90min

Der HSV und die Suche nach neuen Einnahmequellen

Guido Müller
TF-Images/Getty Images
facebooktwitterreddit

23,81 Prozent der Anteile der Hamburger SV Fußball AG sind in Händen von Dritten. Klaus Michael Kühne (20,57 Prozent) hält dabei den Löwenanteil. Die Statuten des Klubs erlauben es, den Anteil externer Teilhaber auf 24, 9 Prozent zu erweitern. Und diesen Plan verfolgt der Klub auch weiterhin.

1,09 Prozent der Anteile sind noch veräußerbar

Denn angesichts der weiter grassierenden Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einnahmeeinbrüchen aufgrund fehlender Zuschauer in den Stadien (ein Zustand, der wohl bis zum Ende der Saison Bestand haben wird) muss der HSV sehen, wie er irgendwie zu Geld kommen kann. Der Verkauf des letzten frei verfügbaren Anteils der AG ist dabei nur ein Faktor.

Stadt Hamburg zahlte 23,5 Millionen Euro für das Grundstück im Volkspark

Ein zweiter sind die 23, 5 Millionen Euro, die die Stadt Hamburg dem Verein für das Grundstück, auf dem das Volksparkstadion steht, bezahlt hat. Da der Verein einem Bericht der Sportbild zufolge keine wesentlichen Einbrüche in den Bereichen Merchandising und Sponsoring erlitten haben soll, sei die Finanzierung für die laufende Spielzeit gesichert. Trotz eines satten Minus von 18 Millionen Euro bezüglich der Einnahmen über den Ticket-Verkauf.

Frankfurter Modell als Vorbild?

Doch um langfristig wieder eine gute Rolle in der Bundesliga spielen zu können, reichen diese Posten natürlich nicht aus. Um so lauter werden die Stimmen derer, die auf Longterm-Basis für eine Öffnung des Klubs gegenüber Investoren-Modellen werben. Die Sportbild will in diesem Zusammenhang in Erfahrung gebracht haben, dass klubintern dabei auch über Modelle wie das in Frankfurt praktizierte diskutiert wird.

Die Hessen haben zwei Gruppen mit Gönnern: Die "Freunde der Adler" und die "Freunde der Eintracht". Zusammen mit einem weiteren Gönner des Vereins (Wolfgang Steubing) halten diese beiden Vereinigungen 32 Prozent der Anteile Eintracht Fußball AG.

Und - im Gegensatz zu Kühne - beharren sie im Gegenzug nicht auf Einflussnahme im Klub. Aus sprichwörtlicher Liebe zum Verein unterstützen diese beiden Gruppen, hinter denen Multimillionäre wie der aktuelle Chef des Eintracht-Aufsichtsrates, Philipp Holzer, und der Unternehmer Stephen Orenstein stehen, den hessischen Traditionsklub.

Doch steht innerhalb der Fan-Gemeinde des HSV, gerade auch aufgrund der schlechten Erfahrungen mit Kühne, ein nicht unerheblicher Teil einer Ausweitung der Anteilsverkäufe über die magische Grenze von 24,9 Prozent hinaus kritisch bis militant-ablehnend gegenüber. Auf Klub-Chef Marcell Jansen dürfte somit noch einiges an Überzeugungsarbeit zukommen, um die dafür notwendige Satzungsänderung bewerkstelligen zu können.

Entlastung durch Auslaufen zweier hochdotierter Verträge

Ihre im Sommer auslaufenden Verträge werden wohl nicht verlängert: Aaron Hunt und Bobby Wood
Ihre im Sommer auslaufenden Verträge werden wohl nicht verlängert: Aaron Hunt und Bobby Wood / TF-Images/Getty Images

Bis es soweit ist, wird man sich beim HSV erstmal noch an kleinen Dingen erfreuen müssen. Wie der Tatsache, dass im kommenden Sommer zwei die Kassen sehr belastende Verträge von Spielern auslaufen. Da die Arbeitspapiere mit Bobby Wood und Aaron Hunt aller Voraussicht nach auch nicht verlängert werden, würde der HSV um die drei Millionen Euro einsparen.

Rechte am Stadion-Namen sollen 2021 verkauft werden

Bekommt das Volksparkstadion im kommenden Jahr einen neuen Namen?
Bekommt das Volksparkstadion im kommenden Jahr einen neuen Namen? / Reinaldo Coddou H./Getty Images

Wobei natürlich auch im Gegenzug sportlicher Ersatz zu holen wäre, so dass die Ersparnis am Ende vielleicht auch nur bei einer Million liegt. Aber: Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Wenn dann auch noch Gelder für die Vermarktung des Stadion-Namens reinkommen, um so besser.

Besagtem Blatt zufolge soll man im Klub "guter Dinge" sein, diese Rechte im kommenden Jahr an den Mann zu bringen, was einen weiteren Erlös im unteren siebenstelligen Bereich bedeuten würde. Kühne zahlte bis zur Beendigung seines Engagements in diesem Sommer vier Millionen Euro jährlich.

facebooktwitterreddit