Hamburger SV

Tim Walter verspricht vor Duell mit Angstgegner: "Wir bleiben auf dem Gaspedal!"

Guido Müller
Will die HSV-Bilanz gegen die Störche aufbessern: Tim Walter
Will die HSV-Bilanz gegen die Störche aufbessern: Tim Walter / Martin Rose/GettyImages
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Mit einer geballten Ladung an Selbstvertrauen nach den jüngsten Siegen in Paderborn (Liga) und beim Club (Pokal) empfängt der Hamburger SV seinen nächsten Heimspiel-Gegner. Selbstvertrauen wird auch nötig sein: denn mit Holstein Kiel kommt der Angstgegner par excellence in den Volkspark.


Nicht nur, dass man gegen die Störche in den bisherigen sechs Spielen im Unterhaus nicht ein einziges gewinnen konnte (vier Remis, zwei Niederlagen) - schon der erste Vergleich beider Teams in Liga zwei taugte für die Hamburger Fans zum Trauma.

Denn mit 0:3 ging die erste Zweitliga-Partie der Hamburger überhaupt, am ersten Spieltag der Saison 2018/19, gegen Holstein Kiel, mal so richtig in die Binsen.

Damaliger Trainer der Gäste: Tim Walter. Und einer seiner verlängerten Arme auf dem Platz: Jonas Meffert. Dem damals per schönem Distanzschuss das 1:0 für die Kieler gelang. Ein gewisser David Kinsombi machte dann mit einem Tor und der Vorlage zum 3:0 durch Honsak alles klar.

Jeremy Dudziak, Jonas Meffert
Szene aus dem Hinspiel des Vorjahres: Der heutige Fürther Dudziak gegen den heutigen HSV-er Meffert / Martin Rose/GettyImages

57.000 völlig frustrierte HSV-Fans verließen damals schockgelähmt die Arena im Volkspark. Der nunmehr beim HSV tätige Walter erinnert sich noch heute gerne dieser Auseinandersetzungen mit dem großen HSV. Auch das Rückspiel konnten die Kieler für sich entscheiden.

"Jetzt drehen wir den Spieß einfach um!"

"Ich war ja immer auf der anderen Seite, als ich gegen den HSV gespielt habe. Als Trainer der Kieler habe ich zweimal gegen den HSV gewonnen. Jetzt drehen wir den Spieß einfach um." (via kicker.de)

Wenn es mal nur so einfach wäre. Zumal den Coach große Verletzungssorgen plagen. Tim Leibold dürfte für den Rest der Saison ausfallen, und ob Daniel Heuer Fernandes nach seiner Kapselverletzung im Knie (zugezogen beim Pokalfight in Nürnberg) rechtzeitig für Samstagabend (20.30 Uhr) fit wird, steht noch nicht fest.

Für den bislang in großer Form aufspielenden Keeper würde der vor der Saison verpflichtete Schwede Marko Johansson in die erste Elf rutschen. Leibold hingegen wird wohl von Miro Muheim ersetzt, der schon am Dienstag eine überzeugende Leistung ablieferte.

Trotz der aktuellen schlechten Tabellenplatzierung der Kieler unterschätzt Walter den kommenden Gegner natürlich nicht. Zumal bei der oben erwähnten direkten Bilanz seines aktuellen Klubs. Vielmehr will der HSV-Trainer den positiven mentalen Schwung aus den letzten Erfolgserlebnissen mitnehmen.

"Wir haben genug Aufwind und Rückenwind!"

"Wir haben genug Aufwind und Rückenwind. Den Adrenalinpegel lassen wir gerade oben. Es ist für uns wichtig, immer auf dem Gaspedal zu bleiben, immer Druck auszuüben. Das brauchen die Jungs auch. Diesen Schwung und dieses Adrenalin versuchen wir, so lange wie möglich mitzunehmen."

Dabei helfen wird am kommenden Samstagabend sicherlich auch die wohl beste Kulisse seit Vor-Coronazeiten. Angesichts der schon mehr als 35.000 verkauften Karten dürfte das Volksparkstadion gegen Kiel eine länderspielwürdige Bühne werden.

Gegen Fortuna Düsseldorf, vor zwei Wochen, waren es "nur" 39.800. Offenbar finden die HSV-Fans immer mehr Gefallen am spektakulärem Fußball, den Walter spielen lässt.

Und wenn dann auch noch der erste Sieg gegen den Angstgegner rausspringen sollte, dürfte der Adrenalinspiegel auch bei ihnen kräftig ansteigen.

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