Hamburger SV

Bekommt Daniel Heuer Fernandes eine neue Chance beim HSV?

Guido Müller
Absolvierte in der vergangenen Saison nur zwei Liga-Spiele für den HSV: Daniel Heuer Fernandes
Absolvierte in der vergangenen Saison nur zwei Liga-Spiele für den HSV: Daniel Heuer Fernandes / Martin Rose/Getty Images
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Seit 2019 steht Daniel Heuer Fernandes (28) beim Hamburger SV unter Vertrag. In diesen beiden Jahren hat der Deutsch-Portugiese ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Mit der Ankunft des neuen Übungsleiters Tim Walter könnte sich das Panorama für den Keeper in diesem Sommer erneut verändern.


Diesmal jedoch, und im Gegensatz zum Vorjahr, zum Guten. Bei der Saison-Analyse der Verantwortlichen im Sommer letzten Jahres wurden die Schwachpunkte des früheren Darmstädters (mangelnde Strafraumbeherrschung) als ein Teil der Gründe für den missglückten Wiederaufstieg ausgemacht.

Ulreich-Verpflichtung als Verschlimmbesserung

Mit der von großem medialen Getöse begleiteten Verpflichtung von Sven Ulreich glaubte man am Volkspark, diese Defizite behoben zu haben. Doch wie das manchmal so ist im Leben: man löste das eine Problem und schuf sich gleichzeitig zwei Neue. Wobei: ganz korrekt müsste es hier heißen - statt das eine Problem (Strafraumbeherrschung) zu lösen, schuf man sich noch gleich ein neues hinzu.

Sven Ulreich
Wurde nie zum erhofften Rückhalt der Rothosen: Sven Ulreich / Martin Rose/Getty Images

Denn mit dem Ball am Fuß wusste Ulreich meist so gar nichts Produktives anzufangen. Im Gegenteil: Schnell zeigte sich, dass sein unterdurchschnittliches spielerisches Vermögen die gesamte Hintermannschaft verunsicherte.

In diesem Sommer erkannten dann beide Parteien, dass eine Trennung nach nur einem Jahr wohl die beste Option für alle Beteiligten war - und Ulreich war am Volkspark schon wieder Geschichte.

Bekommt Heuer Fernandes nun eine neue Bewährungschance? Die Zeichen dafür stehen gar nicht mal so schlecht.

Walter setzt auf spielerischen Ansatz - beginnend mit dem Torwart!

Der neue Coach der Rothosen, Tim Walter, bevorzugt bekanntermaßen den spielerischen Ansatz. Ein Torwart, der mit dem Ball etwas anzufangen weiß, quasi als erster Aufbauspieler des Systems fungiert, geht natürlich mit einem Vorteil ins Rennen um den Stammplatz.

Doch trotz der Tatsache, dass Heuer Fernandes, gemessen an diesen Kriterien, wieder eine bessere Perspektive als in der vergangenen Saison hat (als Ulreich für Trainer Thioune quasi unantastbar war), wird es laut Bild bei dem momentanen Ist-Zustand im Hamburger Tor natürlich nicht bleiben.

Denn nur mit Daniel Heuer Fernandes und dem nach dem Ulreich-Abgang wieder zur zwischenzeitlichen Nummer zwei "aufgestiegenen" Tom Mickel in die neue Spielzeit zu gehen, wäre mehr als nur grob fahrlässig.

Tom Mickel
Vorübergehend wieder die Nummer 2 im HSV-Kader: Tom Mickel / Martin Rose/Getty Images

Ein neuer Torwart muss auf jeden Fall noch her. Doch ob der HSV nun eine Nummer zwei sucht, die sich erstmal hinter Heuer Fernandes einreihen müsste, oder gleich einen potentiellen Stammtorwart, wird natürlich auch von den Finanzen abhängen.

Und auch davon, in wie weit sich Heuer Fernandes in den kommenden Tagen und Wochen unter Walters prüfenden Augen empfehlen kann. Die erste Chance dazu hat er am heutigen Freitag, wenn nach den medizinischen Untersuchungen und Leistungstests der letzten beiden Tage das erste offizielle Mannschaftstraining (ab 13.00 Uhr) der neuen Saison steigt.

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