Hamburger SV

Mutzel über Alidou: "Dass er so explodiert, war nicht zu erwarten"

Nikolas Pfannenmüller
Faride Alidou ist gebürtiger Hamburger.
Faride Alidou ist gebürtiger Hamburger. / Martin Rose/GettyImages
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Im Werben um Toptalente sieht HSV-Sportdirektor Michael Mutzel selbst Erstligisten ohne großen Namen mittlerweile auf einem anderen Level als den Hamburger SV, der sich in seiner vierten Zweitligasaison befindet. Da Faride Alidou die Hansestadt in Richtung Eintracht Frankfurt verlassen wird, gesteht Mutzel auch eigene Fehler ein.


"Augsburg, Mainz, vor allem aber auch Klubs wie Freiburg sind mittlerweile auf einem anderen Level. Wenn Spieler auf den Markt kommen, für die sich diese Klubs interessieren und wir in einen Wettbewerb treten wollen, dann haben wir rein wirtschaftlich keine Chance mehr", sagte Hamburgs Sportdirektor Michael Mutzel im kicker und ergänzte: "Das haben wir jetzt auch beim Bemühen um Faride Alidou gemerkt. Vor drei Jahren war unsere Ausgangslage da noch eine andere."

Wechsel von Alidou im Janaur oder Juli?

Faride Alidou wird sich Eintracht Frankfurt anschließen. Sein Vertrag bei den Rothosen wäre im Sommer 2022 ausgelaufen. Ob das Talent bereits im Wintertransferfenster oder erst im Juli in die Bundesliga wechseln wird, ist noch unklar.

Nach Bild-Informationen will der HSV bei einem Wechsel im Januar mindestens eine halbe Millionen Euro als Ablösesumme haben, Frankfurt allerdings möchte derzeit nicht so viel Geld ausgeben. Daher deutet vieles daraufhin, dass Alidou den HSV im Sommer ablösefrei verlassen wird.

Jonas Boldt teilte bei hsv.de über den aktuellen Stand der Verhandlungen mit: "Es gab Kontakt zur Eintracht, aber wir haben unterschiedliche Vorstellungen, so dass wir nicht sagen, dass wir das machen müssen, sondern der Spieler auch weiter für uns spielen kann. Faride ist ein wichtiger Spieler für uns, so dass wir ihn auch weiter bei uns lassen, sofern sich die Situation nicht verändert. Natürlich gibt es das Risiko, wenn er mal in einem Spiel nicht so performed, dass einige Menschen ihn dann kritisch sehen. Er ist nicht länger der Spieler, der gerade die ersten Minuten spielt. Er wirkt diesbezüglich aber klar und der Trainer hat auch Bock auf ihn."

Mutzel übt Selbstkritik

Auf die Frage des Fachmagazins, ob man die Verlängerung verschlafen habe, antwortete Mutzel: "Da müssen wir einerseits selbstkritisch sein, ganz klar. Andererseits waren wir schon Wochen vor seinem ersten Profieinsatz mit seinem Berater in Kontakt. Dass Faride dann so explodiert, war nicht zu erwarten."

Trotzdem habe der Verein alles versucht, um den Vertrag des 20-Jährigen zu verlängern. "Allerdings haben wir schnell gemerkt, dass Zahlen im Raum stehen, bei denen wir nicht mehr mitgehen konnten und wollten", fügte Mutzel an.

HSV ein "wirtschaftlich ein normaler Zweitligist"

Die vielen Jahren in der Zweitklassigkeit haben auch beim HSV Spuren hinterlassen und sich auf die finanziellen Möglichkeiten ausgewirkt. "Wir sind wirtschaftlich ein normaler Zweitligist, emotional und in der öffentlichen Wahrnehmung sind wir es nicht", sagte Mutzel.

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