Champions League

Historische Pleite gegen Benfica: Sorgen und Fragezeichen bei Juventus Turin

Jan Kupitz
Hängende Köpfe bei Juventus
Hängende Köpfe bei Juventus / Jonathan Moscrop/GettyImages
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Juventus Turin kommt einfach nicht in Fahrt. Nach der 1:2-Pleite gegen Benfica droht den Bianconeri das frühe Aus in der Champions-League-Gruppenphase.


Nach der Auftakt-Niederlage gegen PSG verlor Juve auch sein Champions-League-Heimspiel gegen Benfica. Trotz einer frühen Führung durch Arkadiusz Milik geriet die Truppe von Max Allegri mit zunehmendem Spielverlauf immer weiter ins Straucheln und ging schließlich als verdienter Verlierer vom Feld. Es ist das erste Mal in Juves Historie, dass man die ersten beiden Gruppenspiele der Königsklasse verloren hat.

Mit nunmehr sechs Zählern Rückstand auf die Führenden PSG und Benfica wird es für die Turiner zu einer Herkulesaufgabe, doch noch den Sprung in die K.o.-Runde zu schaffen - erst recht in der aktuellen Form, in der sich der italienische Rekordchampion befindet.

Wenig überraschend pfiffen die Tifosi ihr Team nach dem Abpfiff aus. Leo Bonucci konnte die Reaktion der Anhänger nachvollziehen. "Die Pfiffe sind gerechtfertigt. Es gibt wenig zu sagen. Wir haben ein Spiel verloren, das wir auf keinen Fall verlieren sollten", so der Routinier zu Prime Video. "Wir haben es verdient, ausgepfiffen zu werden. In solchen Fällen bin ich der Kapitän, der sich in Szene setzen muss. Wir machen gerade eine Phase durch, in der wir uns schwer tun."

Der Verteidiger, der im Normalfall keine Selbstzweifel kennt, gab zu, dass er "besorgt" über den aktuellen Zustand der Mannschaft sei. Auch sein ehemaliger Mitspieler und Juve-Legende Claudio Marchisio erkennt seinen Klub nicht wieder. "Ich habe das Gefühl, dass Juventus sowohl körperlich als auch geistig müde ist. Das ist es, was mich am meisten beunruhigt, abgesehen von der Art des Spiels", so das ehemalige Mittelfeld-Ass bei Prime Video.

In solch einer schweren Phase richten sich die Blicke natürlich auch auf den Trainer. Mehrere Tifosi wünschen sich bereits die Trennung von Allegri, der es seit seiner Rückkehr vor einem Jahr nicht geschafft hat, Juve eine schlüssige Spielanlage einzuimpfen. Die aktuellen Ergebnisse kommen daher keinesfalls aus dem Nichts.

Mit einer Entlassung rechnet der Trainer jedoch (noch) nicht. "Ich fühle mich absolut nicht gefährdet. Solche Momente gehören zum Fußball", erklärte Allegri nach der Benfica-Pleite lapidar. "Beim Stand von 2:1 war das Spiel vorbei, sie hätten sogar 3:1 oder 4:1 führen können. Wir hätten auch ausgleichen können, aber es war eine Leistung, die unter den Erwartungen lag."

"Als Gruppe arbeiten wir gut", versicherte der 55-Jährige. "Es gibt viele Erwartungen, aber es fehlen uns auch viele Spieler."

Irritationen um Milik-Auswechslung

Irritationen gab es zudem um die personellen Wechsel während des Spiels. Obwohl Juve mit 1:2 in Rückstand lag, nahm Allegri den Torschützen zum 1:0, Arkadiusz Milik, und Filip Kostic vom Feld. Eine Entscheidung, die für einige Fragezeichen sorgte - auch bei den Spielern. Nach Abpfiff wurde von den TV-Kameras eingefangen, wie Angel Di Maria den polnischen Angreifer fragte, warum er trotz Rückstand runter musste. Milik, der bis dahin ein gutes Spiel gezeigt hatte, zuckte nur irritiert mit den Schultern.

"Ich habe Milik rausgenommen, weil wir mit nur zwei Mittelfeldspielern zu kämpfen hatten", erklärte Allegri den Wechsel. "Ich musste einen Stürmer rausnehmen, ich habe Milik rausgenommen, der müder schien."


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