juli) noch etliche Baustellen zu bearbeiten.

Baustelle 1: Das Tor

Zwar tummelten sich dieser Tage mit der aktuellen Nummer 1, Daniel Heuer Fernandes, sowie Ersatzkeeper Tom Mickel und den beiden Jugendspielern Leo Oppermann (19, U-21) und Steven Mensah (18, A-Jugend) gleich vier Schlussmänner auf dem Trainingsgelände am Volkspark, doch dürfte hier das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.

Daniel Heuer Fernandes
Momentan Walters Nummer 1: Daniel Heuer Fernandes / Thomas Eisenhuth/Getty Images

Denn obwohl Walter Heuer Fernandes zuletzt auffällig positiv erwähnte, ist es kein Geheimnis, dass der Klub auf dieser Position schon seit Längerem auf der Suche ist.

Zuletzt wurden der 30-jährige Norweger Örjan Nyland, dessen Vertrag beim Premier League-Aufsteiger Norwich City in der kommenden Woche ausläuft, und der deutsche U21-Nationalkeeper Lennart Grill als mögliche Kandidaten genannt.

Lennart Grill
Zieht es Grill auf der Suche nach mehr Einsatzzeiten zum HSV? / Martin Rose/Getty Images

Letztgenannter steht derzeit bei Bayer Leverkusen unter Vertrag, kommt dort aber am finnischen Nationalkeeper Lukas Hradecky nicht vorbei. Nyland wiederum kann Erfahrungen in der Fußball-Bundesliga vorweisen. Zwischen 2015 und 2018 hielt er den Kasten beim FC Ingolstadt sauber.

Die Frage ist also nicht, ob der HSV noch einen Torwart holt, sondern welche Funktion dieser erfüllen soll. Eine potentielle Nummer 1, die sich in den kommenden Wochen mit Heuer Fernandes einen Kampf um den Stammplatz im HSV-Tor liefert? Oder doch einen Back-up für den Deutsch-Portugiesen mit eher langfristigem Potential zum Stammtorwart?

Baustelle 2: Rechte defensive Außenbahn

Weiterhin halten sich Gerüchte, dass Josha Vagnoman Geld in die leeren Kassen der Hamburger spülen soll. Ein Verkauf zöge freilich die Dringlichkeit nach sich, hier ebenfalls nochmal aktiv zu werden. Der vom FC St. Gallen verpflichtete Miro Muheim (23) ist für die linke Seite eingeplant.

Baustelle 3: Offensives Mittelfeld

Auch Jeremy Dudziak und David Kinsombi könnten (sollen) bei einem entsprechenden Angebot den Verein verlassen. Hier scheint man auf der Suche nach Nachfolgern bereits fündig geworden zu sein.

Der Holländer Ludovit Reis, U21-Nationalspieler der Niederlande, beim großen FC Barcelona unter Vertrag und in der vergangenen Spielzeit an Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück ausgeliehen, hat den Blick der Hamburger Späher auf sich gezogen. Die vertraglich verankerte Mond-Ausstiegsklausel von 100 Millionen Euro werden die Hanseaten freilich nicht bedienen.

Ludovit Reis
Sein Transfer zum HSV soll schon ausgemachte Sache sein: Ludovit Reis / Martin Rose/Getty Images

Vielmehr erhoffen sich die Macher vom Volkspark, den 21-Jährigen, dessen Vertrag in Barcelona im kommenden Jahr ausläuft, zum Schnäppchen-Preis zu bekommen. Einem Bericht des Portals transfermarkt.de soll der Deal sogar schon in trockenen Tüchern sein und nach dem Urlaubsende des Spielers bekannt gemacht werden.

Baustelle 3: Offensive Außenbahn

Sorgenkind Xavier Amaechi soll ein weiteres Mal verliehen werden. Aktuell ist der Engländer vom Klub freigestellt, um einen geeigneten Abnehmer zu finden. Entsprechend müsste eine Planstelle auf dem offensiven Flügel neu besetzt werden.

Baustelle 4: Torjäger

Die aktuell wohl dringlichste Personalie bei den Norddeutschen. In Simon Terodde hat der HSV seinen besten Torschützen der letzten Saison an den Liga-Konkurrenten Schalke 04 verloren. Es gilt also, einen adäquaten Nachfolger für den Knipser (24 Liga-Tore) zu finden.

FBL-BUNDESLIGA-SECOND DIVISION-KARLSRUHE-KIEL
Kann sich einen Wechsel nur in die Bundesliga vorstellen: KSC-Mittelstürmer Philipp Hofmann / ULI DECK/Getty Images

Die lange Zeit gehandelten Namen von Serdar Dursun und Philipp Hofmann kann man in diesem Zusammenhang von der Liste streichen. Der Deutsch-Türke schließt sich Fenerbahce Istanbul an, während der Karlsruher Sturmführer sich einen Wechsel nur in die Bundesliga vorstellen kann.

Nominell verfügt der HSV auf der Stoßstürmer-Position in Manuel Wintzheimer und Robin Meißner nur über zwei Spieler. Für eine ganze Saison ist dies natürlich zu wenig. Mindestens zwei Angreifer wollen die Macher noch holen.

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